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In Wort und Bild

Geschlechtergerechte Sprache

Gleichberechtigung in der Sprache sichtbar machen, damit sie in der Gesellschaft stattfinden kann.

Die Region Hannover setzt sich für eine gleichberechtigte Gesellschaft ein und macht ihre Gleichstellungsbemühungen auch durch die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache in Wort und Bild sichtbar.

Wenn Frauen und Männer angesprochen werden, sehen dafür aktuelle Nutzungsregeln die Paarform vor. Die weibliche Personenbezeichnung wird dabei voran gestellt. Alternativen sind Kollektivbezeichnungen, Institutionennamen oder geschlechtsneutrale Formulierungen. Nicht vorgesehen ist die „Schrägstrich-Form“, das Binnen-I“ oder der Gender Stern.

Mitgemeint ist nicht mitgedacht

Für das Team Gleichstellung in der Region Hannover ist aber die Zeit vorbei, in der man die „Bürger“ amtlich in Männer und Frauen einteilte: Gemeinden und Behörden müssen seit dem Karlsruher Gerichtsurteil (2017) ein drittes Geschlecht anerkennen. Der Gender Stern ist die beste Möglichkeit, das auch orthografisch zu tun.

Unzählige kognitionspsychologische Untersuchungen belegen: mitgemeint ist nicht mitgedacht. Wenn wir sagen „in der Kita fehlen Erzieher“, denken wir eben nicht automatisch an Frauen oder Personen des so genannten dritten Geschlechts. Sprache erzeugt unweigerlich Bilder im Kopf. Und auf diese Weise erschwert der sprachliche Gebrauch der Paarform die Vorstellung von Menschen, die sich nicht eindeutig männlichen oder weiblichen Personenbezeichnung zuordnen lassen, weil sie sich weder als Mann noch als Frau oder als Mann und Frau verstehen. Ca. 160.000 Menschen, auf die das in Deutschland zutrifft, bleiben unsichtbar.

Genderstern nicht länger verbieten

Ihre gesellschaftliche Diskriminierung lässt sich nur im Einklang mit der Sprache beenden. Deshalb verbreitet sich der Gender Stern schneller als es die Meisten glauben. Das können wir wie die vielen anderen natürlichen Sprachveränderungen anerkennen ohne uns davon bedroht zu fühlen.

Wir wünschen uns von der Region Hannover mehr Gelassenheit und Offenheit bei dem Thema. Eine moderne Verwaltung sollte den Gender Stern nicht länger verbieten, weil wir nicht länger ignorieren können dass es Menschen gibt, die sich durch „sehr geehrte Damen und Herren“ nicht angesprochen fühlen. Unser Ziel ist Gleichberechtigung. Sie sollte in der Sprache auch gegeben sein, damit sie in der Gesellschaft stattfinden kann. Für uns in der Verwaltung ist es nur ein Sternchen, das am Ende aber dazu führt, dass wir alle Menschen ansprechen und niemanden mehr durch Sprache diskriminieren. Es ist an der Zeit, Vielfalt nicht nur akzeptieren, sondern uns ihrer auch anzunehmen.