Ein zentrales Anliegen des neuen Gleichstellungsplans ist die Erhöhung des Frauenanteils in Führungs- und Schlüsselpositionen. Aktuelle Zahlen zeigen hier ein differenziertes Bild: Zum Stichtag 31. Dezember 2024 liegt der Frauenanteil in Führungspositionen insgesamt bei 46,1 Prozent. Auf Ebene der Sachgebietsleitungen ist der Anteil seit 2019 um 2,6 Prozentpunkte auf 48,6 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist jedoch auf höheren Führungsebenen ein Rückgang zu verzeichnen. So sank der Frauenanteil bei den Fachbereichsleitungen von 57,1 Prozent im Jahr 2019 auf 46,2 Prozent im Jahr 2024. Bei den Bereichsleitungen verringerte sich der Anteil im gleichen Zeitraum von 44,2 auf 39,6 Prozent.
Mit gezielten Maßnahmen will die Stadt dieser Entwicklung aktiv entgegenwirken. Der Gleichstellungsplan umfasst unter anderem ein strukturiertes Elternzeitmanagement sowie neue Ansätze der Frauenförderung, um Karrierewege transparenter und besser planbar zu gestalten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der stärkeren Verankerung des Gleichstellungsplans in den Fachbereichen. Der Plan setzt gezielt auf den Transfer in die Fachbereiche und stärkt Führungskräfte in ihrer Rolle. Denn: Gleichstellung wird ausdrücklich als Führungsaufgabe verstanden.
Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, betont: „Eine moderne Verwaltung braucht eine moderne Gleichstellungspolitik. Der neue Gleichstellungsplan verbindet unsere Werte als Arbeitgeberin mit konkreten Maßnahmen – von der gezielten Förderung von Frauen in Führungspositionen bis zur besseren Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Lebensphasen.“
Auch Luisa Arndt, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Hannover, hebt die Bedeutung des Plans hervor: „Der neue Gleichstellungsplan setzt ein deutliches Zeichen für eine moderne, verantwortungsbewusste und zukunftsfähige Stadtverwaltung. Wir gehen einen weiteren Schritt hin zu einer Verwaltung, die gleiche Chancen für alle Geschlechter konsequent ermöglicht. Dabei ist es wichtig Gleichstellung nicht nur strategisch zu planen, sondern täglich zu leben, daher stärkt der Plan Führungskräfte, macht Strukturen transparenter und erweitert die Perspektiven für alle Beschäftigten.“
Neben der Förderung von Frauen in Führungspositionen befasst sich der Gleichstellungsplan mit weiteren Herausforderungen – wie etwa der Unterrepräsentanz einzelner Geschlechter in bestimmten Berufsgruppen. Gleichzeitig legt er einen starken Fokus auf die Rolle von Führungskräften als zentrale Multiplikator*innen für den kulturellen Wandel innerhalb der Verwaltung. Darüber hinaus greift der Plan Themen auf, die bislang wenig Beachtung gefunden haben: Dazu zählen unter anderem der Ausbau angemessener Sanitäranlagen für Frauen auf Werkhöfen, die Enttabuisierung der Wechseljahre im Arbeitskontext sowie die Idee eines Fahrdienstes zur Unterstützung pflegender Angehöriger. Ziel ist es, Beschäftigte in unterschiedlichen Lebensphasen gezielt zu entlasten und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben nachhaltig zu verbessern.
Ein Blick auf die städtischen Unternehmen in Hannover zeigt, dass Fortschritte möglich sind: Dort sind inzwischen 56 Prozent aller Führungspositionen mit Frauen besetzt. Damit nimmt Hannover bundesweit eine Spitzenposition ein – der Anteil weiblicher Führungskräfte in kommunalen Unternehmen liegt laut Studien im Durchschnitt bei lediglich 23 Prozent.
Mit dem neuen Gleichstellungsplan unterstreicht die Landeshauptstadt Hannover ihren Anspruch, eine moderne, vielfältige und chancengerechte Arbeitgeberin zu sein und setzt zugleich ein klares Signal für eine zukunftsorientierte Verwaltungskultur.
Erstmals wurde der Gleichstellungsplan zudem als Beschlussdrucksache in den politischen Gremien beraten. Damit war die Politik nicht nur eingebunden, sondern aktiv an der Ausgestaltung beteiligt.