Demokratie.Bildung.Erinnerung. - Hannover.de

Wissenschaftliche Tagung

Demokratie.Bildung.Erinnerung.

Am 28. und 29. Mai 2026 fand eine Tagung zur Demokratiebildung anlässlich des 5-jährigen Bestehens des ZeitZentrums Zivilcourage statt. Diese wurde in Kooperation mit dem Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität Hannover sowie dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung der Universität Hildesheim organisiert.

Tagung Demokratie.Bildung.Erinnerung.

Am 28. und 29. Mai 2026 fand anlässlich des 5-jährigen Bestehens des ZeitZentrums Zivilcourage eine Tagung zur Demokratiebildung statt. In Kooperation mit dem Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität Hannover sowie dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung der Universität Hildesheim versammelten sich Fachleute, um zentrale Fragen der Demokratiebildung zu erörtern.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Demokratiebildung zu einem zentralen Thema in pädagogischen und politischen Debatten entwickelt. Dennoch bleibt der Begriff oft vage und konzeptionell undeutlich. Angesichts zunehmender menschenfeindlicher Strömungen in Deutschland und weltweit wird die Rolle der Bildung für Demokratie immer wichtiger. Daher sind Gedenkstätten und Einrichtungen der historisch-politischen Bildung zunehmend gefordert, ihre Angebote gezielt auf Demokratiebildung auszurichten.

Die Tagung befasste sich mit wesentlichen Fragen: Was bedeutet Demokratiebildung? Handelt es sich um einen modischen Begriff oder bietet er echte Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen? Welche Ziele, Konzepte und Aufgaben sind mit Demokratiebildung verbunden? Wer sind die Akteur*innen, und wie verhält sich der Anspruch der Demokratiebildung zur historisch-politischen Bildung?

Im Mittelpunkt der Diskussion standen verschiedene Dimensionen von Ungleichheit wie Rassismus, Antisemitismus, Anti-Feminismus, Queerfeindlichkeit und Ableismus. Auch die aktuellen Herausforderungen des Rechtsradikalismus und die Möglichkeiten der Digitalisierung wurden behandelt. Dabei wurden sowohl wissenschaftliche Debatten als auch praktische Bildungsprojekte beleuchtet.

 

Programm am Donnerstag, 28. Mai 2026

12:00 Uhr   Ankommen

 

13:00 Uhr   Tagungsbeginn

Begrüßung

Wiebke Hiemesch (ZeitZentrum Zivilcourage & Lehr- und Forschungsschwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung, Universität Hildesheim)

Wolfgang Beutel (Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover)

Meike S. Baader (Lehr- und Forschungsschwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung, Universität Hildesheim)

 

13:30 Uhr   Was ist Demokratiebildung? Aktuelle und historische Perspektiven auf einen Begriff in Konjunktur

Moderation: Jolin Diekmann (ZeitZentrum Zivilcourage)

Wolfgang Beutel (Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover): Demokratie. Bildung. Erinnerung. Herausforderungen für die historisch-politische Bildung heute

Tim Schanetzky (Kulturwissenschaftliches Institut Essen/Universität Freiburg): Erwartungen an die Demokratiebildung: Historische Perspektiven

Meike S. Baader (Lehr- und Forschungsschwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung, Universität Hildesheim): Angriffe auf Demokratiebildung und demokratische Bildung 

 

15:30 Uhr   Pause

 

Dimensionen von Ungleichheit

16:00 Uhr   Rassismuskritik und Demokratiebildung  

Moderation: Brenda Davina (ZeitZentrum Zivilcourage)

Malte Kleinschmidt (Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover): Rassismuskritik als Demokratiebildung

Modou Diedhiou (Schwarze Schafe e.V.): Rassismuskritische Bildung dekolonial gestalten

 

17:00 Uhr   Kurzführung durch das ZeitZentrum Zivilcourage durch das pädagogische Team

 

Öffentlicher Abendvortrag

Donnerstag, 28. Mai um 18:30 Uhr

Moderation: Wiebke Hiemesch (ZeitZentrum Zivilcourage)

Ralf Raths (Panzermuseum Munster): Von Neonazis und FDGO-Ultras: Das Panzermuseum als gesellschaftlicher Akteur in den Sozialen Medien

 

Programm am Freitag, 29. Mai 2026

Dimensionen von Ungleichheit

9:00 Uhr   Ableismuskritik und Demokratiebildung

Moderation: Edel Sheridan-Quantz (ZeitZentrum Zivilcourage)

Dorothee Meyer (Hochschule Hannover): Demokratiebildung inklusiv – die Gruppe als Bezugspunkt historisch-politischer Bildung

Juli Franz und Ehrenamtliche vom Normal in Linden (Lebenshilfe Hannover e.V.): 4. September – Gedenken an Menschen mit Behinderung in der NS-Zeit

 

10:00 Uhr   Antifeminismus und Queerfeindlichkeit und Demokratiebildung

Moderation: David Zimmermann (Lehr- und Forschungsschwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung, Universität Hildesheim)

Eike Sanders (AK Fe.In): Gewalt und Geschlecht im Aufschwung der extremen Rechten

 

11:00 Uhr   Pause

 

11:30 Uhr   Antisemitismuskritik und Demokratiebildung

Moderation: Elizaveta Firsova-Eckert (Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover)

Marina Chernivsky (OFEK e.V./KOAS): Leerstellen und Aktualisierungen der Antisemitismuskritik

Wencke Stegemann (Ha-Kesher I Die Verbindung e.V.): Wissen, Haltung und professionelles Handeln. Warum antisemitismuskritische Praxis ein fester Bestandteil von Demokratiebildung und pädagogischer Verantwortung sein muss.

 

12:30 Uhr   Mittagspause

 

Aktuelle Herausforderungen

13:30 Uhr   Rechtsradikalismus

Moderation: Alrun Vogt (Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover)

Daniel Günther (Universität Nürnberg-Erlangen): Dynamiken der (De)Institutionalisierung von Erinnerung an rechte Gewalt nach 1945

Ruben Huchting (MBT Niedersachsen): Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Arbeitsfeld „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus"

 

14:30 Uhr   Gaming in der historisch-politischen Bildung

Moderation: Richard Heise (Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover)

Felix Zimmermann (Bundeszentrale für politische Bildung): Von der Killerspieldebatte zum Serious-Game-Boom: Ein kurzer historischer Abriss zu Games in der historisch-politischen Bildung zwischen Alarmismus und hohen Erwartungen

Martin Thiele-Schwez (Playing History): Wir vermitteln Geschichte(n) durch Spiele: Chancen und Herausforderungen der game-Entwicklung in der politischen Bildung

 

15:30 Uhr   Tagungskommentar und Diskussion

Moderation: Wiebke Hiemesch (ZeitZentrum Zivilcourage)

Kommentar von Meike S. Baader (Universität Hildesheim) und Modou Diedhiou (Schwarze Schafe e.V.)

 

16:30 Uhr   Ende der Tagung

 

 

Die Tagung wurde finanziell gefördert durch die Stiftung Niedersachsen.

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