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Bunt bemalte Eier in Eierkartons © Anne-Katrin Jacobs

Beliebte Osterzierde: bunt bemalte Hühnereier

Gut zu wissen

TiHo beantwortet Fragen rund ums Osterei

Wie viele Eier legt ein Huhn pro Jahr? Warum sind gefärbte Eier nicht gekennzeichnet? Und warum bringt ausgerechnet ein Hase die Eier zum christlichen Osterfest? Das Team des WING – Wissenschaft und Innovation für Nachhaltige Geflügelwirtschaft der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover beantwortet Fragen rund um das Osterei.

Wieso gibt es Ostereier?

Das Ei gilt seit dem Mittelalter als Symbol für die Auferstehung Christi. Zudem waren Eier früher in der Fastenzeit verpönt – vom Aschermittwoch bis zum Karfreitag, der Kreuzigung Jesu, wurde eine strenge Fastenzeit eingehalten. Da die Hühner aber nicht aufhörten, Eier zu legen, gab es zu Ostern entsprechend viele davon. Um sie nach der Fastenzeit nicht mit den frischen Eiern zu verwechseln, wurden sie rot eingefärbt.

Warum sind braune Eier in Deutschland normalerweise gefragter als weiße?

Braune Eier wirken natürlicher. Weiße Eier stehen dagegen mehr für Sauberkeit. Die Deutschen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrheitlich dafür entschieden, dass ein Ei natürlich aussehen soll. In den USA ist es genau umgekehrt. Die meisten Eier dort sind weiß. Nur zu Ostern steigt die Nachfrage nach weißen Eiern sprunghaft an, weil sie sich angeblich besser färben lassen. Das ist auch der Grund, warum weiße Eier vor Ostern deutlich teurer sind als braune. Dabei lassen sich braune Eier in der Regel genauso gut färben wie weiße – lediglich der farbliche Kontrast ist bei weißen Eiern natürlich besser.

Warum gibt es überhaupt braune und weiße Eier?

Das hängt von der Rasse der Hühner ab. Dabei lässt sich nicht sagen, dass Hennen mit braunem Federkleid nur braune und Hennen mit weißem Federkleid nur weiße Eier legen. In der Rassegeflügelzucht gibt es auch Hühnerrassen, die grüne, rötliche oder bläuliche Eier legen.

Wie lange halten sich gekochte Ostereier?

Werden die Eier nicht gekühlt, sind sie etwa zwei Wochen haltbar – vorausgesetzt sie wurden mindestens zehn Minuten hart gekocht. Im Kühlschrank bleiben sie laut Bundesinstitut für Risikobewertung immerhin vier Wochen lang frisch. Eier verderben schneller, wenn die Schale beschädigt ist, weil dann Keime in das Ei eindringen können. Aus diesem Grund sollten Eier auch nach dem Kochen nicht mit kaltem Wasser abgeschreckt werden: Beim Abschrecken gelangen das Wasser und eventuell enthaltene Keime durch kleine Risse oder die poröse Schale in das Innere des Eis. Dadurch verkürzt sich die Haltbarkeit auf wenige Tage, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Aus welcher Haltungsform stammen die meisten Eier?

Nahezu 62 Prozent aller Legehennen wurden 2018 in Bodenhaltung eingestallt. Auch die eingefärbten Eier kommen ganz überwiegend aus dieser Haltungsform. Hennen in Freilandhaltung hatten einen Anteil von 19 Prozent. Fast zwölf Prozent der Legehennen wurde ökologisch gehalten – Tendenz steigend. Etwa sieben Prozent der Hennen waren der sogenannten Kleingruppenhaltung zuzuordnen. (Quelle: Marktinfo Eier und Geflügel 2019). Diese Eier werden zum größten Teil weiterverarbeitet, zum Beispiel für Nudeln und Kuchen. Der Einzelhandel verkauft so gut wie keine Kleingruppeneier mehr.

Ist Freilandhaltung wirklich die beste Haltungsform für ein Huhn?

Richtig ist, dass ein Huhn in der Freilandhaltung am meisten Platz hat – und zwar vier Quadratmeter Auslauffläche pro Henne im Außenbereich. Da Hühner Herdentiere sind, nutzen sie den Platz nicht aus, sondern halten sich meist in der Nähe des Stalls auf. Dort sind sie auch besser vor natürlichen Feinden wie Raubvögeln geschützt. Auch die Wahrscheinlichkeit von Infektionen und die Sterblichkeitsrate sind in der Freilandhaltung höher.

Woran erkenne ich, aus welcher Haltungsform ein Ei stammt?

Das verrät der Aufdruck auf dem Ei. Die Kennzeichnung DE steht für Deutschland. Die Zahl davor kennzeichnet die Haltungsform. 1 bedeutet Freilandhaltung, 2 Bodenhaltung und 3 Kleingruppenhaltungen. Die 0 findet sich auf Bio-Freilandeiern. Die weiteren Zahlen kennzeichnen das Bundesland sowie den Betrieb und den Stall, in dem das Ei gelegt wurde. Wer die gesamte Nummer unter der Webadresse www.was-steht-auf-dem-ei.de eingibt, erhält alle Informationen über den Betrieb und den Stall.

Was unterscheidet ein Bio-Ei von einem konventionell erzeugten Ei?

Bio-Hennen leben in einer Freilandhaltung mit Auslauf. Im Unterschied zur konventionellen Freilandhaltung haben sie etwas mehr Platz. Der wichtigste Unterschied ist aber das Futter, das nur aus biologisch angebauten Zutaten bestehen darf.

Wie viel Eier legt ein Huhn?

In der Regel legt eine Henne fast täglich ein Ei, im Durchschnitt sind es rund 290 Eier pro Jahr. Die ersten Eier legt ein Huhn im Alter von etwa fünf Monaten. Sie gelangen aber nicht in den Handel, weil sie noch zu klein sind und die Schale noch zu dünn ist. Häufig sind auch Eier mit zwei Dottern dabei.

Wann schlüpfen Küken aus den Eiern?

Küken entstehen nur, wenn die Henne vorher von einem Hahn befruchtet wurde. Hühner benötigen allerdings keinen Hahn, damit sie Eier erzeugen. Das Ei wird ein paar Tage nach dem Eisprung einfach unbefruchtet ausgeschieden und nicht bebrütet. Aus einem befruchteten Ei schlüpfen die Küken bereits nach 21 Tagen.

Wie viele Eier pro Woche sind für Menschen gesund?

Eier sind sehr gesund. Sie enthalten viele Proteine und Vitamine. Die Annahme, dass Eier den Cholesterin-Spiegel erhöhen, ist überholt. Denn die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung ist begrenzt. Überschüssiges Cholesterin wird über den Harn ausgeschieden. Nach aktuellem Wissensstand ist der Verzehr von Eiern für gesunde Menschen unbedenklich. Für Menschen mit genetischer Veranlagung zu Fettstoffwechselstörungen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den Verzehr von höchstens zwei bis drei Eiern pro Woche.

Wie viele Eier essen die Deutschen?

Im Durchschnitt isst ein Deutscher 235 Eier pro Jahr, Tendenz steigend. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit aber nur im Mittelfeld. Mit 360 Eiern pro Kopf werden in Mexiko die meisten Eier verzehrt, während ein Inder im Schnitt nur 59 Eier im Jahr isst (Quelle: eigene Berechnungen nach Marktinfo Eier und Geflügel 2019). Deutschland kann sich jedoch mit Eiern nicht selbst versorgen. So muss fast ein Drittel der Eier importiert werden. Diese werden vor allem aus den Niederlanden und Polen nach Deutschland eingeführt. Übrigens, beim Abkochen verschwindet der Stempel, der Hinweise auf die Herkunft der Eier und die Haltung der Legehennen gibt. Deshalb sollte man bei gefärbten Ostereiern schauen, ob diese Angaben auf der Verpackung angegeben sind oder bei losen Ostereiern nachfragen, woher diese stammen.

Warum bringt eigentlich ein Hase die Ostereier?

Der Osterhase wird zum ersten Mal von dem Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau im Jahr 1682 in der Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ erwähnt. Er schildert für Oberdeutschland, Pfalz, Elsass und angrenzende Gebiete sowie Westfalen den Brauch, dass der Osterhase die Eier in Gärten im Gras und Gesträuch versteckt, wo sie zur Freude und Belustigung der Erwachsenen von den Kindern gesucht werden. Dass der Osterhase die Eier verstecke, nennt er „eine Fabel, die man Simpeln und Kindern aufbindet“. In einigen Teilen der Schweiz war der Kuckuck der Eierlieferant, in Teilen von Westfalen war es der Osterfuchs, in Thüringen brachte der Storch und in Böhmen der Hahn die Eier zum Osterfest.

Das WING

Seit dem 1. Oktober 2019 forscht das WING an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und hat seinen Namen in „Wissenschaft und Innovation für Nachhaltige Geflügelwirtschaft“ geändert. Wie bisher wird WING über aktuelle und künftige Forschungen sowie deren Ergebnisse berichten und einen realistischen Einblick in die moderne, marktorientierte Geflügelwirtschaft geben.