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Spruch auf einer grünen Fläche. © flammenhannes / photocase.de

  

Frauen und Arbeit

Einkommen, Entgeltgleichheit, Kinderbetreuung, Minijob, Rente - Frauen müssen heute genug Einkommen erzielen, damit sie im Alter eine gute Rente erhalten.

Arbeitsplätze, die Frauen ein eigenständiges Einkommen sichern, sind auch heute noch der Dreh- und Angelpunkt. Denn Gleichberechtigung kann nur bei finanzieller Unabhängigkeit funktionieren.

Obwohl mittlerweile gleiche Voraussetzungen und gesetzliche Regelungen für Männer und Frauen bestehen, gibt es in der Arbeitswelt erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen, wenn es um die Sicherung des eigenen Lebensunterhalts und persönliche soziale Absicherung geht.

  • Egal, wie gleichberechtigt und partnerschaftlich Paare zusammenleben, mit der Geburt des ersten Kindes finden sich viele in der klassischen Rollenverteilung wieder. Meistens treten Frauen kürzer, wenn Kinder kommen. Eine gesellschaftliche Wertschätzung neuer Geschlechterrollen mit Veränderungen bei der Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ist notwendig, wie es der 1. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung zeigt. 60 % der jungen Väter und Mütter wollen ein Lebensmodell, in dem beide in gleichem Maße erwerbstätig sind. Jeder dritte Vater möchte gerne seine Arbeitszeit reduzieren. Paare und Eltern wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung der „Familienarbeit“.
  • Ein weiteres zentrales Thema ist die Verbesserung der Kinderbetreuung. Auch wenn in der Region Hannover bereits viel erreicht worden ist: Seien es die eingegrenzten Öffnungszeiten der Kitas, die Spät- oder Schichtdienste nicht zulassen, die Überbrückung von Schulferienzeiten, die begrenzte Zahl der Hort- und Ganztagsplätze oder die Qualität der Betreuung, die nicht den Anforderungen der Kinder und Eltern genügt. Noch schwieriger zu organisieren ist die Pflege von Angehörigen, für die es wenig gute Rahmenbedingungen gibt. Oft sorgen hier Angehörige, meistens Frauen, für Ihre Eltern oder Schwiegereltern.
  • Dann geht es immer noch um Geld: Durchschnittlich erhalten Frauen in Deutschland 22% weniger Entgelt als Männer. Für so einen deutlichen Unterschied gibt es mehrere Ursachen:
    • Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und arbeiten häufiger in Teilzeit, um Familien- oder Pflegeaufgaben zu übernehmen. In Niedersachsen sind rund 40 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Teilzeit tätig. Und Teilzeittätigkeit führt zu Teilgehalt.
    • In vielen besser bezahlten Berufen und Branchen ebenso wie in Führungspositionen gibt es weniger Frauen als Männer. Frauen streben eher in Dienstleistungsberufe - insbesondere im Pflegebereich sind deutlich mehr Frauen zu finden, als Männer.
    • Bei einzelnen sowie bei kollektiven Lohnverhandlungen gibt es aufgrund ungleicher Machtverhältnisse schwierige Voraussetzungen, um gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit durchzusetzen.

Diese Aspekte haben negative Auswirkungen auf das Erwerbsleben von Frauen. Berufskarrieren werden unterbrochen oder in Minijobs fortgesetzt. Dies bedeutet für die Frauen, dass sie nicht annähernd eigenständig von ihrem Einkommen leben können, von den zu erwartenden Renten noch weniger.

Equal Pay Day

Frau mit Schild. © Region Hannover

Equal Pay Day

Ein symbolisches Datum zur Veranschaulichung der Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen ist der jährliche Equal Pay Day. Dieser „Tag für gleiche Bezahlung“ zeigt an, bis zu welchem Tag Frauen kostenlos arbeiten, während Männer seit dem 1.1. für ihre Arbeit bezahlt werden. Frauen haben in 2015 rund 21 Prozent weniger als Männer verdient, umgerechnet haben sie in diesem Jahr 77 Tage – bis zum 18.03. – umsonst gearbeitet.

Das Team Gleichstellung der Region Hannover engagiert sich im Hannoverschen Aktionsbündnis für Niedersachsen.

Das Hannoversche Aktionsbündnis für Niedersachsen fordert bessere Vereinbarkeit für Familie und Beruf, finanzielle Aufwertung von (sogenannten) Frauenberufen und ein Rückkehrrecht von Teil- auf Vollzeit
GLEICHES ENTGELT FÜR GLEICHE UND GLEICHWERTIGE ARBEIT!

Das Team Gleichstellung der Region Hannover engagiert sich

  • um Einfluss auf Arbeitsmarktprogramme zu nehmen
  • um Gender Mainstreaming in Unternehmen zu implementieren
  • um Repräsentanz von Frauen in Entscheidungsgremien zu erhöhen
  • um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken