Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Landeshauptstadt Hannover

Jugend- und Konflikthilfe im Strafverfahren

Die Jugend- und Konflikthilfe im Strafverfahren umfasst die beiden Aufgabengebiete des Täter-Opfer-Ausgleiches und der Jugendhilfe im Strafverfahren.

Jugendlicher mit gesenktem Kopf © Landeshauptstadt Hannover (Quelle: Mev-Verlag)

Wenn Jugendliche strafffällig werden

Im jugendgerichtlichen Strafverfahren sowie in Ordnungswidrigkeitsverfahren werden junge Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren und deren Angehörige beraten, begleitet und unterstützt.

Des Weiteren nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Jugendschöffenwahl die Bewerbungen entgegen und erstellen den Bewerberspiegel.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind staatlich anerkannte Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen bzw. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit entsprechenden Zusatzausbildungen.

Jugendhilfe im Strafverfahren

Die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen während eines laufenden Ermittlungs- bzw. Strafverfahrens ist ein Schwerpunkt der Arbeit. Im Vordergrund stehen nicht der Tatvorwurf, sondern die jeweilige individuelle Lebenssituation: Was hat zu dem Verhaltens des jungen Menschen geführt und wie können individuelle Bewältigungs- und Lösungsmöglichkeiten aussehen.

Der Bericht in der Gerichtsverhandlung bezieht sich auf die

  • persönlichen Lebensumstände,
  • erzieherischen, sozialen und fürsorglichen Gesichtspunkte,
  • erarbeiteten Bewältigungs- und Lösungsmöglichkeiten und
  • gegebenenfalls zu ergreifenden Maßnahmen.

Nach dem Verfahren werden die Weisungen und Auflagen überwacht, die von der Staatsanwaltschaft oder von dem Gericht erteilten worden sind. Bei Bedarf, werden die jungen Menschen und deren Angehörigen auch nach dem Verfahren beraten.

Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)

Der Täter-Opfer-Ausgleich bietet die Möglichkeit einer außergerichtlichen Konfliktschlichtung im Rahmen des Jugendstrafverfahrens. Die Zuweisung erfolgt in der Regel durch die Justiz und ist zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens möglich. Auch die Polizei und die Beteiligten selbst können ein solches Verfahren anregen.

Der Täter-Opfer-Ausgleich trägt dazu bei, dass Konflikte und Schädigungen in einer freiwilligen Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten weitgehend selbst geregelt werden und ein einvernehmlicher Ausgleich gefunden wird, ohne dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommt.

Im Gegensatz zum üblichen Strafverfahren bietet ein Täter-Opfer-Ausgleich für Geschädigte die Möglichkeit Fragen zu stellen, ihren Ärger loszuwerden sowie Interessen an Wiedergutmachung zum Ausdruck zu bringen. Täter erhalten die Gelegenheit, sich mit den Folgen der Tat auseinanderzusetzen und soweit wie möglich zu ihrer Klärung und Wiedergutmachung beizutragen und Verantwortung zu übernehmen.

Um den Ausgleich zu erleichtern, begleitet eine neutrale Vermittlerin oder ein Vermittler die Gespräche und unterstützt beide Seiten in ihren Bemühungen. Die Vermittlerinnen/Der Vermittler sind ausgebildete Mediatoren.