Hannovers Traditionsbrauerei

Hohe Investitionen in die Gilde

Hannovers Traditionsbrauerei gehört seit dem Jahreswechsel einem neuen Besitzer. Die TCB Beteiligungsgesellschaft aus Frankfurt/Oder hat die Gilde Brauerei vom US-Konzern Anheuser-Busch InBev übernommen und Investitionen in Millionehöhe angekündigt.

Gilde-Brauerei an der Hildesheimer Straße

Neues Konzept und alte Marken

Nach Angaben von Geschäftsführer Mike Gärtner bleiben die Traditionsmarken "Ratskeller", "Gilde Pilsener" und "Lindener Spezial" erhalten, neu hinzukommen soll ein naturtrübes Radler. Auch ein alkholfreies Bier wird zum Angebot gehören. Verpackungen, Schriftzüge und Flaschenformen werden jedoch überarbeitet. Durch eine neu installierte Dosenabfüllanlage soll insbesondere die Produktion für Discounterware sowie der Export nach Asien gefördert werden. Insgesamt sollen mindestens zehn Millionen Euro am Standort in der Südstadt investiert werden und das Brauvolumen von zuletzt 150.000 Liter Bier auf eine Million Hektoliter ansteigen. Das Sponsoring von Sportvereinen und Veranstaltungen (u.a. Hannover Indians) werde fortgesetzt.

Gilde Brauerei

Die Gilde Brauerei ist eines der ältesten Unternehmen in Hannover. Gegründet wurde das Unternehmen 1609. Die Geschichte der Brauergilde reicht allerdings bereits fast hundert Jahre weiter zurück in das Jahr 1526, als der hannoversche Brauer Cord Broyhan erstmals ein helles, obergäriges Bier gebraut hat.

TCB

Die TCB mit Sitz in Frankfurt/Oder betreibt derzeit drei Brauereistandorte: Frankfurter Brauhaus in Frankfurt/Oder, Champigneulles in Nancy (Frankreich) und Feldschlößchen in Dresden. Zudem braut TCB für Handelsmarken diverser Handelsketten. TCB zählt mittlerweile zu den führenden deutschen Brauereiunternehmen nach Radeberger und Oettinger. TCB hat die Feldschlößchen Brauerei in Dresden nach der Übernahme 2011 von einer rückläufigen Regionalmarke im Weltkonzern Carlsberg trotz lokaler Konkurrenz zu einer stark wachsenden Biermarke entwickelt, insbesondere über den Vertrieb in Gaststätten und die Zusammenarbeit mit Sportvereinen. Mit der Übernahme der Gilde will TCB nach eigenen Angaben sein Portfolio erweitern: sowohl um eine zweite Marke als auch um die Produktionskapazitäten, die bei Gilde am Brauereistandort Hannover vorhanden, bisher aber bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Bereits im Juli 2015 hat die TCB ein langfristiges Engagement in Hannover angekündigt. Zur Umsetzung sind erhebliche Investitionen geplant.

(Veröffentlicht: 7. Januar 2016)