Zwei Tage des offenen Denkmals in Hannover
Über 40 Baudenkmale öffnen
Hannover hat den Tag des offenen Denkmals auf das Wochenende 12. und 13. September 2026 ausgeweitet. Mehr als 40 Baudenkmale sind bei Führungen, Besichtigungen, Spaziergängen, Radtouren und mehr Programm zu entdecken. Dabei bieten sich neue Perspektiven auf Hannovers Baugeschichte.
Besondere Perspektiven im Opernhaus bot die Technische Direktorin Ilka Licht (Mitte). Das Programm zum Tag des offenen Denkmals 2026 präsentierten dort Stadtbaurat Thomas Vielhaber (links) und Frank Seehausen, Denkmalpfleger bei der Landeshauptstadt Hannover.
Mehr Orte, mehr Eindrücke, mehr Zeit: Der Tag des offenen Denkmals findet in Hannover in diesem Jahr erstmals an zwei Tagen statt. Am Samstag und Sonntag, 12. und 13. September 2026, öffnen mehr als 40 Baudenkmale ihre Türen und bieten seltene Einblicke in die Geschichte und Baukultur der Stadt. Die Denkmalpflege der Landeshauptstadt Hannover im Fachbereich Planen und Stadtentwicklung hat dafür erstmals ein koordiniertes Programm mit mehr als 40 Veranstaltungen zusammengestellt.
Motto 2026: Netzwerke, Denkmale und Infrastruktur
Das bundesweite Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals lautet „Netzwerke, Denkmale und Infrastruktur“. Auch in Hannover geht es um Netzwerke, die die Stadt über Jahrhunderte geprägt haben: um Energie und Bewegung, um Kunst und Kultur, Glauben und Lebensfreude, aber auch um technische und verkehrliche Infrastruktur. Auf einer Zeitreise durch die Stadt lassen sich bäuerliche Wurzeln, fürstlicher Glanz und die charakteristische Klinkerarchitektur Hannovers entdecken.
„Denkmalschutz eröffnet nicht nur spannende Einblicke, sondern ist ein wichtiger Teil unserer lokalen Identität und ein Standortfaktor für Hannover. Baudenkmale erzählen nicht nur Geschichte, sie schaffen Orientierung, stiften Identität und geben unserer Stadt ein unverwechselbares Gesicht“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay. „Gleichzeitig ist Denkmalerhalt gelebte Nachhaltigkeit: Wenn wir bestehende Gebäude erhalten und weiter nutzen, durchbrechen wir den Kreislauf von Abriss und Neubau und bewahren wertvolle „graue Energie“. Der Tag des offenen Denkmals zeigt, welcher Mehrwert daraus für die gesamte Stadtgesellschaft entsteht.“
Anzeiger-Hochhaus an der Goseriede 9
Bekannte Denkmale neu entdecken
Neben klassischen Denkmalöffnungen und Führungen setzt das hannoversche Programm in diesem Jahr bewusst auf neue Perspektiven. Spaziergänge und geführte Fahrradtouren laden dazu ein, Baudenkmale nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit ihrer Umgebung und der Entwicklung der Stadt zu erleben. Ein Konzert ergänzt das Programm um eine musikalische Perspektive.
Zu den besonderen Höhepunkten gehört das Anzeiger-Hochhaus, eines der markantesten Beispiele der hannoverschen Klinkerarchitektur. Stadtbaurat Thomas Vielhaber wird bei der ersten Führung durch das Gebäude ein Eröffnungswort sprechen. Die imposante Kuppel des Hochhauses befindet sich derzeit im Umbau und macht die Führung zu einem besonderen Blick auf ein prägendes Stück hannoverscher Stadtgeschichte.
Einen ungewöhnlichen Zugang eröffnet auch die Bismarckschule: Schülerinnen und Schüler präsentieren „ihr“ Baudenkmal aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer. Gemeinsam mit der Denkmalbehörde haben sie die Führung vorbereitet und zeigen, was sie am Lernen und Arbeiten in einem historischen Gebäude begeistert.
Denkmale im Wandel
Der Tag des offenen Denkmals richtet den Blick nicht nur auf fertig sanierte und herausgeputzte Gebäude. In Hannover werden auch Denkmale geöffnet, die am Anfang eines Erhaltungs- oder Konversionsprozesses stehen. So können Besucherinnen und Besucher unmittelbar erleben, welche Herausforderungen, aber auch welche Chancen mit dem Erhalt historischer Bausubstanz verbunden sind.
Ein Beispiel ist das Jagdhaus von Graevemeyer. Das neue Eigentümerpaar öffnet das ehemalige Forsthaus und stellt seine Pläne vor, das Gebäude zu einem Wohnhaus umzubauen. Auch der Doppelringlokschuppen an der Bultstraße steht für eine neue Perspektive auf historische Infrastruktur. Die seit vielen Jahren leerstehende Anlage war einst Teil der hannoverschen Schieneninfrastruktur. Ein neuer Eigentümer hat das Areal übernommen und plant dort ein Konversionsprojekt.
„Der Tag des offenen Denkmals ist auch der Tag der vielen Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer sowie der Menschen, die historische Gebäude nutzen und mit Leben füllen“, betont Baudezernent Thomas Vielhaber. „Sie zeigen, wie viel Engagement, Wissen und Arbeit im Erhalt unserer Baugeschichte steckt. Gerade dort, wo ein Denkmal noch nicht fertig saniert ist, wird sichtbar, dass Denkmalpflege ein Prozess ist und dass sich dieser Prozess für die Stadtgesellschaft lohnt.“
Doppelringlokschuppen in der Bultstraße 16
Öffentliche Verantwortung und nachhaltige Stadtentwicklung
Auch die Landeshauptstadt Hannover öffnet eigene Baudenkmale. Die Wasserkunst Herrenhausen ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Denkmalerhalt und funktionierende historische Technik zusammenspielen. Die aufwendig mit städtischen Mitteln instand gesetzte Anlage ist Teil des historischen Wasserhaltungssystems für die Herrenhäuser Gärten und begeistert nicht nur durch ihre Architektur, sondern auch durch die bis heute erlebbare Technik.
Einen Blick in die Zukunft ermöglicht dagegen das Historische Museum. Das Baudenkmal von nationaler Bedeutung im Herzen der Altstadt steht vor einer umfassenden Sanierung. Nach der jüngsten Zustimmung des Rates können Besucherinnen und Besucher beim Tag des offenen Denkmals erfahren, warum der Erhalt und die Sanierung eines solchen Gebäudes trotz der angespannten finanziellen Situation der öffentlichen Hand eine wichtige Investition in die Zukunft der Stadt ist.
„Denkmalpflege bindet Ressourcen und stellt gerade die öffentliche Hand angesichts knapper Haushalte vor große Herausforderungen. Wo wir diese Aufgabe angehen, geben wir das Geld aber nicht einfach aus, sondern wir investieren in unsere Stadt, in ihre Identität, ihre Zukunftsfähigkeit und ihre Lebensqualität“, sagt der Stadtbaurat. „Der Mehrwert von Baudenkmalen kommt am Ende allen zugute. Zugleich schafft und erhält Denkmalpflege hochwertige Arbeitsplätze in Handwerk, Planung und Wissenschaft und stärkt damit regionale Wirtschaftskreisläufe.“
Baugeschichte gemeinsam erleben
Der Tag des offenen Denkmals macht damit nicht nur historische Gebäude zugänglich, sondern bringt Menschen miteinander ins Gespräch: Eigentümerinnen und Eigentümer, Nutzerinnen und Nutzer, Schülerinnen und Schüler, Fachleute aus Architektur, Restaurierung und Denkmalpflege sowie Interessierte aus der Stadtgesellschaft.
Der Flyer in Papierform wird an öffentlichen Orten in Hannover ausgelegt.
Broschüre Tag des offenen Denkmals 2026
Broschüre Tag des offenen Denkmals 2026
Das Programm, Karten und viele Informationen zu den Stationen, die am Tag des offenen Denkmals 2026 in Hannover zu entdecken sind
Dateityp: pdf Größe: 14,76 MB
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