Treffpunkt Garten

GartenLust

Die kleinen Details machen jeden Garten zu etwas ganz Besonderem. 

Dr. Lars Baumann, Hannovers Dezernent für Personal, Digitalisierung und Recht, hat am 3. September die Gewinner*innen in den verschiedenen Kategorien bekannt gegeben.

"Schöne, artenreiche private und halböffentliche Gärten und Innenhöfe bereichern das Stadtbild und die Gartenkultur der Landeshauptstadt Hannover und leisten zudem wichtige Beiträge zum Klima- und Artenschutz und zur Klimaanpassung“, betonte Prof. Dr. Lars Baumann. Insbesondere Vorgärten mit ihrem ökologischen und ästhetischen Wert sollten auch deshalb in diesem Jahr im Vordergrund stehen. 

Das diesjährige Thema hieß "Den Garten neu entdecken" und thematisiert, was vielen Menschen in Pandemiezeiten besonders deutlich geworden ist: der Wert des alltäglichen Grüns "vor der Haustür". Im Fokus steht das "kleine Glück" und letztlich die Lebensqualität, die das oft als gegeben übersehene Grün in der Stadt schenken kann. 

Dazu gehören Vorgärten, Dachgärten, Innenhöfe, Einfamilienhausgärten, Mietergärten, Wohnanlagen, Gärten sozialer Einrichtungen, zum Beispiel Schulgärten, Kita-Außengelände, Seniorenanlagen, Firmengärten, Genossenschaftsgrün oder urbane Gartenprojekte. Die Bewertung erfolgt in diesen Kategorien, die je nach Anzahl der teilnehmenden Projekte zu einer Gruppe zusammengefasst werden.

Aus insgesamt 40 Beiträgen wurden in diesem Jahr die Gewinner*innen ermittelt. Die Bewertung erfolgte nach den Kriterien Gestaltung und Nutzung, soziale Wirkung, öko-logischer Wert und Mottobezug. Dank des Sponsorings werden Geldprämien in Höhe von insgesamt 7.250,00 Euro ausgeschüttet. Hauptgewinne in Form von Geldprämien erhalten die Bestplatzierten der einzelnen Kategorien. Alle weiteren Teilnehmer*innen erhalten als Anerkennung für ihr Engagement beispielsweise eine Einladung in die Stadtgärtnerei und können sich dort eine Pflanze aussuchen oder Eintrittskarten für die Hannoverschen Pflanzentage im Stadtpark Hannover. 

Der Wettbewerb GartenLust wird gefördert von folgenden Institutionen: Gartenheim Wohnungsgenossenschaft eG, hanova Wohnungsgenossenschaft GmbH, Wohnungsgenossenschaft Heimkehr-Hannover eG, Meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH, Ostland Wohnungsgenossenschaft eG, Zusatzversorgungskasse der Stadt Hannover ZVK, BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, bdla - Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, DGGL - Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Land-schaftskultur e.V., Team Naherholung der Region Hannover und vom Gartenbauverein der Hauptstadt Hannover e.V..

Die "GartenLust"-Gewinner*innen 2021

Den ersten Preis in der Kategorie "Privatgarten" gewann der Garten von Regina Schindler und Helga Wartjenstedt sowie Maria und Dieter Schaefer in der Ottenstr. 14/Stärkestr. 18c im Stadtteil Linden-Nord. 

Der Garten liegt in einer ehemaligen Baulücke, die bis vor etwa zehn Jahren als öffentlicher Spielplatz genutzt wurde. Nachdem die Stadt das Grundstück verkaufte, begannen die Nachbar*innen, behutsam den Ort in eine verwunschene Gartenoase zu verwandeln. Der ehemalige Sandkasten ist heute ein tieferliegendes Kräuterbeet mit großen Salbei- und Rosmarinpflanzen. Blumen, Gemüse und Obstgehölze wachsen vielfältig und üppig. Kleine Details, Töpfe, Insektenhotels und Steinmauern ergänzen unauf-dringlich den dichten Bewuchs. Der Garten ist zum Großteil zur Ottenstraße hin offen und einsehbar. Viele Passant*innen und Nachbar*innen bleiben hier stehen und freuen sich über das bunte Grün in der sonst grauen Straße. 

Die höchste Punktzahl in der Kategorie "Gemeinschaftsgarten" erreichte der Garten im Innenhof dreier Mehrfamilienhäuser einer Eigentümer*innengemeinschaft in der Holbeinstr. 2-3 und Grünewaldstr. 27, Stadtteil List. 

Im Innenhof des Häuserblocks in der Hufelandstraße 2/3 und Grünewaldstr. 27 ist durch gemeinsames Engagement der Bewohner*innen ein Erholungsgarten entstanden. Eine mit Blauregen berankte, alte Pergola bildet das Eingangstor zu dem ca. 600m² großen Garten, der viel Raum bietet: für Geselligkeit, Spiel, Ruhe und Rückzug. Die zuvor verwilderte und kaum nutzbare große Fläche wurde in Gemeinschaftsaktionen bearbeitet: Baumstümpfe wurden gerodet, alte Pflastersteine entfernt, bevor eine Rasenfläche, Beete, eine Terrasse und mehrere Sitznischen angelegt werden konnten. Dabei lernten die Bewohner*innen von- und miteinander, teils holten sie sich Unterstützung durch einen Gartenbaubetrieb. 

In der Kategorie "Vorgarten" gewinnen Martin Höft und Barbara Höft-Lessdorf im Kuckucksbusch 10, Stadtteil Groß-Buchholz. 
Der üppige Vorgarten im Kuckucksbusch 10 beeindruckt mit seiner bunten Vielfalt an Biotopen und besonderen Pflanzenarten. Auf der ca. 200m² große Fläche wachsen viele wilde Orchideenarten und weitere Arten feuchter und mooriger Standorte, in denen Insekten, Libellen und Grasfrösche sich wohlfühlen. Eine Pumpe pumpt das Wasser durch einen als Rundlauf angelegten Wasserlauf. Daneben gibt es Trockenbiotope, eine Kräuterspirale und viele Wildblumen. Ein alter Fliederstrauch und die üppig blühenden Zierrosen an der Hauswand sind aus früheren Zeiten stehen geblieben. Im Frühjahr färben viele Traubenhyazinthen, Vergissmeinnicht und Scilla den Vorgarten blau, im Sommer ist der Garten eher gelb mit vielen bunten Tupfern.

Den ersten Preis in der Kategorie "Soziale Einrichtung" erreichte der Garten des Projekts NaTiMe (Natur Tier Mensch – Tiergestützte Pädagogik) der Dachstiftung Diakonie am Stephansstift Evangelische Jugendhilfe gGmbH in der Kirchröderstr. 44, Stadtteil Kleefeld. Im letzten Jahr haben die Mitarbeiterinnen des Projekts NaTiMe (Natur-Tier-Mensch – Tiergestützte Pädagogik am Stephansstift) für und zusammen mit Jugendlichen einen Lern- und Entdeckergarten angelegt. Ein einfacher Lattenzaun begrenzt die ca. 100 m² große Rasenfläche, die zuvor als Volleyballfeld genutzt wurde. Auf der Fläche verteilt stehen Hochbeete mit Gemüse, Beeren, Kräutern und Blumen. Der Garten ergänzt die danebenliegenden Tiergehege. Vorranging wird er von und mit den Jugendlichen genutzt, die auf dem Gelände des Stephanstifts wohnen. Es wird gemeinsam gegärtnert, gekostet und beobachtet, wie es wächst. Außerdem steht der Garten allen Mitarbeiter*innen, Bewohner*innen des Stephanstifts sowie Besucher*innen offen.

In der Kategorie "Wohnungsunternehmen" wurde die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG ausgezeichnet für den Garten der Wohnanlage in der Böhmerstr. 30, Südstadt. Im Zuge von Sanierungsarbeiten in der Wohnanlage hat die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim auch den Vorgarten und den ca. 300m² großen Innenhof neugestaltet. Entstanden ist ein Garten mit parkartigem Charakter, der eine besondere Ruhe ausstrahlt und von allen Mieter*innen genutzt werden kann. Wege schlängeln sich unter Sträuchern und Bäumen wie durch einen Wald, zwischen dicht bewachsenen Beeten mit Gräsern und Stauden. Im Zentrum liegt ein mit Holz und Backstein gestalteter Sitz- und Grillplatz wie ein "Marktplatz". Eine Teichanlage mit Brücke und kleinem Wasserfall im hinteren Teil verleihen dem Garten eine ruhige und etwas exotische Atmosphäre. Für Kinder gibt es einen Spielplatz mit Sand und Klettergerüsten aus Holz. 

Mit einem Sonderpreis in der Kategorie Wohnungsunternehmen wird das ehrenamtliche Engagement von Anita Zechel gewürdigt: Frau Zechel betreut ein soziales Gartenprojekt in den Paul-Wolf-Höfen (Grabbestr. 29, Vahrenwald). Das Projekt vermittelt gärtnerisches Wissen unter ökologischen Gesichtspunkten und bringt gleichzeitig Kinder und Familien unterschiedlicher Kulturen zusammen, die hier wohnen. Initiiert wurde das Projekt im Jahr 2020 durch Magret Michaelsen (Stadtteilkultur Vahrenwald, Landeshauptstadt Hannover) in Zusammenarbeit mit der Wohnungsgenossenschaft hanova GmbH.  

Einen Sonderpreis erhält Nina Wolf für ihre sieben Baumscheiben-Gärten in der Waldstraße 8-10A (List). In der Waldstraße haben die Anwohner*innen sieben Baumscheiben in kleine bunte Gärten verwandelt. Jede Baumscheibe ist ein Unikat: "die Gelb-Rote", "die Blau-Violette", "die mit alten Gemüsesorten". Kleine Pflanzschilder kennzeichnen, was hier wächst: Wildblumen, Kräuter, Stauden, alte Gemüsesorten und das, was Nachbar*innen an Ablegern und Saatgut spenden. Für die Umgrenzung wird genutzt, was da ist: alte Pfähle, Pflastersteine und dicke Äste. Ausgangspunkt für die Gestaltung der Baumscheibengärten war die vergebliche Suche nach einem Kleingarten, um vor allem auch den Kindern zu zeigen, wie es wächst. Weil ein Kleingarten nicht zu bekommen war, entschloss sich die Initiatorin kurzerhand die Baumscheiben in Gärten zu verwandeln.

Jury und Preisverteilung

Die Jury setzte sich aus Vertreter*innen des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün und der Ratspolitik zusammen. Darüber hinaus waren die Sponsor*innen aus der Immobilienbranche vertreten sowie Fachgruppenvertreter*innen der Grünen Branche.
Die Jury vergab folgende Preise:

Kategorie "Privatgarten":
-    ein Erster Preis à 400 Euro
-    ein Zweiter Preis à 300 Euro
-    zwei Dritte Preise à 200 Euro
Kategorie "Gemeinschaftsgarten":
-    ein Erster Preis à 600 Euro
-    zwei Zweite Preise à 450 Euro
-    zwei Dritte Preise à 300 Euro
Kategorie "Vorgärten":
-    ein Erster Preis à 500 Euro
-    zwei Zweite Preise à 350 Euro
-    drei Dritte Preise à 250 Euro
Kategorie "Soziale Einrichtung":
-    ein Erster Preis à 600 Euro
-    ein Zweiter Preis à 450 Euro
Kategorie "Wohnungsunternehmen": 
-    ein Erster Preis. Der Preisträger, der gleichzeitig Sponsor des Wettbewerbs ist, verzichtet zugunsten der übrigen Gewinner*innen auf ein Preisgeld. 
-    ein Sonderpreis für ehrenamtliches Engagement in Höhe von 350 Euro

Weitere Informationen

Die Preisverleihung und Danksagung an alle Teilnehmer*innen wird Corona-bedingt dieses Jahr auf dem Postweg umgesetzt. 

Mit "GartenLust" setzt Hannover die Tradition fort, Projekte zu fördern, die mit Verschönerungen auf Hinterhöfen, an Wohnungen, in Vorgärten und auf Dächern zur Verbesserung der Gartenqualität der Stadt beitragen. Ausgenommen von dem Wettbewerb sind Kleingärten, für die im kommenden Jahr wieder der Wettbewerb "Bunte Gärten" geplant ist.

Der nächste Wettbewerb GartenLust findet 2023 statt.

Das Logo zu "GartenLust".

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Mehr als 100 private Gärten laden wieder zu einem Besuch ein. 

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