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An der Leine und der Bruchriede (5)

Uferböschung mit Abbruchkante

In Richtung Süden gehend führt der Spaziergang weiter zur Bruchriede. In einem Graben fließt sie durch landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet. Schließlich fließt sie durch Rethen, teils in einem Betonbett, dann wieder in einem naturnah gestalteten Bachbett und mündet hier unterhalb der Brücke in die Leine.

Die Leine entspringt aus mehreren Quellen im Städtchen Leinefelde (Eichsfeld). Sie ist ca. 281 km lang. Das heutige Tal der Leine entstand nach der Saale-Eiszeit (vor ca. 235.000 bis 125.000 Jahren). Die durch das Eis heran transportierten gewaltigen Geröllmassen hatten die alten Flusstäler verschüttet. Nachdem die Leine wieder nach Norden strömen konnte, grub sie sich durch die Gesteinsmassen und schuf ihr heutiges Flusstal. Dieses wird von markanten Terrassenkanten begrenzt. Die Kanten der Mittelterrassen sind noch deutlich bei Koldingen, Reden und Harkenbleck und weniger ausgeprägt bei Rethen, Grasdorf und Alt-Laatzen sichtbar. Die Leine weist im Bereich der Südlichen Leineaue nur mäßig veränderte Strukturen auf. Ihre Ufer sind zwar vielerorts zur Sicherung der Uferböschung ausgebaut worden. Allerdings zeigt die Leine noch einen gewundenen, mäandrierenden Verlauf mit Steilufern, Prall- und Gleithängen, sowie Gehölzsäumen und Auewaldresten.

In den Steilufern brüten Uferschwalbe und Eisvogel. Auch Insekten nutzen die Steilwände und graben ihre Gänge. Die durch Abbruch und Anschwemmung entstandenen Uferbänke sind Grenzlebensraum zwischen Land und Wasser. Sie werden von zahlreichen Wassertieren, wie Zuckmückenlarven oder Larven von Eintagsfliegen bewohnt. Das Flussbett der Leine ist im Strömungsbereich  überwiegend sandig und kiesig. An ruhigeren Stellen hat sich Lehm und Schlamm abgelagert. In diesem Flussabschnitt kommen Barben, Rotauge, Rotfeder, Zander, Barsch und Aal vor

Die naturnahen Uferabschnitte der Bruchriede sind streckenweise mit Schilf, Sumpfschwertlilien, Blutweiderich, Weiden und Schwarz-Erlen bestanden. Nicht selten dienen die schmalen Schilfstreifen Teichrohrsängern als Brutplatz. Schilfeulenraupen finden hier Nahrung. Die Schilfhalme werden von Insektenlarven als Schutzröhre genutzt.

In Mähwiesen und an Wegrainen kommt vereinzelt die Knollen-Platterbse vor. Sie ist eine niederliegende bis kletternde, mehrjährige Pflanze und liebt nährstoffreiche, kalkhaltige Lehmböden. An den Fiederblättern sitzen kleine Ranken. Ihre karminroten, etwa 16 mm langen Blüten erscheinen von Juni bis Juli. Sie hängen einseitig in Trauben und duften. Die Blüten werden von verschiedenen Bienenarten und Faltern besucht. Die Knollen-Platterbse wurde früher als Nutzpflanze angebaut. Ihre Wurzelknöllchen wurden wie Kartoffeln gekocht