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Mehrere dunkelhäutige Menschen halten Schilder hoch © Erlebnis-Zoo Hannover

Das Team in den Afi Mountains bedankt sich für die jahrelange Unterstützung des Erlebnis-Zoo Hannover.

Erlebnis-Zoo Hannover

Zoo Hannover spendet 5.000 Euro für "Rettet den Drill e.V."

Er gehört zu den am stärksten bedrohten Säugetieren Afrikas und ist doch kaum bekannt: Der Drill. Der Erlebnis-Zoo Hannover hält die seltenen Tiere seit über 50 Jahren und unterstützt gemeinsam mit dem Verein Rettet den Drill e.V. den Kampf um das Überleben der Tiere in freier Wildbahn. Am 12. August 2019 übergab Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff einen Scheck über 5.000 Euro an den Verein Rettet den Drill – und begrüßte zugleich die Frau, die vor über 25 Jahren die Schutzstationen für Drills in den Afi Mountains in Nigeria und in Kamerun aufgebaut hat: Liza Gadsby.

Vier Personen © Erlebnis-Zoo Hannover

Der Erlebnis-Zoo spendet 5.000 Euro. Bei der Übergabe: Kathrin Paulsen, Zack Schwenneker, Liza Gadsby und Andreas M. Casdorff (von links). 

Besuch aus der Ferne

Liza Gadsby besuchte die Themenwelt Afi Mountain in Hannover zum ersten Mal und dankte dem Erlebnis-Zoo für die langjährige finanzielle und materielle Unterstützung. Als die Drill-Ranch in den echten Afi Mountains 2017 zweimal nacheinander durch schwere Stürme und Unwetter schwerst beschädigt wurde, hatten unter anderem die spontane Hilfe des Erlebnis-Zoos mit 15.000 Euro und der große Spendenaufruf durch Rettet den Drill e.V. die Zukunft der Ranch gesichert. "Ohne euch wären wir nicht mehr am Leben", schrieb Liza Gadsby damals in ihrem Dankesbrief.

Geld für einen neues Fahrzeug

Und auch über die Scheckübergabe in Höhe von 5.000 Euro an "Rettet den Drill" freut sich Liza Gadsby riesig, denn für die Drill-Ranch in den Afi Mountains wird dringend ein neuer (gebrauchter) Geländewagen benötigt, um die abgelegene Station mit Futter und Material zu versorgen. Kathrin Paulsen, Vorsitzende des Vereins Rettet den Drill e.V., die selbst schon in den Afi Mountains war und die Straßenlage aus eigener Erfahrung kennt, brachte auch gleich ein entsprechendes Foto mit und klebte es symbolisch auf den Scheck: "Nicht hübsch, aber robust und zuverlässig!"

Wie alles begann

Eigentlich waren die Biologen Liza Gadsby und Peter Jenkins aus den USA in den 1980er Jahren nach Afrika gereist, um Schimpansen zu erforschen. Zufällig sahen sie auf einem Markt in Calabar im Süden Nigerias ein verwaistes weibliches Drilljungtier, das als Haustier verkauft werden sollte. Es gelang ihnen, das Tier von dem Händler zu bekommen – und so begann die Geschichte der Rettung der Drills.

1991 gründeten Gadsby und Jenkins eine Schutzstation in Calabar, die Drill-Ranch. Es folgten das Limbe Wildlife Center in Kamerun und 1996 die Drill-Ranch in den Afi Mountains. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr beschlagnahmte und verwaiste Tiere in den Stationen in Kamerun und Nigeria aufgenommen und zu großen sozialen Zuchtgruppen zusammengewöhnt. Rund 700 Drills leben heute in den Stationen, rund 25 Prozent der weltweiten Gesamtpopulation. Langfristiges Ziel ist es, die Tiere in geschützten Gebieten ihres natürlichen Lebensraumes wieder auszuwildern.

Viele Einheimische, unter ihnen viele ehemalige Wilderer, haben Arbeit beim Schutz der Drills gefunden: Sie sind als Tierpfleger, Fahrer, Gärtner oder Tierarzt bei Pandrillus – so der Name der Organisation von Liza Gadsby und Peter Jenkins – angestellt.

Afi Mountain in Hannover

2017 eröffnete der Erlebnis-Zoo Hannover seine neue Themenwelt für die bedrohten Drills und nannte sie nach der Gegend, in der die Drill-Ranch liegt: Afi Mountain. "Der Erlebnis-Zoo will helfen, den wunderbaren Drill zu erhalten! Wir zeigen diese leider eher unbekannte Affenart in unserer Themenwelt Afi Mountain und machen dort auf besondere Weise auf die Bedrohung aufmerksam", erklärt Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff. "In unserem Informationscenter stellen wir die Arbeit am echten Afi Mountain vor und zeigen, wie jeder zum Erhalt der Drills beitragen kann."

Über den Verein "Rettet den Drill"

Rettet den Drill e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich in Nigeria und Kamerun für den bedrohten Drill einsetzt. Neben der weltweiten Aufklärung über die bedrohliche Lage der Drills, unterstützt der Verein die Schutz-Projekte der PANDRILLUS-Organisation in Calabar und dem Afi-Mountain-Reservat in Nigeria sowie dem Limbe Wildlife Center in Kamerun.

Der Drill

Drills leben in Kamerun, Nigeria und auf der Insel Bioko in einem Gebiet von weniger als 30.000 Quadratkilometern. Aufgrund des kleinen Gebiets, der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraumes und der schonungslosen Jagd auf die Affen sind die Drills stark bedroht. Ihr Bestand wird heute nur noch auf etwa 3.000 Tiere geschätzt.

Steckbrief

Herkunft: Kamerun, Nigeria, Insel Bioko
Nahrung: Früchte, Blätter, Nüsse, Wurzeln, kleine wirbellose Tiere
Größe: 65 - 95 cm lang
Gewicht: bis zu 35 kg
Tragzeit: 168-176Tage
Erreichbares Alter: 35 Jahre

(Veröffentlicht am 12. August 2019)