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GFO-Wanderpreis 2019/20

Staatsoper Hannover: "La Juive" ausgezeichnet

Der diesjährige Wanderpreis der Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V. (GFO) geht an die Opernproduktion "La Juive" von Jacques Fromental Halévy in der Inszenierung von Lydia Steier und unter der musikalischen Leitung von Constantin Trinks.

Dies teilte die Gesellschaft am 22. Dezember 2020 mit. Seit 1995 zeichnen die Mitglieder der Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V. (GFO) die beste Neuinszenierung der Spielzeit mit dem GFO-Wanderpreis, einer Bronzeplastik von Prof. Kurt Lehmann, aus. Folgende Kriterien leiten die Auswahl: Eine schlüssige Interpretation des Werkes soll es sein, sowohl in musikalischer Hinsicht, als auch bezüglich der Deutung durch die Regie.

"La Juive" gewinnt mit 56 Prozent der Stimmen

Obgleich die Spielzeit 2019/20 ein so abruptes Ende gefunden hat und viele Premieren abgesagt werden mussten, haben die Opernfreunde in diesem Jahr abgestimmt und mit 56 Prozent der Stimmen die Neuinszenierung der Oper "La Juive" von Jacques Fromental Halévy für den GFO-Wanderpreis ausgewählt. Es ist dem Produktionsteam gelungen, mit diesem fast vergessenen Erfolgsstück zu einem hochaktuellen Thema die Opernfreunde zu überzeugen und nachhaltig zu beeindrucken.
 
Coronabedingt war eine persönliche Überreichung des GFO-Wanderpreises in einem größeren Rahmen in der Spielzeit leider nicht möglich. "Das bedauern wir sehr, hoffen jedoch, dass wir Ihnen dennoch durch diese Auszeichnung unsere besondere Wertschätzung für Ihre herausragende Leistung verdeutlichen können", so die GFO-Vorsitzende Johanna Paulmann-Heinke in ihrem Grußwort an das Produktionsteam. "Wir wünschen Ihnen allen in diesen schwierigen Zeiten alles Gute, vor allem Gesundheit und bedanken uns herzlich für die vielen Musiktheatererlebnisse von höchster Qualität, die Sie uns auch in Pandemie-Zeiten ermöglichen."

Statement Laura Berman

Den Wanderpreis hat Frau Paulmann-Heinke inzwischen stellvertretend an die Sopranistinnen Hailey Clark und Barno Ismatullaeva, die in der Rolle der Rachel brillierten, und an Intendantin Laura Berman überreicht. Diese freut sich über die Auszeichnung dieser Produktion, die gleichzeitig die erste Premiere ihrer Intendanz hier in Hannover gewesen ist, ganz besonders: "Die Unterstützung durch die GFO ist für die Staatsoper von unschätzbarem Wert und die Auszeichnung einer Produktion mit dem Wanderpreis eine wundervolle Würdigung unserer künstlerischen Arbeit. Die Eröffnung meiner Intendanz mit 'La Juive' war ein großer Erfolg – ein sozio-politisches Statement mit einer Oper, die Rassismus und die Frage nach Assimilation und Koexistenz in den Mittelpunkt stellt. Nicht zuletzt für diese Produktion wurden wir gerade mit dem Oper! Award 2020 als Bestes Opernhaus ausgezeichnet. Gerade in dieser für die Kunst schwierigen Zeit ist es für unsere Künstlerinnen und Künstler wichtig, eine solche Würdigung ihrer Arbeit zu erfahren. Ich finde es schön, dass eine Besucherorganisation eine so mutige Produktion auswählt, die sich rückwärts durch die Geschichte arbeitet und dabei sarkastisch rassistische Bilder auf der Bühne zitiert. Das zeugt von der Offenheit und Neugierde der Mitglieder. Herzlichen Dank an alle, die sich an der Abstimmung beteiligt haben!"

(Veröffentlicht am 22. Dezember 2020)