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Leibniz-Jahr 2016 in Hannover

2016 jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Leibniz. Das Jahr steht deshalb ganz im Zeichen des Universal­gelehrten.

Zahlen und Fakten

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TiHo

Fledermäuse erkennen Stimmen

Fledermäuse können ihre Artgenossen höchstwahrscheinlich an der Stimme unterscheiden – das haben Forscherinnen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) herausgefunden.

Für ihre Studie wählten die Forscherinnen Fledermäuse der Spezies Indischer Falscher Vampir (Megaderma lyra) aus – tagsüber sind diese laut TiHo "sehr sozialen Tiere" in Indien in großen Gruppen in Höhlen zu finden; nachts treffen sie sich häufig in kleinen Gruppen an sogenannten Nachthangplätzen.

Ausgeprägtes Sozialruf-Repertoir

Für die Kommunikation mit ihren Artgenossen haben die Feldermäuse laut TiHo ein ausgeprägtes Sozialruf-Repertoir. Die Forscherinnen nehmen an, dass sich die Tiere mithilfe individueller Kontaktrufe an den Nachthangplätzen zusammenfinden –  so konnten sie etwa beobachten, dass einzelne Fledermäuse Rufe ausstießen und daraufhin von Mitgliedern der eigenen Sozialgruppe aufgesucht wurden.

Zwei Gruppen von Fledermäusen

In der Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen zwei Gruppen von Fledermäusen, die aus unterschiedlichen Populationen stammten und getrennt gehalten wurden. Innerhalb der ersten Wochen konnten sie beobachten, wie die Tiere Körperkontakt aufnahmen. Die Forscherinnen isolierten daraufhin einzelne Fledermäuse aus ihrer Gruppe, um diese zum Rufen zu animieren und die Stimmen aufzuzeichnen.

Playback-Versuche

In Playback-Versuchen spielten sie die Rufe einzelnen Fledermäusen vor – sie stammten entweder von eigenen Körperkontaktpartnern, Nicht-Körperkontaktpartnern oder unbekannten Artgenossen der anderen Population. Daraufhin beobachteten die Wissenschaftler, in welcher Weise sich die Tiere zum Lautsprecher drehten.

Reaktion auf Kontaktrufe

Laut TiHo zeigte sich, dass spontan alle Fledermäuse mit einer Drehung zum Lautsprecher auf die Kontaktrufe reagierten – dabei machte es keinen Unterschied, von welchen Tieren die vorgespielten Rufe stammten. "Unter diesen Umständen zeigen die Fledermäuse keine klare Präferenz für Rufe von Körperkontaktpartnern. Offensichtlich haben Rufe von Artgenossen eine starke Wirkung auf diese sozialen Tiere, wenn sie vorübergehend isoliert werden", sagt Hanna Kastein vom TiHo-Institut für Zoologie.

Fledermäuse unterscheiden Stimmen

In einer Reihe weiterer Experimente spielten die Forscherinnen den Fledermäusen wiederholt Rufe eines bekannten Artgenossen vor – bis diese nicht mehr auf die Rufe reagierten. Danach wurde ein anderer Ruf der gleichen Fledermaus, der Ruf eines anderen Gruppenmitgliedes oder eines unbekannten Individuums präsentiert. Auch hier beurteilte Kastein das Verhalten der Fledermäuse anhand der Drehung zum Lautsprecher: Die Tiere reagierten viel stärker auf Rufe anderer Individuen als auf die Feldermaus-"Stimme", die sie bereits zuvor gehört hatten. "Dies beweist, dass die Fledermäuse die Stimmen unterscheiden. Weiterhin lassen die Resultate die individuelle Erkennung von Artgenossen vermuten", sagt Kastein.

Die Wissenschaftlerinnen haben ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Animal Cognition veröffentlicht (DOI 10.1007/s10071-013-0628-9).