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Kleefeld: Das Philosophenviertel © LHH

Kleefeld: Das Philosophenviertel

Ein Stadtbezirk stellt sich vor

Der Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld umfasst die Stadtteile Groß-Buchholz (27.665 Ew.), Kleefeld (12.638 Ew.) und Heideviertel (5.022 Ew.) Er liegt im östlichen Stadtgebiet und ist von seiner Gesamteinwohnerzahl (45.325 Ew.) gesehen zurzeit der viertgrößte Stadtbezirk von Hannover.  

Der Stadtteil Groß-Buchholz liegt im Norden des Stadtbezirks. Es gibt europaweit über 150 Ortschaften mit dem Namen Buchholz. Durch die nahen Autobahnen A2, A7 und A37 (Autobahnkreuz Buchholz) liegt Groß-Buchholz verkehrsgünstig. Der Stadtteil ist von Hannovers Innenstadt mit Stadtbahnlinien zu erreichen; Buslinien stellen die Binnenerschließung sicher und verbinden Groß-Buchholz mit Nachbarstadtteilen. Für den Radverkehr und die Naherholung bieten sich Verbindungen abseits des Autoverkehrs an. Darunter zählt ein Wegenetz entlang des Mittellandkanals, durch begleitende Grünanlagen des Messeschnellweges sowie entlang von Kleingartengebieten.

Groß-Buchholz ist ein 1907 eingemeindetes Dorf, was sich in der Struktur des Stadtviertels bemerkbar macht. Im alten Dorfkern, beim Kapellenbrink, finden sich viele Häuser mit alter Bausubstanz. Die Pinkenburg, heute ein Gastronomiebetrieb, beruht auf einen Wartturm des 14. Jahrhunderts als Teil der Lüneburger Landwehr. Der Stadtteil verfügt über eine traditionelle Vereinsstruktur mit einem Schützenverein, der Freiwilligen Feuerwehr, einem Sportverein (MTV Groß-Buchholz), einer Karnevalsgesellschaft. Engagierte Bürger, die für ihren Stadtteil aktiv werde wollen, treffen sich regelmäßig im Pinkenburger Kreis oder im Verein Groß-Buchholzer Vereine und Verbände.

Überregionale Bedeutung erlangt der Standort Groß-Buchholz durch die verschiedenen Firmen aus Medizin und Technik, die sich an der Karl-Wiechert-Allee angesiedelt haben. Mit der ansässigen Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), dem Medical Park, dem International Neuroscience Institute (INI), dem Fraunhofer Institut, dem Max-Planck-Institut aber auch der TUI Group und verschiedenen Versicherungsgruppen ist der Stadtteil zu einem aktiven Wirtschafts- und Forschungsraum gewachsen.

In Nachbarschaft der Firmenzentralen liegt das Roderbruchgebiet - ein Teil Groß-Buchholz’ mit eigenständigem und selbstbewusstem Charakter, der nur durch den Grünzug südlich der Neuen Landstraße optisch das „Hochhausviertel“ vom historischen Dorfkern trennt. Bei Ausbau der Infrastruktur, der sozialen Entwicklungen und Planungen beteiligen sich die Bürger aktiv am Stadtteilleben. Einrichtungen, Vereine,

Verbände arbeiten mit der IGS Roderbruch, Kirchen usw. vernetzt im „Stadtteilgespräch e.V.“ zusammen und sind damit schon oft Impulsgeber für neue Ideen gewesen. Kulturelle Veranstaltungen wie Musik- und Theateraufführungen, Ausstellungen und ein vielfältiges Bildungs- und Kursangebot bietet der „Kulturtreff Roderbruch“ für Jung und Alt. Auf dem Roderbruchmarkt im Zentrum findet neben dem Wochenmarkt so manches Stadtteilfest statt – ein Miteinander wird hier „groß“ geschrieben.

Bürgerengagement gibt es aber auch jenseits des Osterfelddamms, in der so genannten Vogelsiedlung, in der die Straßen Vogelnamen tragen. Als die Stadtbahnlinie über die heutige Endhaltestelle Roderbruch hinaus nach Misburg verlängert werden sollte, scheiterte dieses Vorhaben am Widerstand der Anwohner. Die damalige IG Vogelsiedlung ist auch heute wieder aktiv und informiert durch vierteljährliche Herausgabe des „Vogelboten“ die Nachbarschaft. So werden alteingesessene Bewohner und neu Hinzugezogene in das Stadtteilleben integriert – „Hannover heißt Zuhause“ wird gelebt!

Der Stadtteil Heideviertel liegt im Südosten des Stadtbezirks. Am westlichen Rand des Heideviertels befindet sich eine S-Bahn-Station an der Karl-Wiechert-Allee sowie Umsteigestationen einer Stadtbahnlinie. Die Binnenerschließung des Heideviertels und seine Verbindung mit umgebenden Stadtteilen übernehmen Buslinien.

Die charakteristische Eigenheimsiedlung, die früher „Osterfeld“ hieß, entstand während des Zweiten Weltkrieges und wurde nach dessen Ende wesentlich erweitert. Den Namen hat die Siedlung auf Grund ihrer Straßenbezeichnungen erhalten; sie wurden überwiegend nach Namen von Städten in der Lüneburger Heide oder nahe gelegenen Gebieten benannt: Gifhorn, Soltau, Fallingbostel, Müden, Bispingen, Schwarmstedt, Walsrode, Lüneburg, Burgdorf und Wolfsburg. Mittlerweile wurde die Siedlung in „Heideviertel“ umbenannt und ist zu einem eigenständigen Stadtteil herangewachsen.

Nördlich der Misburger Straße offeriert der Heidering Einkaufsmöglichkeiten für die Bewohner, ein wöchentlicher Markt rundet das Angebot ab. Die Nikodemusgemeinde ist tief verwurzelt im Stadtteil und betreibt neben einem Kindergarten eine aktive Kinder- und Jugendarbeit; die Grundschule Lüneburger Damm ist seit 2010 offene Ganztagsschule im Stadtbezirk. Das Eilenriedestift am Bevenser Weg steht für aktives Leben im Alter. Vereine wie der Kleintierzuchtverein und der Polizeisportverein laden zur Freizeitgestaltung ein.

Schätzen gelernt haben die Stadtteilbewohner die ruhige Wohnlage im Grünen inmitten der Stadt, die kein Widerspruch zur guten Anbindung an die Innenstadt sein muss.

Der Stadtteil Kleefeld liegt eingebunden in den Stadtwald der Eilenriede im Südwesten des Stadtbezirks; er ist zum einen über das Stadtbahnnetz und über Buslinien aber auch über die S-Bahnlinie mit dem Haltepunkt „Kleefelder Bahnhof“ gut erschlossen. Unterschiedliche Wohnquartiere, die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden sind, prägen den Stadtteil. Dort, wo nach Nutzung des Weidelandes „Kleefeld“ Gärten und bescheidene Hofstellen für Kleinbauern, die sog. „Gartenkosaken“ lebten, verfestigte sich nach der Eingemeindung Kleefelds 1859 in die Stadt Hannover der Siedlungsbereich an der Kapellenstraße zu „Alt-Kleefeld“; die Einrichtung der Bahnlinie Hannover-Lehrte erfolgte 1843 ohne Berücksichtigung der Siedlungsansätze und bewirkte eine räumliche Trennung, die durch die spätere Hochlegung des Bahnstrecke bis heute innerhalb des Stadtteils wirksam ist.

Während Anfang des 20. Jahrhunderts südostlich des Pferdeturms das „Philosophenviertel“ als Wohngebiet des gehobenen Bürgertums entstand, wurden nördlich der Bahnlinie durch die erste Kleefelder Baugenossenschaft Geschosswohnungen gebaut, um gesunde und bezahlbare Wohnverhältnisse für die Arbeiterschaft bereitzustellen.

Die „Gartenstadt Kleefeld“ plante die Stadt Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts im östlichen Teil Kleefelds und nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Wohnungsbau östlich der Ebellstraße – zuerst für die englischen Besatzungsoffiziere, daher „Engländersiedlung“ genannt - erschlossen. Die Straßen Dohmeyers Weg, die Berckhusenstraße und die Kirchröder Straße sind dabei seit jeher die Lebensadern Kleefelds, die für die Stadtteilbewohner die Einkaufsmöglichkeiten bieten und an denen sich zahlreiche alteingesessene soziale Einrichtungen wie das Stephanstift, das Annastift sowie Kirchen (Petrikirche, St. Antoniuskloster der Franziskaner nebst katholischer Kirche) angesiedelt haben.

Verwunderlich ist deshalb auch nicht, dass der Kantplatz als Stadtteilplatz in der unmittelbaren Nähe des Geschäftszentrums und der als Marktplatz genutzte Schaperplatz an den Straßenzügen liegen. Unmittelbar bzw. in direkter Nähe der Berckhusenstraße hat die Kämmer International Bilingual School und das Privatgymnasium VIB seinen Standort, womit Kleefeld zu den Themen Bildung und Integration „die Nase vorn“ hat. Der Stadtteil kann ein lebhaftes, abwechslungsreiches Vereinsleben vorweisen: die Jagdsportgesellschaft Hannover-Kleefeld von 1910 e.V., der TUS Kleefeld, der Box-Club Kleefeld, der Kleefelder Schachclub und die Kleefelder Chorgemeinschaft werden hier nur exemplarisch benannt.

Stolz sind die Kleefelder auf „ihren“ Eishockeyclub Hannover Indians – denn Kleefeld ist Indianerland. Darüber hinaus bieten das Kleefelder Bad und der benachbarte Hermann-Löns-Park Raum für Naherholung und Freizeitaktivitäten. Aber auch gerade die öffentlichen und privaten Garten- und Grünflächen sowie die Orientierung auf die Eilenriede machen Kleefeld zu einem grünen Stadtteil, den sich die Stadtteilbewohner dank der Herausgabe des „Grünen Pfades“ durch engagierte Stadtteilbewohner selbst erschließen können, in dem sie sich auf eine lohnenswerte Entdeckertour begeben. Bürgerschaftliches Engagement hat in den vergangenen Jahren auch dazu geführt, dass sich in Kleefeld der Gewerbeverein „Wir sind Kleefeld e.V.“ und der „Bürgerverein Kleefeld e.V.“ neu gegründet haben, die damit die bereits bestehende „Interessengemeinschaft Kleefelder Vereine“ bei der Weiterentwicklung ihres Stadtteils ergänzen und sich gegenseitig unterstützen.

Quellen und weitere Informationen:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Buchholz-Kleefeld
  • Busse, Friedrich-Wilhelm: Groß-Buchholz[2]. Bilder und Geschichten aus alten und neuen Tagen Horb am Neckar 1995
  • Bukies, Karin/Weber-Hupp, Lena/Lucht, Christel, „Der Grüne Pfad“ – eine Entdeckertour durch Hannover-Kleefeld, November 2008
  • Verlag Michael Hümpel: Kleefeld in Wort und Bild - Chronik des Stadtteils Kleefeld, 2005