Hennings Spiel mit den Grenzen zwischen Innen- und Außenräumen
Das Sprengel Museum führt die neun hinzugekommenen Werke im Ausstellungsraum „Sprengel Focus“ ab dem 14. Oktober 2026 mit bereits vorhandenen Werken zusammen. Anton Hennings Arbeiten aus den frühen 1990er-Jahren bis 2025 geben einen Einblick in mehr als drei Jahrzehnte seines Schaffens. Die Präsentation von Hennings Werken richtet dabei den Blick auf Räume, die sich einer eindeutigen Zuordnung entziehen.
Interieurs und Landschaften, Architektur und ornamentale Formen treten miteinander in Beziehung. Innenräume öffnen sich ins Freie, während Außenräume bisweilen den Charakter gestalteter Bühnenbilder annehmen. Die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum, zwischen Natur und Inszenierung werden durchlässig. Henning verknüpft unterschiedliche Wirklichkeiten, ohne sie zu einer eindeutigen Ordnung zusammenzuführen.
"Seine Werke überraschen durch die Art, wie sie unterschiedliche Bildwelten zusammenführen und vertraute Sehgewohnheiten infrage stellen. Die neun geschenkten Arbeiten erweitern unseren Bestand substanziell und stärken die Möglichkeit, Hennings vielschichtiges Schaffen in unserer Sammlung zu zeigen", sagt Museumsdirektor Reinhard Spieler.
Mehr über den Künstler Anton Henning
Anton Henning wurde 1964 in West-Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. Heute lebt er in Manker in Brandenburg. Henning hat keine traditionelle Kunstakademie absolviert. Stattdessen eignete er sich seine Techniken selbst an und bedient sich seit Jahrzehnten mit subversiver Leichtigkeit und feiner Ironie bei den großen Meistern. Seit den späten 1980er-Jahren zeigt er seine Arbeiten in internationalen Galerien und Museen. Seine Malerei ist oft nicht auf die Leinwand beschränkt. Henning inszeniert auch großflächige, farbenfrohe und begehbare Rauminstallationen, die er als „Interieurs“ bezeichnet. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Bistro „Interieur No. 253“.