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Üstra

Die Geschichte der Straßenbahn in Hannover

Die Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG, kurz Üstra, ist 2017 125 Jahre alt geworden – Zeit für eine kleine Chronik.

Ein kurzer Blick auf die Geschichte der Üstra

  • 1872 Die erste Pferdebahnlinie pendelt seit dem 16. September schienengebunden zwischen Steintor und dem Döhrener Turm.
  • 1892 Der Magistrat der Stadt Hannover ordnet einen Zusammenschluss der drei vorhandenen Verkehrsgesellschaften an. Aus diesem Grund am 22. Juni wird die "Straßenbahn Hannover Aktiengesellschaft" gegründet.
  • 1893 Die für die Elektrifizierung benötigte Energie erzeugt die Straßenbahn Hannover selbst. Auf dem Betriebsgelände Glocksee entsteht ein erstes Dampfkraftwerk. Weitere Kraftwerke folgen in Rethen, Vahrenwald, Sehnde und Buchholz. Am 19. Mai beginnt die Umstellung auf einen elektrischen Betrieb mit Oberleitungen.

1897: Ende der Pferdebahnen

  • 1897 Alle Straßenbahnlinien werden elektrisch betrieben; die Zeit der Pferdebahnen ist beendet.
  • 1898 – 1901 Ein Schienennetz in das Umland Hannovers wird aufgebaut. Die Außenstrecken führen die Straßenbahn nach Gehrden, Barsinghausen, Großburgwedel, Sehnde, Haimar, Hildesheim und Pattensen.
  • 1899 Der am 1. Januar beginnende Güterverkehr der Straßenbahn Hannover entwickelt sich zum größten seiner Art in Deutschland.
  • 1903 Am 20. November wird die Oberleitung in Hannovers Innenstadt in Betrieb genommen. Dies beendet den Akkumulatorenbetrieb.
  • 1914 Nach der deutschen Kriegserklärung am 3. August stellt die Straßenbahn Hannover 100 Schaffnerinnen ein, da viele männliche Mitarbeiter vom Militär eingezogen werden.

1921: Entstehung des Names Üstra

  • 1921 Die Straßenbahn Hannover bekommt einen neuen Namen: "Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG", kurz Üstra. Der Begriff Überlandwerke stammt vom Betriebszweig der Stromerzeugung. Rund 280 Ortschaften um Hannover und einige Industriegebiete in der Stadt werden mit Üstra-Strom versorgt.
  • 1925 Im September werden die ersten Omnibuslinien eröffnet.
  • 1929 Die neue Hannoversche Stromversorgungs-AG, gegründet von der PreussenElektra, wird durch den Zusammenschluss mit den Überlandwerken Braunschweig zur Hastra. Die Straßenbahn Hannover gibt den Betriebszweig zur Stromerzeugung (die Überlandwerke) am 1. Januar an die Hastra ab.
  • 1933 Am 30. Januar wird Adolf Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum deutschen Reichskanzler ernannt. Innerhalb weniger Monate beseitigt sein Regime die Demokratie und den Rechtsstaat in Deutschland. Auch die Üstra wird gleichgeschaltet, die Arbeitnehmer ihrer Rechte beraubt.

1936: Beginn der Maschseeschifffahrt

  • 1936 Am Himmelfahrtstag, dem 21. Mai, wird der künstlich angelegte Maschsee den Bürgern übergeben. Auf dem See betreibt die Üstra Fahrgastschifffahrt mit elektrisch angetriebenen Booten.
  • 1938 Die Üstra beschäftigt erstmals Zwangsarbeiter. Bis zum Kriegsende 1945 werden bis zu 780 Zwangsarbeiter aus ganz Europa nach Hannover verschleppt und bei der Üstra eingesetzt.
  • 1942 Im März werden Juden aus dem Regierungsbezirk Hildesheim mit Sonderwagen der Straßenbahn Hannover zur Israelischen Gartenbauschule nach Ahlem gebracht. Von diesem Sammellager aus organisiert die Gestapo Transporte in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager.
  • 1943 In den frühen Morgenstunden des 9. Oktobers findet in Hannover der schwerste Bombenangriff des Zweiten Weltkriegs statt, bei dem 1.245 Menschen sterben und 250.000 obdachlos werden. Das Stadtzentrum ist zu großen Teilen zerstört. Der Verkehr der Üstra kommt fast vollständig zum Erliegen.

1945: Folgen des zweiten Weltkriegs

  • 1945 Am 10. April ist für die Hannoveraner der Krieg beendet. In den frühen Morgenstunden beginnt der Einmarsch der Amerikaner und am Vormittag wird das Neue Rathaus besetzt. Die Kriegsbilanz für den öffentlichen Nahverkehr: 350 Bombentreffer auf Üstra-Anlagen, nur noch etwa 200 Fahrzeuge sind einsetzbar. Im 158 Kilometer langen Gleisnetz gibt es 150 Brüche und Bombentrichter, Die Oberleitung ist an vielen Stellen heruntergerissen. Der erste nach dem Krieg fahrende Straßenbahnzug transportiert am 27. April Kohle von Barsinghausen nach Hannover. Am 30. Mai wird auf der gleichen Strecke der Personenverkehr wieder aufgenommen. Soldaten der Besatzungstruppen haben mit den Verkehrsmitteln der Üstra freie Fahrt.
  • 1950 Am 2. Mai wird die neu gebaute Messelinie eingeweiht. Die 3,1 Kilometer lange Strecke, einschließlich der Brücke über die Bundesbahnstrecke, wird in neun Wochen fertig gestellt.
  • 1958 Die Straßenbahn Hannover fährt ab 26. Mai nicht mehr bis Hildesheim. Die "Rote 11" wird ab Sarstedt durch Busse ersetzt.
  • 1961 Am 3. Juli fährt die Straßenbahn zum letzten Mal nach Gehrden. Damit wird auch die letzte der alten Außenstrecken auf Busbetrieb umgestellt.
  • 1963 Im Oktober bezieht die Üstra am Hohen Ufer ihr neues Gebäude für die Hauptverwaltung. Architekt Dieter Oestelen hat das Bauwerk entworfen.
  • 1964 Durch Fahrscheinentwerter und Türöffnung auf Knopfdruck können die Straßenbahnen jetzt ohne Schaffner fahren.

1965: Beginn des U-Bahnbaus

  • 1965 Am 23. Juni beschließt der Rat der Stadt Hannover den Bau einer U-Bahn. Am 16. November beginnt am Waterlooplatz der Bau.
  • 1969 Die am 7. Juni beginnenden Proteste gegen eine Fahrpreiserhöhung wachsen zur "Aktion Roter Punkt" an. Der Straßenbahnverkehr der Üstra ist vom 12. bis 17. Juni komplett lahmgelegt. Die Demonstranten organisieren einen Ersatzverkehr mit Autos. Der Rat der Stadt Hannover beschließt am 17. Juni die Rücknahme der Fahrpreiserhöhung und die Übernahme der Verkehrsbetriebe durch die öffentliche Hand.

1970: Gründungs des GVH

  • 1970 Am 4. März wird der Großraum-Verkehr Hannover (GVH) gegründet.Der 1962 gegründete Großraumverband Hannover erwirbt am 15. Juli von der PreussenElektra die Aktienmehrheit der Üstra.
  • 1971 Die neue Holdinggesellschaft für die Stadtwerke und die Üstra ist ab 1. Januar die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover mbh.

1975: Eröffnung der ersten Stadtbahnstrecke

  • 1975 Am 26. September wird die erste Stadtbahnstrecke eröffnet und das Teilstück von Oberricklingen bis zum Hauptbahnhof in Betrieb genommen.
  • 1979 Die Stadtbahnstrecke B-Nord fährt ab dem 27. Mai durch den Tunnel von Vahrenwald zum Hauptbahnhof. Erstmals gibt es Hochbahnsteige an einer oberirdischen Strecke. Am 29. September fährt die letzte Bahn über den Kröpcke. 107 Jahre nach der ersten Pferdebahn verläuft der Stadtbahnverkehr in Hannovers Mitte nun unter der Erde.
  • 1982 Die Stadtbahnen der Strecke B-Süd befahren die Strecke ab dem 26. September komplett.
  • 1985 Die Stadtbahnstrecke C-West von Steintor bis Stöcken wird am 2. Juni in Betrieb genommen.
  • 1988 Für den Tunnelbau der Stadtbahnstrecke C-Nord wird am 3. März bei der Christuskirche der Grundstein gelegt.
  • 1991 Die Stadtbahnstrecke C-Ost wird am 24. September eröffnet. Die Bahnen nach Kirchrode und Roderbruch fahren nun im Innenstadtbereich durch Tunnel.
  • 1992 Das Museum August Kestner zeigt in der Ausstellung "Busstops – Internationales Design-Projekt" Entwürfe der von renommierten Designern gestalteten Haltestellen.
  • 1993 Die Stadtbahnstrecke C-Nord wird am 26. September eingeweiht. Der Tunnelabschnitt zwischen Langer Laube und Christuskirche wurde in Spritzbetonbauweise gebaut.

1996: Start des Fahrgastfernsehens

  • 1996 Am 1. März startet das Fahrgastfernsehens mit Großbildschirmen in den Stationen Kröpcke, Hauptbahnhof und Steintor. Die Stadtbahnstrecke nach Garbsen ist fertig; seit 29. September fahren die Bahnen bis in die Nachbarstadt.
  • 1997 Premiere zum Auftakt der Hannover Messe: Ministerpräsident Gerhard Schröder enthüllt den ersten von Jasper Morrison und Herbert Lindinger gestalteten und vom Konsortium LHB/Siemens gebauten Stadtbahnwagen des Typs TW 2000.
  • 1999 Anlässlich der Expo wird die Haltestelle am Kröpcke renoviert und mit Aufzügen versehen. Der italienische Designer Massimo Iosa Ghini gestaltet den Raum mit einem 12.000 Quadratmeter großen Glasmosaik.
  • 2000 Am 19. Februar können alle 14 Haltestellen der neuen Stadtbahnstrecke D-Süd von der Freundallee bis zur Expo-Plaza befahren werden. Die Expo 2000 ist am 31. Oktober vorbei. Über acht Millionen Besucher haben in der Zeit der Weltausstellung die Verkehrsverbindungen der Üstra genutzt.
  • 2002 Mit der Verlängerung der Stadtbahnlinie 5 bis nach Anderten wächst das Streckennetz am 15. Dezember um 1.181m auf 116,6 km.
  • 2004 Die ersten Bilder ihrer Videoaufnahmen in den Stadtbahnstationen der Üstra werden am 24. Juni anlassbezogen aufgezeichnet. Anfang November startet der GVH mit Hannovermobil ein neues Angebot: Das klassische GVH-Angebot wird mit einer Palette von Mobilitätsleistungen (z. B. Carsharing) kombiniert.
  • 2005 Vom 25. bis 29. Mai befördert die Üstra rund 750.000 zusätzliche Fahrgäste während des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentages.
  • 2006 Während der Fußball-WM vom 9. Juni bis 9. Juli fahren 302.000 zusätzliche Fahrgäste zu den Spielen oder zum Fanfest am Waterlooplatz und zurück. Ein besonderer Hingucker sind dabei die eigens zur Weltmeisterschaft gestalteten Üstra-WM-Bahnen. Am 11. Juni sind die Bauarbeiten für das Stadtbahnnetz bis Altwarmbüchen abgeschlossen. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit fährt die Linie 3 künftig zwischen Wettbergen und Altwarmbüchen. Das Streckennetz ist um 4,6 km gewachsen.

2008: Test von Hybridbussen

  • 2008 Die Region Hannover und die Üstra schließen am 29. Mai den Partnerschaftsvertrag "vitale Üstra 2020"“ ab und schaffen so den Rahmen für die Direktvergabe der Leistungen des öffentlichen Personennahverkehrs an die Üstra. Im Gegenzug verpflichtet sich die Üstra zu einer marktfähigen Kostenstruktur, zur Einhaltung des Wirtschaftsplans und zum Erreichen einer hohen Kundenzufriedenheit. Die Üstra setzt ab dem 14. Juli einen Hybridbus auf der Linie 121 ein und testet für ein Jahr Hybridtechnik. Der Hybridbus wird von zwei Elektromotoren und einem herkömmlichen Dieselmotor angetrieben.
  • 2011 Am 18. September steigt die Üstra mit zehn Hybridbussen in den dieselelektrischen Nahverkehr ein. Die Busse, hergestellt vom polnischen Unternehmen Solaris, werden auf einem Südstadtfest präsentiert. Die Hybridbusse fahren auf der Linie 121 von der Haltenhoffstraße über den Hauptbahnhof zum Altenbekener Damm.

2014: Vorstellung des TW 3000

  • 2014 Am 7. März präsentiert die Üstra die neue Stadtbahn TW 3000 auf dem Betriebshof Glocksee. Am darauffolgenden Wochenende nutzen rund 7.000 Hannoveraner die Gelegenheit zu kostenlosen Schnupperfahrten und testen die neue Bahn.
  • 2015 Seit Anfang des Jahres fahren die Stadtbahnen der Üstra mit 100 Prozent emissionsfreiem Strom aus regenerativen Energiequellen von Enercity. Auch beim Bus geht die Reduzierung von CO2 voran. Sieben Hybrid-Gelenkbusse kommen im Januar, im September folgen 26 Solobusse von MAN, die vor allem auf der Linie 100 / 200 fahren. Am 25. September 2015 vergibt die Region Hannover als zuständige Aufgabenträgerin die Stadtbahn- und Busverkehrsleistungen für mindestens 22,5 Jahre an die Üstra mit einem bis zum Jahr 2038 laufenden sogenannten Öffentlichen Dienstleistungsauftrag (ÖDA). Ab September sorgt die Arbeitgeberkampagne "Üstra rockt" bundesweit für Schlagzeilen. Um für mehr Frauen als Mitarbeiterinnen, vor allem im Fahrdienst und in den technischen Berufen, zu werben, tragen 10 Bus- und Stadtbahnfahrer einen Männerrock als Dienstkleidung.
  • 2016 Anfang April startet ein Testbetrieb mit drei Elektrobussen. Auf dem August-Holweg-Platz in Ricklingen wird zusammen mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks der Start der Üstra-Busse in die Elektromobilität gefeiert. Die Üstra steigert ihre Fahrgastzahlen auf knapp 170 Millionen

(Quelle: Üstra)