Üstra-Toch­ter pro­tec star­tet Bo­dy­cam-Pi­lot­pro­jekt

Sicherheitsgefühl erhöhen

Üstra-Toch­ter pro­tec star­tet Bo­dy­cam-Pi­lot­pro­jekt

Für noch mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr: Die Üstra-Tochterfirma protec testet in einer zunächst sechsmonatigen Pilotphase den Einsatz von Bodycams. 

(v.l.n.r.) Mathias Lindscheid, Geschäftsführer der protec Service GmbH, protec-Mitarbeitende Erkan Ugurlu, Caroline Leifheit, Stephan Wild, sowie Elke van Zadel, Vorstandsvorsitzende der Üstra.

Sechsmonatige Pilotphase

Für noch mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr testet die Üstra-Tochterfirma protec den Einsatz von Bodycams. In einer zunächst sechsmonatigen Pilotphase werden Mitarbeitende des Sicherheitsdienstes mit den mobilen Kameras ausgestattet. Ziel ist es, Erfahrungen mit der Technik zu sammeln und zu prüfen, welchen Beitrag Bodycams zur Deeskalation und zur Sicherheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen leisten können.

Das Üstra-Tochterunternehmen protec ist insbesondere für Sicherheit und Reinigung an den unter- und oberirdischen Anlagen des Verkehrsunternehmens zuständig. Etwa 80 der über 300 Beschäftigten der protec kümmern sich tagtäglich um die Sicherheit der Fahrgäste in den Tunnelstationen, an den Haltestellen oder in den Bussen und Bahnen der Üstra. Dabei absolvieren sie ca. 15.000 Einsätze jährlich. Oft reicht die Präsenz der protec-Mitarbeitenden aus oder der Dialog mit Beteiligten, um bestimmte Situationen zu entschärfen.

Präventive Wirkung

Bodycams können aber insbesondere in konfliktbehafteten Situationen eine zusätzliche präventive Wirkung entfalten. Allein die sichtbare Ankündigung einer möglichen Aufzeichnung kann dazu beitragen, bestimmte Konstellationen frühzeitig zu beruhigen. Gleichzeitig können die Aufnahmen – im Rahmen der geltenden rechtlichen und datenschutzrechtlichen Vorgaben – dazu dienen, Vorfälle nachvollziehbar zu dokumentieren.

„Unsere Mitarbeitenden im Sicherheitsdienst leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich unsere Fahrgäste in Bussen, Stadtbahnen und Stationen sicher fühlen können. Mit dem Einsatz von Bodycams erproben wir eine weitere Möglichkeit, die Kolleginnen und Kollegen in schwierigen Situationen zu unterstützen“, sagt Elke van Zadel, Vorstandsvorsitzende der Üstra.

Die halbjährige Pilotphase startet ab sofort und ist in 4 zeitliche Abschnitte unterteilt, in denen die Mitarbeitenden sukzessive mit Bodycams ausgestattet werden. Bis Ende Februar 2027 ist das Ziel, alle Beschäftigten im Streifendienst ausgerüstet zu haben. In der Pilotphase sollen u.a. die technische Zuverlässigkeit getestet, Abläufe erprobt und grundsätzliche Erfahrungen gesammelt werden. Schon vor der Pilotphase gab es Schulungen für Mitarbeitende. In den nächsten Monaten wird es regelmäßige interne Infoveranstaltungen, Besprechungen und kontinuierliche Unterstützungsmaßnahmen bei der protec geben. 

„Mit dem Pilotprojekt wollen wir ermitteln, welche Lösungen sich im Arbeitsalltag bewähren. Für unsere Mitarbeitenden ist entscheidend, dass die Technik einfach, zuverlässig und in kritischen Situationen unterstützend eingesetzt werden kann“, erklärt Mathias Lindscheid, Geschäftsführer der protec Service GmbH.

„Wir müssen kontinuierlich daran arbeiten, das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen, auch wenn wir wissen, dass die Sicherheitsstandards bei uns schon sehr hoch sind. Wenn das Thema Bodycam ein weiterer Baustein im Rahmen unserer Sicherheitsarchitektur sein kann – neben Notruf- und Infosäulen, Kameras in den Fahrzeugen und Stationen, Kooperationen mit der Polizei und vielem mehr, dann ist allen geholfen“, unterstreicht Elke van Zadel.

Wissenswertes zu den Kameras - Einsatz, Funktionsweise, rechtlicher Rahmen

  • Die Bodycam darf nur zum Eigenschutz, Schutz anderer Personen, zur Deeskalation, Beweissicherung und zur Durchsetzung des Hausrechtes eingesetzt werden.
  • Einsatz der Bodycam darf nur dort erfolgen, wo die protec Hausrecht genießt (z. B. Fahrzeuge, Haltestellen, U-Stationen, Bereich der HRG (Niki-de-Saint-Phalle-Promenade)).
  • Die Uniformen der protec-Mitarbeitenden sind mit entsprechenden Hinweisen gekennzeichnet. Die Kamera ist sichtbar an der Dienstkleidung angebracht.
  • In der ersten Stufe der Nutzung der Bodycams wird das sichtbar getragene Display aktiviert und die sogenannte Pre-Recording-Funktion eingeschaltet. Somit sind auch die letzten 90 Sekunden vor einer eigentlichen Aufnahme aufgezeichnet.
  • Die Aktivierung der Aufzeichnung wird verbal angekündigt. Die Bodycams zeichnen lediglich Videos auf. Es werden keine Tonaufnahmen erstellt.
  • Während einer Aufzeichnung leuchtet eine rote LED. Die Aufnahme ist für Betroffene erkennbar.
  • Aufgezeichnete und interessierte Personen werden mit einer sogenannten Berechtigungskarte informiert.
  • Bodycam-Träger und Führungskräfte haben keinen Zugriff auf die Aufnahmen bzw. deren Auswertung. Nur nach behördlicher Aufforderung übernimmt das ein Team, das nicht im Bereich Sicherheit tätig ist.
  • Grundsätzlich erfolgt die Speicherung und Löschung von Daten automatisiert. Nicht benötigte Aufzeichnungen werden nach 3 Tagen automatisch gelöscht
  • Kosten für die Kameras/Software: ca. 65.000 Euro für ca. 50 Stück, Betriebskosten p.a.: ca. 15.000 Euro

Fakten und Zahlen zu protec

Die protec service GmbH wurde 1997 als Sicherheits- und Dienstleistungsgesellschaft mbH gegründet. Mit Üstra & Regiobus als Gesellschafter ist die protec fest im hannoverschen Öffentlichen Personennahverkehr verankert. Gegenstand der protec sind alle Dienstleistungen im Bereich des Personen- und Objektschutzes sowie der Pflege und Betreuung von Liegenschaften für private, gewerbliche und öffentliche Einrichtungen. Derzeit sind insgesamt über 300 Beschäftigte bei der protec tätig.

Bereich Sicherheit

  • Circa 80 Beschäftigte rund um die Uhr jeden Tag im Bereich U-Bahn mit Bestreifung in Stationen, Haltestellen und Zugbegleitung; Jährlicher Umfang: 15.000 Einsätze / über 60.000 Service- und Unterstützungsmaßnahmen für Fahrgäste
  • Circa 20 Beschäftigte für Fahrausweisprüfung
  • Betrieb einer 24/7 Einsatzleitstelle mit 7 Arbeitsplätzen zur Disposition der Beschäftigten in Kooperation mit Üstra, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und anderen sowie Videobeobachtung für U-Bahnstationen
  • City-Streife rund um Hauptbahnhof und Passerelle
  • Diverse Aufgaben im Objektschutz für Liegenschaften der Üstra
  • Parkplatzbewirtschaftung für das Klinikum Region Hannover

Bereich Reinigung

  • Betreuung von 20 U-Bahn-Stationen, 178 Stadtbahnhaltstellen, 420 Bushaltestellen, 42 Sanitäranlagen sowie 15 P+R Flächen
  • Täglich über 70 Beschäftigte mit mehr als 30 Fahrzeugen, Kehr- und Reinigungsmaschinen sowie Geräten im Einsatz: Boden-, Glas- und Grundreinigung, Graffitientfernung, Gleisreinigung (Bremssand), Sonder- und Spezialreinigung
  • Jede Nacht über 60 Mitarbeiter bei der Innenreinigung der Fahrzeugflotten im Einsatz (340 Stadtbahnen, fast 500 Busse)
  • Unterhaltsreinigung in diversen Büro- und Werkstattgebäuden auf den Liegenschaften der Üstra und regiobus

(Veröffentlicht am 3. September 2026)

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