Karlrobert Kreiten galt als eines der größten Klaviertalente seiner Generation und stand am Beginn einer glanzvollen internationalen Karriere.
Der in Bonn geborene Musiker wuchs in einem künstlerischen Umfeld auf und feierte bereits als Zehnjähriger sein Debüt in der Düsseldorfer Tonhalle. Nach Studien in Köln und Wien wurde er in Berlin Meisterschüler des berühmten Pianisten Claudio Arrau. Trotz glänzender Kritiken und großer Erfolge wurde ihm seine aufrichtige Haltung zum Verhängnis.
Im Frühjahr 1943 äußerte er sich im privaten Kreis kritisch über das NS-Regime und bezeichnete den Krieg als verloren. Aufgrund einer Denunziation durch Bekannte wurde er von der Gestapo verhaftet und vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt.
Am 7. September 1943 wurde Karlrobert Kreiten in Berlin-Plötzensee hingerichtet, woraufhin die Musikwelt einen ihrer hoffnungsvollsten Künstler verlor.
Dies ist die vierte Veranstaltung der neuen Reihe:
Literaturforum – Demokratie stärken – aus der Geschichte lernen für die Zukunft
Ein Literaturbürgerdialogforum, in dem zeitgenössische Literatur des 20. Jahrhunderts aus Biographien, Romanen, Essays, Lyrik, Veröffentlichungen von Historikern etc. aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus vorgestellt wird.
Menschen stehen im Fokus, die die damalige Zeit als Bürger*innen im Reich, als Verfolgte, als Mitläufer*innen, als Emigrant*innen, als Widerständler*innen oder als Täter*innen erlebt haben.
Was können wir aus Literatur und Geschichte für die heutige Zeit für Lehren ziehen, was stärkt die Demokratie und uns in unruhigen Zeiten? Hierzu tauschen wir uns zur Literatur aus.
Veranstaltungsort: Alle Veranstaltungen finden im Ada-und-Theodor-Lessing-Raum, 2. OG, statt (an jedem dritten Samstag im Monat).
„Kreiten war eines der größten Klaviertalente, die mir persönlich begegnet sind. Wäre er nicht durch das Nazi-Regime hingerichtet worden, so hätte er ohne Zweifel seinen Platz als einer der größten deutschen Pianisten eingenommen.“ — Claudio Arrau, Lehrer von Karlrobert Kreiten