Städtebauliche Masterplanung
Deurag-Nerag-Areal in Misburg
Im Rahmen eines Städtebaulichen Masterplanungsprozesses wird eine Nachnutzungsperspektive für das ehemalige Raffineriegelände der Deurag-Nerag GmbH in Verbindung mit dem städtebaulichen Umfeld erarbeitet.
Was ist das Deurag-Nerag-Areal?
In den 1930er-Jahren begann die Erdölverarbeitung am Raffineriestandort der Deurag-Nerag GmbH (zunächst nur „Deurag“ und „Nerag“, später „Deurag-Nerag“) in Hannover-Misburg. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Fläche der Deurag-Nerag-Raffinerie stark bombardiert. Die Raffinerie wurde immer wieder repariert und nach dem Krieg weiter ausgebaut. In den 1980er-Jahren wurde der Betrieb eingestellt. Seitdem liegt das Gelände umzäunt, für die Öffentlichkeit unzugänglich und nicht nutzbar brach.
Im Boden sind Belastungen durch Altlasten und Kampfmittel zurückgeblieben. Die Fläche ist gesichert, sodass von diesen Belastungen derzeit keine Gefahren ausgehen. Der ehemalige Raffinerie-Standort befindet sich noch immer im Eigentum der Erdöl-Raffinerie Deurag-Nerag GmbH.
Wohin können Fragen gerichtet werden?
Alle Fragen rund um das Projekt DeunerViertel und die städtebauliche Masterplanung können Interessierte an das E-Mail-Postfach richten: kontakt@deunerviertel.de
Was ist das Ziel der städtebaulichen Masterplanung?
Die städtebauliche Masterplanung soll eine Antwort auf folgende Fragen finden:
- Was kann aus der seit 40 Jahren unzugänglichen Industriebrache einmal werden?
- Welcher Mehrwert für Misburg und die Gesamtstadt kann durch eine Entwicklung entstehen?
Um diese Fragen beantworten zu können, werden in der städtebaulichen Masterplanung viele unterschiedliche Themen gemeinsam betrachtet: Es wird eine Nutzungsstruktur erarbeitet. Darin geht es um die Planung, wo auf dem Areal einmal Wohnungen, Gewerbeflächen, Grünanlagen und Freiräume entstehen können. Auch die Einbindung des künftigen Stadtquartiers in die Verkehrsinfrastruktur von Hannover-Misburg sowie umwelt- und klimabezogene Fragestellungen haben eine große Bedeutung.
Am Ende des Planungsprozesses steht eine abgeschlossene städtebauliche Masterplanung, die zwischen der Verwaltung, der Öffentlichkeit und der Stadtpolitik abgestimmt ist. Falls das Areal neu entwickelt wird, dient die städtebauliche Masterplanung als Rahmen für die künftige Nutzung der Fläche und Grundlage für weiterführende Planungen.
Ob die Fläche tatsächlich entwickelt wird, das entscheidet sich Ende des Jahres 2028. Bis dann die ersten Gebäude errichtet werden können, dauert es noch einmal circa 15 Jahre.
Wie ist der Masterplanungsprozess aufgebaut und wann können sich Bürger*innen beteiligen?
Der Masterplanungsprozess wird etwa anderthalb Jahre dauern und ist mehrstufig aufgebaut. Insgesamt durchläuft die städtebauliche Masterplanung vier aufeinander aufbauende Planungsphasen, wobei die Planungsinhalte in jeder Phase konkreter werden:
- Planungsphase: Grundlagen
- Planungsphase: Entwicklungsperspektiven
- Planungsphase: Qualifizierte Varianten
- Planungsphase: Vorzugsvariante
In den Planungsphasen 2 bis 4 finden drei Öffentlichkeitsveranstaltungen statt. In Planungsphase 3 gibt es zudem eine Online-Beteiligung.
Wohin kann sich das Deurag-Nerag-Areal entwickeln?
Das Areal stellt mit seiner Größe von etwa 90 Hektar im Hinblick auf die Wohn- und Gewerbeflächenbedarfe der Landeshauptstadt Hannover ein enormes Flächenpotenzial dar. Wenn die Fläche neu entwickelt und nachgenutzt würde, kann dieses neue Stadtquartier durch die Revitalisierung einer Industriebrache einen wichtigen Beitrag zur Innenentwicklung leisten. Innentwicklung bedeutet, dass in Hannover für Neuentwicklungen vorrangig Flächen genutzt werden, die schon einmal bebaut wurden. So kann die Inanspruchnahme bisher nicht für Bebauung genutzter Flächen weitgehend vermieden werden.
Außerdem befindet sich das Areal an einem spannenden Punkt im stadtweiten Grün- und Freiraumsystem. Mit einer Öffnung und Entwicklung der Fläche könnte ein großer Mehrwert für Misburg, Anderten und die Gesamtstadt geschaffen werden. Im Rad- und Fußwegenetz könnte ein wichtiger Lückenschluss erfolgen. Auch der neu entstehende Genami-Badesee am östlichen Rand von Misburg könnte auf diese Weise besser an die Stadt und den Stadtteil angebunden werden. Durch die Wasserlage am Misburger Stichkanal und Mittellandkanal würde die Aufenthaltsqualität an diesen Gewässern gesteigert.
Für welchen Bereich wird die städtebauliche Masterplanung erarbeitet?
Das Plangebiet bzw. der Betrachtungsraum der städtebaulichen Masterplanung umfasst die eigentlichen ehemaligen Raffinerieflächen der Deurag-Nerag GmbH und zudem die angrenzenden Siedlungsbereiche sowie das Gewerbegebiet entlang der Kreisstraße. Das Plangebiet geht über die Fläche der Deurag-Nerag GmbH hinaus, da das neue Stadtquartier im Zusammenhang mit dem bestehenden Stadtteil Hannover-Misburg geplant werden muss.
Das bisher umzäunt daliegende Gelände soll nicht als „Insel“ behandelt, sondern in die bestehenden Strukturen integriert werden. Deswegen erarbeitet die städtebauliche Masterplanung nicht nur eine Nachnutzungsperspektive für das ehemalige Deurag-Nerag-Areal, sondern betrachtet auch die städtebaulichen Verbindungen zwischen dem Areal und dem Stadtteil Misburg. Dies spielt eine wichtige Rolle in der Planung. Untenstehende Grafik markiert in schwarzer Umrandung die Flächen der ehemaligen Raffinerie. Schwarz gepunktet ist das Plangebiet der städtebaulichen Masterplanung abgegrenzt.
Deurag-Nerag-Areal
30 Hannover
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