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Mediennutzung in Zeiten von Corona

Wie viel Zeit an Smartphone, Konsole & Co ist okay?

Die Corona-Krise hat den Alltag vieler Eltern vollständig auf den Kopf gestellt. In Zeiten von Kontaktverbot und Online-Unterricht sind das Spielen am Computer, das Schauen von Serien oder die Spielekonsole für manche Kinder zu dankbaren Alternativen geworden. Für eine gewisse Zeit kein Problem, aber wann sollten Eltern handeln? Hilfe bieten hier die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Familien- und Erziehungsberatungsstellen der Region Hannover.

Sabrina Gehrke ist Psychologin und weiß, wie wichtig für Jugendliche der Kontakt zu Gleichaltrigen und Freunden ist. "Ein Großteil der Kontakte der Jugendlichen besteht aus dem gemeinsamen Schulbesuch und Treffen in der Freizeit. Beides ist seit Wochen nicht möglich. Das ist für Kinder und Jugendliche keine einfache Situation und sie suchen sich Alternativen." Eine kompetente Nutzung bedeutet, dass die digitalen Medien nur einen Teil der Freizeitaktivitäten darstellen und sich Ihr Kind von selbst auch mit anderen Dingen beschäftigt. Der Psychologin ist aber wichtig, besorgte Eltern zu beruhigen: "Die Nutzung von Online-Medien zur Gestaltung sozialer Kontakte ist zunächst unbedenklich. Auch eine zeitweise längere Nutzung von Online-Spielen ist in der aktuellen Situation kein Problem!"

Ab wann wird Online-Spielen zum Problem?

Grundsätzlich, so die Expertin, sei es wichtig, genau hinzuschauen und herauszufinden, wofür das Internet genutzt wird. "Wir unterscheiden drei Arten der Mediennutzung: Die kompetente Nutzung, die problematische Nutzung und die Sucht. Eine kompetente Nutzung bedeutet, dass die digitalen Medien nur einen Teil der Freizeitaktivitäten darstellen und sich die Kinder von selbst auch mit anderen Dingen beschäftigen."

Was genau wird wofür genutzt?

Aber woran erkennen Eltern, dass es sich bei ihrem Kind um eine problematische Nutzung von Online-Spielen handelt? "Ein erstes wichtiges Merkmal ist, dass ein Kind sehr häufig und über einen langen Zeitraum Computerspiele spielt und die Dauer des Spielens stetig zunimmt", so Gehrke. Auffällig sei zudem, wenn es dem Kind häufig nicht gelingt das Spielen zu beenden und eine Pause zu machen, obwohl dadurch erhebliche soziale Schwierigkeiten wie Streit mit der Familie oder Schulprobleme drohen.

Welche Prioritäten setzt das Kind?

Zudem rät die Psychologin dazu zu beobachten, ob das Kind bisherige soziale Kontakte, Freundschaften und Hobbys für das Computerspielen vernachlässigt und auch die Körperpflege und das regelmäßige Essen nachlassen. Und auch der Verlust einer geregelten Tagesstruktur aufgrund des Spielens sowie die Verheimlichung des tatsächlichen Ausmaßes seien weitere Anhaltspunkte. "Vereinfacht gesagt, wenn das Spielen oder die Serien, die die Kinder sich anschauen, das tägliche Leben überwiegend ausmachen, sollten Eltern genauer hinsehen. Betroffene Eltern sollten sich fragen, zu welchem Zweck die Kinder die Medien nutzen. Um sich die Zeit zu vertreiben, was grundsätzlich in Ordnung ist, oder um Probleme oder schlechte Gefühle zu vertreiben. Dann ist es empfehlenswert nach Lösungen und Alternativen zu suchen", rät Gehrke.

Tipp: Hilfe gibt es bei den FEBs

Die Fachleute der Familien- und Erziehungsberatungsstellen (FEB) unterstützen Eltern gerne bei der Frage, ob es sich bei Kindern oder Jugendlichen um eine problematische Mediennutzung handelt. Außerdem begleiten die Experten Eltern dabei, in gutem Kontakt mit Ihren Kindern und Jugendlichen zu bleiben, falls erforderlich eine ausgewogene Mediennutzung zu erarbeiten oder gemeinsam andere Strategien zu entdecken, um den Alltag bedürfnisgerechter für alle Familienmitglieder zu gestalten.

Erste praktische Anregungen gibt es hier:

  • Zunächst Ruhe bewahren
  • Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und benennen Sie konkret Ihre Beobachtungen, Sorgen und Befürchtungen.
  • Interessieren Sie sich für die Wünsche, Bedürfnisse, erlebte Frustrationen, Belastungen und Stress Ihrer Kinder.
  • Treffen Sie gemeinsam Vereinbarungen über die Häufigkeit und Dauer des Spielens, vereinbaren Sie Bildschirmzeit (fassen Sie dafür Fernsehen und Computernutzung zusammen)
  • Legen Sie die Höchstdauer für die ganze Woche fest – so lernt Ihr Kind sich die Zeit selbst einzuteilen
  • Sorgen Sie für Zeiten ohne Medienkonsum.
    • Vielleicht können Sie Ihr Kind beim Finden von Handlungsalternativen unterstützen.
    • Auch gemeinsame Aktivitäten vom Spielen, miteinander Kochen bis hin zum Teilen außergewöhnlicher Hobbys wirken sich meist sehr positiv auf die Beziehungen aus.
  • Achten Sie gemeinsam auf die Einhaltung der getroffenen Vereinbarung.