Termine:
30.5., 16 Uhr
Vorstellung von projektKLUB und dem Programm passierenⁿ
Begleitet wird die Intervention von dem Programm passierenⁿ, das sich den drei Bedeutungen des Verbs passieren widmet: jemand oder etwas passiert den Ort, etwas passiert an dem Ort, etwas wird an dem Ort passiert.
Was passiert also, wenn ein Ort nicht nur durchquert, sondern selbst zum Akteur wird? Wenn Essen, Gespräche und Gedanken den Raum verändern – und der Raum wiederum uns?
Seit 2018 erkundet projektKLUB als offener Freundeskreis und künstlerisches Kollektiv die Möglichkeiten von Zusammenarbeit. Ohne feste Hierarchien oder Orte befragt die Initiative Erwartungen, das Öffentliche, das Zurückgehaltene und die Positionierung von Kunst im Alltag. Jedes Projekt wird zur gemeinsamen Suche nach dem, was Zusammenarbeit sein kann.
passieren¹: Ausstellung mit Jana Sophia Nolle (30.5.–12.7.)
Nolles künstlerische Praxis ist multidisziplinär und bewegt sich an der Schnittstelle von Forschung, Beobachtung und Dokumentation sowie Fotografie und Installation. Ihre Arbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gemeinschaften und werden zeitweise um andere Medien und Methoden wie Video und soziale Praxis erweitert. Sie finden sowohl thematisch als auch formal im öffentlichen und privaten Raum statt. Sie erschließen „andere“ Orte wie Gehwege und Wohnzimmer als Bühne, wodurch die Definition und der Umfang des öffentlichen und privaten Raums in ein Spannungsfeld gerückt werden. Nolle verfolgt einen konzeptuellen Ansatz, der auseinander driftende Realitäten wieder miteinander verbindet und deren Verhältnis zueinander hinterfragt. Sie schafft starke Gegenbilder, die durch ihre kontrastreiche Anordnung Machtverhältnisse und Hierarchien betonen und zugleich irritieren. Sie versteht sich als „Grenzgängerin“, die sich in widersprüchlichen Welten bewegt, um abstrakten gesellschaftlichen Transformationsprozessen eine wahrnehmbare Präsenz zu verleihen und soziale Missstände anzusprechen.
6.6., 16 Uhr
passieren²: Gespräch mit Dr. Lilith Kuhn vom Klo:lektiv
Immer wieder zeigt sich die Toilette als Brennglas gesellschaftlicher Machtverhältnisse und Ungerechtigkeiten in (halb-)öffentlichen Räumen. Das klo:lektiv möchte persönliche Erfahrungen strukturell verorten und neue Möglichkeitsräume schaffen. Hierbei werden vor allem die Zugänglichkeit und die Nutzbarkeit für alle thematisiert.
13.6., 16 Uhr
passieren³: Austausch mit Till Boettger zu Schwellenräumen
Was ist ein Schwellenraum? Auftakt, Dazwischen, Schranke? Innen oder außen? Der Schwellenraum ist alles zusammen, meist sogar gleichzeitig. Er lebt von der räumlichen Ambivalenz zwischen Öffnung und Schließung und erzeugt zugleich die Erwartung auf das Kommende. Till Boettger hat sich in Lehr- und Forschungsprojekten intensiv mit der architektonischen Inszenierung des Ankommens und Empfangens befasst. Er ist Architekt und seit 2017 Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim. Er vertritt die Fächer Grundlagen des Entwerfens, Darstellendes Gestalten sowie Projektentwurf und betreut die Modellbauwerkstatt.
27.6., 12 Uhr bis 28.6., 12 Uhr
passieren⁴: Intervention an der Städtischen Galerie KUBUS Steine bewegen und Kochen
Das Kollektiv projektKLUB setzt sich mit der Passage der Städtischen Galerie KUBUS auseinander und wird für 24 Stunden am Ort verweilen. Währenddessen wird eine Suppe köcheln und gemeinsam gegessen. Das Setting wird aus den Pflastersteinen der Passage mit allen Anwesenden gebaut und kann sich während der Zeit verändern.
passieren⁵: 0/24 Uhr Filmscreening Harun Farocki Zum Vergleich
Ziegelsteine sind Tonkörper der Gesellschaften. Ziegelsteine sind einfach sehr dicke Schallplatten. Wie Schallplatten tauchen sie in Serien auf, aber jeder Ziegelstein ist ein bisschen anders, eben not just a brick in the wall.
Ziegelsteine machen Räume, organisieren Beziehungen und speichern Beziehungswissen. Sie geben Töne von sich, an denen man erkennt, ob sie 'was taugen oder nicht. Quer durch die Kulturen der Ziegelsteinproduktion gibt Harun Farockis Film das "zum" Vergleich, den Ohren und Augen zum Denken, und nicht: "im" Vergleich, nicht in Konkurrenz der Kulturen.
Farocki zeigt Ziegelbaustellen in ihren Farben, Bewegungen, Geräuschen. Ohne Kommentar. Zwanzig Zwischentitel in sechzig Minuten erläutern einige Arbeitsabläufe in ihrer Zeitlichkeit. Der Film zeigt, dass bestimmte Produktionsweisen ihre eigene Dauer verlangen, und dass es Kulturen gibt, die sich an diesen Zeiten auskristallisieren.
(Text: Ute Holl )
4.7., 16 Uhr
passieren⁶: Workshop Protokollision- oder der Versuch einer ästhetischen Dokumentation
Die Dokumentation als Praxis des Sammelns, Ordnens und der Nutzbarmachung ist entgegen ihres Habitus unausweichlich perspektivisch und damit potentiell im Ergebnis vielstimmig. Dieser Workshop zielt auf eine transparente Darstellung dieser Vielstimmigkeit als ästhetisches Protokoll eines gedanklichen Aneignungsprozesses.
Konkret wird durch die Erprobung von Dokumentationsvarianten zunächst eine individuelle Standortbestimmung der Teilnehmer*innen vorgenommen, dabei erschließt sich ein Möglichkeitsraum der Beschreibungstechniken. Die Formen der Notation sind dabei vielfältig. Eine Annäherung ist in Worten und Sätzen, als Liste oder Reimen, oder auf dem Weg der Zeichnung, im Comic oder der Sprechblase sowie auf andere Weise möglich. Die Protokolle werden mit der Hand auf einem Blatt formuliert, wobei die Ressourcen Zeit und Raum begrenzt sind. Im Anschluss werden die einzelnen Perspektiven zur Kollision gebracht.
Begrenzte Teinehmer*innenzahl!
Dauer 90 Minuten
Bitte um Anmeldung unter: kubus@hannover-stadt.de
11.7., 16 Uhr
passieren⁷: Gespräch mit der Künstlerin Jana Sophia Nolle und nn.