Folge 2 – Krisen nach der Geburt – die postpartale Depression
Die Zeit nach der Entbindung ist eine Achterbahn der Emotionen – zwischen Freude, Müdigkeit und Unsicherheit. Doch wenn Traurigkeit, Angst oder Hoffnungslosigkeit über Wochen anhalten, kann eine peripartale (während der Schwangerschaft) oder postpartale (nach der Geburt) psychische Erkrankung dahinterstecken. Die postpartale Depression betrifft bis zu 15 % der Mütter und kann auch Väter oder nicht-gebärende Elternteile betreffen. Sie wird oft verwechselt mit dem „Babyblues“, einer hormonell bedingten Stimmungsveränderung in den ersten 1–2 Wochen nach der Geburt, die meist von selbst abklingt. Hält die depressive Verstimmung jedoch länger an oder verschlimmert sich, ist das ein Alarmsignal.
Mögliche Anzeichen einer peri- oder postpartalen Depression:
- Starke Traurigkeit und/oder häufiges Weinen
- Gefühle von Schuld, Versagen oder Wertlosigkeit
- Extreme Erschöpfung, die über die normale Müdigkeit hinausgeht
- Verlust von Freude und Interesse
- Schwierigkeiten, eine Bindung zum Baby aufzubauen
- Ständiges Grübeln oder das Gefühl, überfordert zu sein
- Appetitverlust (v.a. bei stillenden Müttern)
- Negative Gefühle gegenüber dem Kind
- Gedanken dem Kind etwas antun oder es nicht angemessen versorgen zu können
- Gedanken sich selbst etwas anzutun
Achtung:
Gedanken an Selbstverletzung oder Schädigung des Babys sind akute Notfallsignale – hier muss sofort gehandelt werden: Ruft dann direkt die 112!
Die gute Nachricht: Mit Therapie (zum Beispiel Gesprächstherapie), Medikamenten (auch stillfreundliche Optionen!) und sozialer Unterstützung lassen sich die Symptome gut behandeln.
Weitere Informationen rund um die Thematik und weiteren Herausforderungen und Krisen rund um die Geburt findet ihr unter:
Hier geht es zu Informationen zu UplusE:
Kontakt:
KRH Psychiatrie Langenhagen - Klinikum Region Hannover GmbH
Anlaufstellen, Adressen und Links bei peri- oder postpartal psychischen Erkrankungen
Sprechen Sie offen darüber und bitten Sie um Unterstützung. Sie können sich bei den unten genannten Adressen Hilfe holen:
Der Sozialpsychiatrische Dienst für Erwachsene:
Wenn du eine ganz akute Krise hast und dies außerhalb der Telefonsprechzeiten des Sozialpsychiatrischen Dienstes sein sollte, dann melde dich hier:
- Ruf 112 an oder ruf 110 an
- Wenn du sofort persönliche Hilfe brauchst und ggf. auch stationär psychiatrisch aufgenommen werden musst, kannst du jederzeit in die Notaufnahme eines Krankenhauses mit psychiatrischer Abteilung und Ambulanz gehen.
- Die für dich zuständige Klinik in der Region Hannover findest du unter: http://hannover.de/sektorenverzeichnis
- Der ärztliche Notdienst behandelt Patient*innen, wenn eine Erkrankung so dringend erscheint, dass nicht bis zur nächsten Sprechstunde der ärztlichen Praxen gewartet werden kann, aber keine akute Gefahr besteht, die einen Rettungsdienst notwendig machen würde. Diesen erreichst du unter der Tel.-Nr. 116 117
- An Wochenenden (einschließlich Freitagnachmittag) und an Feiertagen gibt es den Psychosozialen/ Psychiatrischen Krisendienst (PPKD) unter 0511 / 30 03 34 70
Podcast Chancenreich
Kristina spricht in dieser Folge mit Dr. Hintzen, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am KRH Psychiatrie Langenhagen, über psychische Krisen rund um die Geburt – ein Thema, das viele Eltern betrifft, aber oft im Verborgenen bleibt. Was sind die Unterschiede zwischen Babyblues und einer postpartalen Depression? Wie erkennen Betroffene und Angehörige Warnsignale? Und welche konkreten Hilfsangebote gibt es, um aus der Krise zu finden?
Deutsch
English
中文
Danish
Eesti
Español
Suomi
Français
Italiano
日本語
한국
Nederlands
Norge
Polski
Portugues
Русский
Svenska
Türkçe
العربية
Romanesc
български