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Rosebuschverlassenschaften

Erinnerungsstätte ist vielen nicht bekannt

Bezirksbürgermeisterin Brigitte Schlienkamp lud zu einem Besuch der ROSE-BUSCHVERLASSENSCHAFTEN ein.

Zu einem Besuch der ROSE- BUSCHVERLASSENSCHAFTEN hatte Bezirksbürgermeisterin Brigitte Schlienkamp Bezirksratsmitglieder und deren Freunde am 25. November 2012 eingeladen. Almut Breuste, die Frau des im Januar verstorbenen Hans-Jürgen Breuste, konnte insgesamt 26 hoch interessierte Besucherinnen und Besucher zu einer Führung durch Ausstellung der besonderen Art begrüßen.

Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist nicht bekannt, dass außer der Gedenkstätte in der ehemaligen Gartenbauschule und dem Mahnmal am englischen Soldatenfriedhof ein weiterer bedeutender Ort der Erinnerungskultur im Stadtbezirk existiert. In der Turbinenhalle des ehemaligen Umspannwerkes der PreussenElektra in Hannover-Ahlem haben die Künstler Hans-Jürgen Breuste und seine Frau Almut seit 1997 in akribischer Arbeit ein ungewöhnliches Projekt geschaffen. 

Es geht um Zeugnisse deutscher Industriegeschichte, aber auch um das Schicksal von Millionen von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen in der Zeit des Nationalsozialismus.

„ROSE- BUSCHVERLASSENSCHAFTEN“ haben die Breustes ihre Sammlung genannt. Die ehemalige kathedralartige Turbinenhalle wird damit zu einem Ort, an dem Geschichte allgegenwärtig ist. So finden sich hier Gasmasken, wie sie einst von französischen Zwangsarbeiterinnen in Limmer gefertigt wurden oder Stoff aus einer Wollpresse, an der ebenfalls Deportierte arbeiteten. Hier finden sich auch rostige Stahlteile, Haufen alter Schuhe, unzählige Trägergurte oder Militärkisten - arrangiert zu einer Ausstellung der besonderen Art. 

Das Objekt „Litzmannstadt“ ist Teil der Ausstellung im Erdgeschoss. Vor mehreren Jahren war es eine bundesweit beachtete Ausstellung im Ernst-Winter-Saal auf dem Hanomag-Gelände; heute ist es im Besitz des Landes. Jahrelang war es eingelagert, weil ein geeigneter Platz fehlte um es angemessen zeigen zu können. „Litzmannstadt“, das sind unter anderem 2500 Lazarettliegen, die nun an einer Wand in der Ausstellungshalle lehnen. In offenen Regaltürmen - in der unmittelbaren Nachbarschaft - stapeln sich ausgediente Militärstiefel, Stahl-  und Gummiteile. Fotografien, Briefe und vergrößerte Todeslisten zeugen von den zahlreichen Opfern des Nationalsozialismus. „Litzmannstadt“ war der Name des NS-Zwangsarbeitergettos im polnischen Lodz, das für tausende Juden die letzte Station vor der Deportation nach Auschwitz war. 

Gemeinsam mit den Hinterlassenschaften der Conti, den fleischfarbenen Gummiproben, den Gummiteilen für Gasmasken oder auch den Schöpflöffeln, mit denen einst Stahlproben gezogen wurden, wird das Gesamtobjekt „ROSE- BUSCHVERLASSENSCHAFTEN“ zum eindringlichen Erinnerungsbild eines furchtbaren Kapitels deutscher Geschichte, mit dem Frau Breuste gegen das Vergessen und Verdrängen arbeitet. 

Ein Besuch der ROSEBUSCHVERLASSENSCHAFTEN ist jeden Dienstag für Schulklassen und Gruppennach Vereinbarung außerhalb der Schulferien möglich.

Kontakt und Terminabsprache:
Almut Breuste: Tel. 0511–79 46 78 oder
Email: info@rosebuschverlassenschaften.de