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Vor dem Eingang zur Gedenkstätte Ahlem. Teilweise Steinmauer und der Eingang ist zwischen zwei genauerten Säulen, die aussehen wie kleine Türme. © Christian Stahl, Region Hannover

Gedenkstätte Ahlem

Erinnerungsort

Gedenkstätte Ahlem

Dokumentation und Ausstellung zur Geschichte der Israelitischen Gartenbauschule in Ahlem

Die Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover dokumentiert im Wesentlichen die Geschichte dieses Ortes sowie die der Einwohner jüdischen Glaubens der Stadt Hannover und des ehemaligen Landkreises. Sie besteht seit 1987.

Ausgehend von der Gründung der Israelitischen Erziehungsanstalt 1893, informiert die Gedenkstätte Ahlem über die Entwicklung dieser Bildungseinrichtung. Der Gründer der Schule, Alexander Moritz Simon, verfolgte das Ziel, die einseitige Wahl der Berufsbereiche, entstanden durch einengende Gesetzgebung für jüdische Bürger, zu beeinflussen und zu ändern. Der jüdischen Minderheit sollte durch die Ausbildung im Handwerk, Gartenbau und in der Landwirtschaft die Integration in Deutschland erleichtert und die Möglichkeit geschaffen werden, mit einem qualifizierten Beruf den Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Israelitische Gartenbauschule Ahlem entwickelte sich zu einer weltweit anerkannten Bildungseinrichtung, und Ahlemer Schülerinnen und Schüler trugen entscheidend zum Aufbau des Staates Israel bei.

Das Ende dieser schulischen Einrichtung zeichnete sich ab, als 1941 die Geheime Staatspolizei Hannover auf dem Gelände der Schule eine Sammelstelle für Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager einrichtete. Die Schule wurde am 30. Juni 1942 geschlossen. Ein Schulgebäude wurde zum "Judenhaus" erklärt.

1943 bezog die Gestapo Hannover das Direktorenhaus der Gartenbauschule, um in dieser Außenstelle und dem eingerichteten "Polizei - Ersatzgefängnis" ausländische Zwangsarbeiter und politische Gegner zu überwachen und brutal zu bestrafen. Die Laubhütte der Gartenbauschule diente der Gestapo als Hinrichtungsstätte, bis die alliierten Truppen, darunter auch der spätere amerikanische Außenminister Henry Kissinger, die auf dem Gelände Inhaftierten befreiten.

Im Rahmen der Gedenkstättenarbeit werden themenbezogene Führungen angeboten, auf Wunsch auch Gespräche mit Zeitzeugen vor Ort. Eine Mediothek befindet sich im Aufbau, und bereits heute können durch Videos die Aussagen der Dokumentation vertieft und ergänzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit Projekttage durchzuführen.

Zeitzeugen und historische Fotografen gesucht

Das Forscherteam der Gedenkstätte Ahlem braucht die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger: Von der Vorderfront der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule sind kaum Fotografien erhalten. Deshalb bittet die Region Hannover: Durchforsten Sie Ihre Familienalben nach Fotos der Straßenansicht und des Gartengeländes der Schule. Gesucht werden Bilder aus der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Auch mündliche Berichte von ehemaligen Anwohnerinnen und Anwohnern sind gefragt und können dem Team der Gedenkstätte Ahlem aufschlussreiche, neue Erkenntnisse liefern. Erfahrungsberichte über die Geschichte des vorderen Gebäudes sollen aufgezeichnet werden.