Klein, aber gemein
Kopfläuse – was tun?
Kopflausbefall hat nichts mit fehlender Sauberkeit zu tun. Wie man die Parasiten behandelt und wieder los wird, darüber informiert der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover.
Sie sind klein, anpassungsfähig und lösen beim Menschen im wahrsten Sinne des Wortes Juckreiz aus: Kopfläuse. Besonders in Einrichtungen mit vielen Menschen wie Kindergärten oder Seniorenunterkünfte kommen die kleinen Parasiten immer wieder vor und lösen hektisches Treiben aus. Dabei ist eine Behandlung nicht schlimm – sie muss nur sofort und wirksam durchgeführt werden.
Das ist wichtig:
- Wenn bei Erwachsenen oder Kindern, die eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, Kopfläuse festgestellt werden, darf die Einrichtung vorerst nicht mehr besucht werden.
- Die Einrichtung muss über den Befall informiert werden – diese ist nach dem Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet, dies dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden.
- Das Kind oder der Erwachsene darf die Einrichtung erst wieder besuchen, wenn eine Behandlung – entweder durch die Eltern oder durch einen Arzt – erfolgreich war.
- Die Ausstattung der betroffenen Räume, sowohl zu Haus als auch in der Einrichtung, muss von Läusen befreit werden um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.
- Wird eine Behandlung falsch vorgenommen oder zu früh abgebrochen, sind langanhaltende oder auch immer wieder aufkeimende Befälle und Erkrankungen die Folge.
- Die wirksame Bekämpfung der Kopfläuse ist nur möglich, wenn Einrichtungen und private Kontaktpersonen über die Ansteckungsmöglichkeit informiert sind.
Der Fachbereich Gesundheit steht Gemeinschaftsunterkünften und natürlich auch allen Betroffenen gern beratend zur Seite: Tel. (0511) 616 24529.
Wie behandelt man Kopfläuse?
Ein besonderes Problem bei der Behandlung des Kopflausbefalls besteht darin, dass selbst bei korrekter Anwendung eventuell nicht alle Nissen abgetötet werden. Auch eine unsachgemäße Anwendung kann das Überleben der Nissen begünstigen. So kann sich der Lausbefall trotz einer Behandlung nach einiger Zeit fortsetzen. Daher ist grundsätzlich eine zweite Behandlung 9 oder 10 Tage nach der ersten Behandlung erforderlich. In diesem Zeitfenster sind alle Larven geschlüpft, haben jedoch noch keine Eier ablegen können.
| Tag 1: | Das Haar mit einem Insektizid behandeln, anschließend auskämmen des durch Pflegespülung nassen Haares mit einem Läusekamm |
| Tag 5: | Durch Pflegespülung nasses Haar auskämmen, um erneut früh geschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind |
| Tag 9 oder 10: | Das Haar erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte Larven abzutöten |
| Tag 13: | Kontrolluntersuchung durch Auskämmen des durch Pflegespülung nassen Haares mit einem Läusekamm |
| Tag 17: | Evtl. letzte Kontrolle durch Auskämmen des durch Pflegespülung nassen Haares mit einem Läusekamm |
Hygienemaßnahmen in Haushalt, Kindergarten, -hort und Schule
- Gründliche Reinigung von Kämmen, Haarbürsten, -spangen und -gummis in heißer Seifenlösung
- Handtücher, Schlafanzüge, Leib- und Bettwäsche wechseln und bei mindestens 60°C waschen
- Kopfbedeckungen, Schals und weitere Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, sollen für 3 Tage in einer gut verschlossenen Plastiktüte verpackt aufbewahrt werden. Dadurch trocknen die Läuse und die später noch schlüpfenden Larven aus und sind spätestens nach 55 Stunden abgestorben. Alternativ kann Kälte von –10°C bis –15°C über einen Tag angewandt werden. Insektizid-Sprays sind nicht erforderlich.
- Reinigung von Bodenbelag, Teppichen, Polstermöbeln in Wohn- und Schlafräumen mit einem Staubsauger
Wie verbreiten sich Kopfläuse?
Enge zwischenmenschliche Kontakte, „Haar-zu-Haar-Kontakte“ begünstigen die Verbreitung von Kopfläusen. Die Übertragung der Läuse erfolgt hauptsächlich direkt von Mensch zu Mensch oder einfacher gesagt: von Kopf zu Kopf, also beispielsweise beim Umarmen. Eine indirekte Übertragung ist ebenfalls möglich - über Gegenstände, die mit dem Haar in Berührung kommen und die innerhalb einer kurzen Zeitspanne gemeinsam benutzt werden wie z.B. Kopfbedeckungen, Schals, Kopfkissen, Decken, Kämme, Haarbürsten und Spielzeug.
Kopfläuse springen nicht und legen keine größeren Strecken außerhalb des Wirtes zurück und Haustiere sind keine Überträger von Kopfläusen.
Eine Ansteckungsfähigkeit ist gegeben, solange die Betroffenen mit geschlechtsreifen Läusen befallen und noch nicht adäquat behandelt sind. Aus Eiern, den Nissen, die bis zu einem Zentimeter von der Kopfhaut entfernt an den Haaren haften, können etwa 7–10 Tage nach der Eiablage Larven schlüpfen. Diese werden nach etwa 9–11 Tagen geschlechtsreif. Vom Ei bis zur ersten Eiablage der Weibchen dauert es etwa 17–22 Tage. Von einzelnen Erstlarven, die an Tagen nach einer spezifischen Kopflausbehandlung u. U. noch aus den Eiern schlüpfen können, geht zunächst keine akute Ansteckungsgefahr aus, sie sollten jedoch innerhalb der folgenden Tage durch Auskämmen des durch Pflegespülung angefeuchteten Haares mit einem Läusekamm entfernt und durch eine Wiederholungsbehandlung abgetötet werden.
So erkennt man Kopfläuse
Kopfläuse sind recht schwierig zu erkennen: ausgewachsen sind sie lediglich zwei bis maximal drei Millimeter groß. Die Nymphen schlüpfen mit etwa zwei Millimetern Länge. Schon die Eihüllen sind mit ihrer bräunlichen Färbung gut getarnt. Sie sind weniger als einen Millimeter groß und oval. Verlässt die Nymphe das Ei, bleibt die leere weißliche Hülle zurück – die leicht mit einer Hautschuppe oder den Resten von Haargel oder Shampoo verwechselt werden kann. Vom Ei bis zur ersten Eiablage der Weibchen vergehen etwa 17 bis 22 Tage. Die Weibchen heften ihre Eier in der Regel nah der Kopfhaut an die Haare. Im Laufe ihres rund vier Wochen langen Lebens können sie 90 bis 140 Eier produzieren – und am liebsten bleibt die Kopflaus in ihrem natürlichen Lebensraum, dem behaarten Kopf. Bei massivem Befall werden durchaus auch andere behaarte Stellen des Oberkörpers bevölkert: der Bart, die Augenbrauen oder die Achselhaare.
Kopfläuse werden meistens wegen ihrer Stiche erkannt: alle vier bis sechs Stunden sticht die Kopflaus zu und holt sich so ihre Blutnahrung. Das Resultat: Juckende Kopfhaut, rote Ausschläge und Pusteln. Die Stellen hinter den Ohren, am Nacken und an den Schläfen bieten den Parasiten die besten Brutbedingungen – daher kann hier ein Befall besonders gut erkannt werden.
Mit Hilfe eines Läusekamms wird das mit Wasser und einer Haarpflegespülung angefeuchtete Haar untersucht. Läusekämme sind spezielle Kämme, deren Zinken nicht mehr als 0,2 mm voneinander entfernt und wenig elastisch sind, so dass die Läuse oder Nissen besser erfasst werden. Das Haar muss systematisch Strähne für Strähne gekämmt werden, bis die Haarpflegespülung ausgekämmt ist. Der Kamm sollte so geführt werden, dass er von der Kopfhaut aus fest zu den Haarspitzen heruntergezogen wird. Verbliebene Reste der Haarpflegespülung werden ausgespült.
Besonders gut sind die Parasiten hinter den Ohren sowie in der Schläfen- und Nackengegend zu entdecken. Nissen unterscheiden sich von Kopfschuppen oder Haarspraypartikeln dadurch, dass sie fest am Haar haften und nicht abgestreift werden können.
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