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Glossar

Warum und wie Hannover den 1. Mai feiert

Tanz in den Mai, Tag der Arbeit und Maikäfer-Treffen: Warum ist der 1. Mai ein so besonderes Datum? Und wie feiert Hannover diesen Frühlingstag? Unser Glossar enthält alles, was man über den Maifeiertag wissen sollte.

Der Maifeiertag ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland und findet immer am 1. Mai statt. Arbeiter- und Gewerkschaftsverbände erinnern an diesem Tag an die Anfänge der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert. Zudem feiern die Menschen den Beginn des Frühlings.

Wie der Tag der Arbeit zu seinem Namen kam

Für den Maifeiertag gibt es verschiedene Namen. 1889 rief die Zweite sozialistische Internationale ihn auf ihrem Gründungskongress in Paris als Kampftag der Arbeiterklasse aus. Heutzutage wird er vor diesem Hintergrund Tag der Arbeit bzw. Tag der Arbeiterbewegung genannt. Wer es noch kürzer mag, nennt ihn einfach den Ersten Mai.

Geschichte
Die Geschichte des Maifeiertags geht zurück auf die "Haymarket Affair" im Jahre 1886, bei der es während einer Streik-Kundgebung in Chicago zu Ausschreitungen kam. Die Streikenden wollten damals den Achtstundentag durchsetzen. In Erinnerung an diese Ereignisse erklärte die Zweite Internationale den 1. Mai drei Jahre später zu ihrem offiziellen Gedenk- und Feiertag. In Deutschland wurde der 1. Mai 1919 zum gesetzlichen Feiertag erklärt – allerdings zunächst nur für ein Jahr. Erst 1933 wurde er schließlich als gesetzlicher Feiertag dauerhaft eingeführt.

Mai-Demo, Mai-Kundgebung und Mai-Nelke: Der politische Erste Mai in Hannover

Gewerkschaften in Hannover und anderen Städten weltweit nutzen den 1. Mai für Protestzüge und öffentliche Kundgebungen. Vielerorts nehmen auch Politiker und Politikerinnen daran teil. In Hannover führt die Demonstration seit 2014 bis auf den Trammplatz vor das Neue Rathaus, auf dem anschließend die Reden gehalten werden. Mit Live-Musik, Bratwurst und einem bunten Programm für die Kleinen feiern die Hannoveraner anschließend den Frühlingsbeginn.

Mai-Nelke gilt nicht mehr als Fahrausweis

Die rote Nelke ist ein Symbol der Arbeiterbewegung und taucht weltweit im Logo von sozialistischen Parteien auf. Lange existierte eine Kooperation zwischen dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Region Niedersachsen-Mitte und dem Großraum-Verkehr Hannover (GVH) zum "Tag der Arbeit". Demnach galten für die Kundgebung am 1. Mai auf dem Trammplatz in Hannover die vom DGB ausgegebenen "1. Mai-Nelken" bzw. "1. Mai-Pins" ganztägig als Fahrausweis in allen Bussen und Bahnen (2. Wagenklasse) der Verbundpartner (üstra, regiobus, DB, metronom, erixx und WestfalenBahn) im gesamten Tarifgebiet des GVH. Im Jahr 2017 werden die DGB-Blumen erstmals nicht mehr als Üstra-Ticket gelten.

Maibowle, Maibaum und Walpurgisnacht: So feiert Hannover in den Ersten Mai

In der Nacht zum 1. Mai finden in Hannover und der Region vielerorts Partys und Tanzveranstaltungen unter dem Motto „Tanz in den Mai“ statt. Einige Gemeinden – darunter Wunstorf – laden darüber hinaus am 1. Mai zum traditionellen Maifest ein. Südlich von Hannover im Harz feiern die Menschen als Hexen und Teufel verkleidet die „Walpurgisnacht“, die rund 100.000 Menschen jährlich anzieht. In der Region Hannover findet im Wisentgehege in Springe das Walpurgisfest statt. Traditionell werden zu diesen Feierlichkeiten Maibock – ein helles Starkbier – und Maibowle, die ihren besonderen Geschmack durch Waldmeister erhält, ausgeschenkt. An zentralen Plätzen findet man zwischen den für die Feiernden aufgestellten Bänke und Tische oft die mit bunten Bändern verzierten Maibäume.

Maikäfer-Treffen, Maibaumexpress und Radrennen: Am Ersten Mai geht's in Hannover rund

Maibaumexpress, Radrennen am Lindener Berg und Maikäfer-Treffen: Neben den üblichen Mai-Bräuchen haben sich in Hannover ganz besondere Traditionen entwickelt, die vor allem für ordentlich Bewegung an der frischen Luft sorgen.

Maikäfer-Treffen
Was 1983 als kleiner Ersatzteilemarkt in Altwarmbüchen begann, hat sich mittlerweile zu einem der weltweit größten Käfer-Treffen gemausert. Auf dem Messeparkplatz Ost am Kronsberg treffen sich alljährlich am 1. Mai mehr als 15.000 Fans des VW-Klassikers.

Maibaumexpress
Straßenbahnliebhaber kommen am 1. Mai ebenfalls auf ihre Kosten, denn dann verkehrt der traditionelle Maibaumexpress zwischen Laatzen und Sarstedt. Dieser besteht aus vier historischen Straßenbahnen aus den Jahren 1927 bis 1962 sowie verschiedenen Wagen aus aus den zwanziger, fünfziger und siebziger Jahren. Mehr Infos zum Maibaumexpress befinden sich hier.

Radrennen am Lindener Berg
Traditionell lädt der Radsportverein Concordia am 1. Mai zum Klassikerrennen auf den Lindener Berg ein. Das Rennen führt über 40 Runden mit je zwei Kilometer Länge. Die Herausforderung liegt dabei in der kurzen, steilen Steigung, die bis auf die etwa 35 Meter erhöhte Spitze des Lindener Wahrzeichens führt. Dem Gewinner des Radrennens winkt der Lindener Bergpreis.

Maibräuche in der Region Hannover

Zu den Mai-Feierlichkeiten stellen die Menschen vielerorts an zentraler Stelle einen Maibaum – einen schlanken, mit bunten Bändern und einem geflochtenen Kranz verzierter Baumstamm – auf. Manchmal werden zusätzlich auch Stadt- und Zunftwappen daran befestigt. Wer den Maibaum nicht gut genug bewacht, muss damit rechnen, dass dieser im Vorfeld der Feierlichkeiten gestohlen wird und anschließend wieder ausgelöst werden muss. Maibäume sieht man auch in zahlreichen Biergärten in Hannover und der Region. Daneben bringen junge Männer in der Nacht zum 1. Mai traditionell kleinere Maibäume an den Wohnorten ihrer Liebsten an. In Hannover und der Region ist dieser Brauch auch zu Pfingsten – als Pfingstbaumsetzen – bekannt.

Schon gewusst? Mairegen ...

Ein bekanntes Sprichwort lautet: "Mairegen macht schön". Woran genau das liegen soll, ist allerdings nicht überliefert. In der Natur sorgt der Regen für blühende Landschaften und Aussichten auf eine gute Ernte. Deshalb wird der Mairegen auch in diversen Bauernregeln gelobt. So heißt es beispielsweise "Mairegen bringt Segen", "Regen im Mai bringt Wohlstand und Heu" oder aber "Mai ohne Regen, fehlt's allerwegen". Der niedersächsische Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) widmete dem Mairegen sogar ein eigenes Gedicht:

Mairegen 

Solltest doch lieber ins Häuschen gehn! Wirst ja am Ende ganz naß.
Wozu doch willst du im Regen stehn?
Sag', wozu nützet dir das? 
"Mairegen macht, daß man größer wird:
Größer doch möcht' ich gern sein.
Wär' ich, o Mütterchen, groß genug,
Ging ich gewiß nicht hinein."