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Markthalle Hannover

1970 gab es 50 Fleischerstände in der Markthalle Hannover

Von den rund 100 Verkaufsständen in der „Neuen Halle" gehörte zu Beginn der 1970er-Jahre jeder zweite zu einer Fleischerei.

Zehn Jahre zuvor waren es sogar noch mehr

Als ihr Vater Herrmann Klemme Anfang der 1960er Jahre in der Markthalle am Stand der Fleischerei Niemeyer gearbeitet hat, waren es sogar noch 68 Stände, erzählt die 54jährige Fleischermeisterin Karen Klemme, die heute einen eigenen Stand in der Markthalle betreibt. Kein Wunder, denn der hannoversche Architekt Erwin Töllner hatte seinen Entwurf so gestaltet, dass es im schlichten Beton- und Stahlbau mit der großen Glasfront zur Karmarschstraße sogar einen eigenen Schlachtraum für die Markthallen-Fleischer und einen Extraraum für die Fleischkontrolleure gab.

Am 11. Juni 1966 haben Sigrid und Herrmann Klemme dann ihren eigenen Stand eröffnet – dort, wo der Stand von Karen Klemme auch heute noch zu finden ist. Zu dieser Zeit nahm der elterliche Verkaufsstand allerdings nur die linke Hälfte von der aktuellen Größe ein, rechts davon befand sich damals ein Stand für Eier und Geflügel und daneben das Marktgeschäft der Landfleischerei Gustav Sievers. Nur wenige Jahre später existierten in der Markthalle Hannover "nur" noch 50 Fleischereistände.

Von so vielen sind nur wenige geblieben

Heute gibt es ganze zwei Fleischereien in der Markthalle: "Wurst Basar" und der Stand von Karen Klemme, den sie am 1. Juni 2002 von ihren Eltern übernommen hat. "Die vielen Landfleischereien, die in der Markthalle Hannover ihre Stände hatten, gibt es alle nicht mehr", sagt Karen Klemme. "Den Familienbetrieben fehlten einfach Nachfolger. Und dann kamen weitere Schwierigkeiten hinzu: gesetzliche Bestimmungen, Dokumentationspflichten und behördliche Auflagen, die für die Alteingesessenen oder die älteren Menschen ja auch nicht immer leicht zu bewältigen waren. Später kam dann die Zeit, in der das Studium für die jungen Leute wichtiger war als eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb. Nicht zu vergessen der sprunghafte Anstieg der Mieten Ende der Neunziger Jahre. All das waren wohl die hauptsächlichen Gründe, warum so viele Fleischerfachgeschäfte in der Stadt und auch hier in der Markthalle früher oder später aufgeben mussten. Dieser Beruf ist ungeheuer arbeitsintensiv: Mein Tag fängt um 5 Uhr in der Früh an und endet meist um 9 Uhr abends. Und trotzdem macht er mir noch immer einen Riesenspaß!"