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Berufsbild Bestattungsfachkraft

Der Tod ist ihr Geschäft. Seit 2003 gibt es in Deutschland einen Ausbildungsgang zur Bestattungsfachkraft.

Angehende Bestattungsfachkräfte an der BBS Springe

Bestattungsfachkräfte an der BBS Springe (v.l.n.r.): Ilon Laage (19), Svea Koschela (22), Henrik Busch (20)

Jedes Detail zählt: Svea Koschela (22) und Ilon Laage (19) präsentieren Sargbeschläge

Der Tod ist ihr Geschäft: Die Tätigkeit des Bestatters ist ein Traditionsberuf, der auch heutzutage oftmals noch von Eltern an ihre Kinder weiter gegeben wird. Seit 2003 gibt es in Deutschland einen Ausbildungsgang zur Bestattungsfachkraft. Unterrichtet wird an vier Standorten, unter anderem an der Berufsschule der Region Hannover in Springe. Ausbildungsbetriebe sind Bestattungsinstitute, Friedhofsverwaltungen und Friedhöfe.

In Springe treffen sich die angehenden Bestattungsfachkräfte aus dem gesamten nordostdeutschen Raum viermal pro Jahr. Dann büffeln sie drei Wochen am Stück Friedhofspflege, Buchführung, Rechnungslegung, Marketing und Kalkulation. Dieser kaufmännische Teil der Ausbildung ist nicht zu unterschätzen, auch wenn der Beruf dem Handwerk zugeordnet wird. Offiziell ist kein besonderer Schulabschluss notwendig, doch die Schüler der aktuellen Abschlussklasse in Springe sind sich darüber einig, dass mindestens ein Realschulabschluss notwendig sei. Der praktische Teil der Ausbildung wird in den Betrieben erlernt. Dazu gehören Bergung, Versorgung und Einbettung der Verstorbenen. Weitere Ausbildungsinhalte, etwa Beratungsgespräche mit Hinterbliebenen und Trauerpsychologie, werden in zwei überbetrieblichen Schulungen in Münnerstadt (Nordbayern) vermittelt. Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft vereint also handwerkliche, kaufmännische und soziale Elemente.

Henrik Busch (20) wird im Familienbetrieb seiner Eltern ausgebildet und weiß, dass der Bestatterberuf Belastbarkeit und Flexibilität voraussetzt. „Oft kommen mehrere Fälle auf einmal, da muss man den Überblick behalten und seine Arbeit selbstständig organisieren. In unserem Betrieb ist es üblich, dass ein Bestatter einen Todesfall von A bis Z betreut.“ Das ist keineswegs die Regel. Gerade in größeren Unternehmen sind die einzelnen Aspekte einer Bestattung meist auf verschiedene Abteilungen aufgeteilt. „Das hat den Vorteil, dass man viele verschiedene Bereiche kennen lernt“, meint Ilon Laage (22) aus Bremen, „aber den Nachteil, dass man einen Bestattungsvorgang niemals vollständig mitbekommt.“ Was alle angehenden Bestatter lernen müssen, ist der Umgang mit Toten und die professionelle Distanz zum Tod. Ein Praktikum vor der Ausbildung kann hilfreich sein um festzustellen, ob man sich dem gewappnet fühlt.

Nach der Ausbildung sind Fortbildungen zum Geprüften Bestatter und zum Bestattungsmeister (Funeralmaster) möglich. Eine Spezialisierung besteht in der Fortbildung zum Thanatopraktiker, der Leichname konserviert oder einbalsamiert. Das Einstiegsgehalt für Berufsanfänger liegt etwa bei 1.800 Euro brutto.