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Leibniz-Jahr 2016 in Hannover

2016 jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Leibniz. Das Jahr steht deshalb ganz im Zeichen des Universal­gelehrten.

Zahlen und Fakten

Mehr als 45.000 Studierende lernen derzeit an Hannovers Hochschulen.

Forschung

Nervenimplantate aus Krabbenpanzern

Neuer Ansatz: Einem europäischen Wissenschaftlerteam ist es gelungen, künstliche Nervenleitschienen aus Krabbengehäusen herzustellen. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat das Forschungsprojekt koordiniert.

Zwei Frauen in weißen Kitteln © MHH / Kaiser

Professorin Kirsten Haastert-Talini (links) und Professorin Claudia Grothe arbeiten im Labor.

Bei Berufs-, Haushalts- und Freizeitunfällen treten häufig Nervenverletzungen auf, die laut MHH oft Lücken zwischen durchtrennten Nerven hinterlassen. Gewöhnlich überbrücken Chirurgen diese mit körpereigenen Nerven.

Künstliche Nervenleitschienen

Doch dadurch entstehen laut MHH neue Nervenverletzungen, und außerdem sei körpereigenes Ersatzmaterial nur begrenzt verfügbar. Künstliche Nervenleitschienen könnten hier Abhilfe schaffen – laut MHH war deren Therapieerfolg bisher jedoch nicht mit dem des körpereigenen Gewebeersatzes vergleichbar.

Europäisches Forscherteam

Einem von der MHH aus koordinierten europäischen Forscherteam namens BIOHYBRID Consortium ist es nun gelungen, solche künstlichen Schienen aus Krabbengehäusen herzustellen: In einem neuen Verfahren wird sogenanntes Chitosan, das vom Chitin aus Krabbengehäusen abstammt, verändert –  so weit, dass aus ihm Röhrchen erzeugt werden können.

Vergleich mit Standardtherapie

Die Wissenschaftler haben drei Chitosan-Varianten im Tiermodell mit der Standardtherapie verglichen. "Eine war hierbei besonders geeignet, die gewebliche und funktionelle Wiederherstellung verletzter peripherer Nerven in vergleichbarem Ausmaß zu unterstützen wie die Standardtherapie", sagt Professorin Claudia Grothe, Direktorin des Instituts für Neuroanatomie.

EU fördert weitere Forschung

Die Europäische Union fördert die weitere Forschung bis 2015 mit insgesamt 5,9 Millionen Euro. Die Forscher haben ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Biomaterials" veröffentlicht.