Das gewählte Thema „Verletzung und Heilung“ bezieht sich auf die Reflexion von psychischen und physischen Ereignissen, die den Umgang mit tiefgreifenden Einschnitten im Leben behandeln.
Verletzungen, ob physisch oder psychisch, sind Teil des menschlichen Daseins. Sie kommen oft unerwartet: ein Sturz, ein Unfall, eine Krankheit, Krieg, Naturkatastrophen – oder auch die Worte, die wie Messer treffen, Vertrauensbrüche, die das Herz zerreißen, oder Erlebnisse, die die Seele erschüttern, Ungerechtigkeiten, gegen die uns nötige Mittel fehlen, Erfahrungen aus der Kindheit, die uns unsere Hilflosigkeit vor Augen führen und unser Dasein prägen. Körperliche Schmerzen sind greifbar, sichtbar, messbar. Psychische Verletzungen hingegen sind unsichtbar, doch nicht weniger real. Tiefe seelische Einschnitte, die die Persönlichkeit beeinträchtigen und ggf. verändern.
Ob körperlich oder seelisch – Heilung beginnt mit der Entscheidung, sich selbst nicht aufzugeben. Sie ist ein täglicher Prozess, ein bewusster Umgang mit den eigenen Grenzen und Möglichkeiten. Und manchmal, wenn wir zurückblicken, erkennen wir: Gerade die Verletzungen haben uns zu dem Menschen gemacht, der wir heute sind – stärker, empfindsamer, lebendiger und mitunter auch kreativer.
Kunstschaffende sind in gewissem Maße prädestiniert und privilegiert, Mittel und Wege zu finden, Heilungsprozesse persönlich, gesellschaftskritisch oder politisch zu aktivieren, zu visualisieren, um daran wachsen zu können – sofern sie nicht als Trabant eingefangen das Problem ohne Veränderung umkreisen. Kunst jeglicher Art kann (eigen)therapeutisch genutzt werden, um Traumata zu konkretisieren und zu lösen. Kunst kann auch im Betrachter Assoziationen mit eigenen Erfahrungen rückkoppeln und emotionales Begreifen fördern.
Ausstellende Kunstschaffende:
- Avramović-Popovic, Mirjana
- Brettschneider, Charlotte
- Brömme, Anne
- Lob, Katharina
- Markowski, Frank
- Pütz, Martina
- Rammlmair, Dieter