200 Jahre Gaslaternen zur Straßenbeleuchtung - Hannover.de

Jubiläen 2026

200 Jahre Gaslaternen zur Straßenbeleuchtung

2025 feierte der kommunale Energieversorger Enercity sein 200-jähriges Bestehen – und verriet in einem Jubiläumsbeitrag, wie man schon ein Jahr nach der Gründung Pioniergeist bewies: Als erste Stadt Kontinentaleuropas setzte Hannover 1826 auf Leuchtgas für die Straßenbeleuchtung.

Dieser Online-Beitrag des Unternehmens fasst das Geschehen anschaulich zusammen:

„Als am 12. August 1826 über Hannover die Dämmerung hereinbrach, wurde die heutige Altstadt in ein warmes, honiggelbes Licht gehüllt: In noch nicht dagewesener Form erhellten mit Gas betriebene Straßenlaternen die Gassen der Stadt an der Leine – die ersten ihrer Art auf dem europäischen Festland. Nur in London war man zu dieser Zeit noch fortschrittlicher und früher dran als im Königreich Hannover. Für die Menschen bedeutete die wundersame Straßenbeleuchtung, die sich durch ihre charakteristischen dreizackigen Flämmchen auszeichnete, ein neues Lebensgefühl im öffentlichen Raum: Die innovative Technik verschönerte die Straßen und Plätze und sorgte bei der Bevölkerung für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl. Galt doch Hannover in den späten Abendstunden, mit seinen düsteren Winkeln und kriminellen Nachtwandlern, nicht unbedingt als Wohlfühloase. Gaslaternen versprühten nun romantisches Flair über Hannover – und steigerten zudem das positive Image der königlichen Residenzstadt.

Dass Vitamin B auch früher ein entscheidender Erfolgsfaktor sein konnte, bewiesen die engen Beziehungen Hannovers zum Britischen Königshaus: Das Königreich Hannover und das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland bildeten zwischen 1714 und 1837 eine Personalunion. Während dieser Zeitspanne wurden die beiden unabhängigen Staaten von einem und demselben König regiert. Dass in Hannover an jenem Augustabend 1826 Lichter aus Leuchtgas aufgingen, kam nicht von ungefähr: Es war der Geburtstag des damaligen Königs Georg IV. Ohne sein majestätisches Wohlwollen wären auch nicht die Voraussetzungen für die gasbetriebene Straßenbeleuchtung geschaffen – die nötige Infrastruktur und der Bau einer innovativen Gasanstalt.

[...]

Die Umstellung auf elektrische Straßenlaternen in Hannover begann im Jahr 1883. Aber erst 100 Jahre später ging dem Gas dann vollends die Puste aus: In der Nedderfeldstraße im Stadtteil Linden-Nord wurde die letzte Gaslaterne ihrer Art abgeschaltet."

Abbau der letzte Gaslaterne in der Nedderfeldstraße im Jahr 1983.

 

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