Die Jugendlichen erhielten ihre Zertifikate aufgrund ihrer Teilnahme am bekannten Programm Lesementoring (52 Jugendliche), am Projekt „Medienmentoring“ der IGS Roderbruch (zwölf Jugendliche) als Teil des JugendKulturMentoring (JKM) sowie des Projekts JKM Ricklingen (fünf Jugendliche). Darüber hinaus haben auch zwei neue Berater des Kompetenznachweis.Kultur ihre Zertifikate erhalten. „Die Jugendlichen haben über Monate ihre Zeit investiert und sich freiwillig und verbindlich für andere engagiert und ihr Wissen weitergegeben. Dafür danke ich ihnen und beglückwünsche sie zu den Kompentenznachweisen.Kultur. Mit diesem Zertifikat machen wir ihre Fähigkeiten und ihren besonderen Einsatz sichtbar und bringen unsere Anerkennung dafür zum Ausdruck“, betont Oberbürgermeister Belit Onay im Rahmen der Verleihung.
Im Lesementoring-Programm, das seit mehr als 20 Jahren ein fester Bestandteil der kulturellen Bildungsarbeit der Stadt Hannover ist, haben im vergangenen halben Jahr Schüler*innen einer weiterführenden Schule Grundschulkinder betreut und jede Woche eineinhalb Stunden die Lesemotivation der Kinder durch Spiele, interessante Buchvorschläge, Bastelaktionen, gemeinsames Lesen und weitere Aktionen gefördert. Mit Verleihung der Kompetenznachweise.Kultur werden den Jugendlichen ihre Stärken, die sie über das Halbjahr gezeigt haben, attestiert.
Das Modellvorhaben JugendKulturMentoring ist ein Pilotprojekt, das auf drei Jahre angelegt und mit Mitteln aus dem städtischen Kulturentwicklungsplan in der Pilotphase ermöglicht wurde. Auf Grundlage des erfolgreichen Programms Lesementoring wurden im Roderbruch, im KroKus und Vahrenwald neue Modelle des JugendKulturMentorings erprobt. Grundlage des Mentorings ist der „peer to peer“- Gedanke, in dem Wissen von Jugendlichen weitergegeben wird. In diesem Lern- und Lehrprozess werden die Jugendlichen von Berater*innen des Kompetenznachweis.Kultur begleitet.
Der zweite Durchgang des Projektes Medien#Matrosen an der IGS Roderbruch begann im September 2024 und endet im Januar 2026. Es bestand aus einem zweijährigen Wahlpflichtkurs für die Schüler*innen des 9. und 10. Jahrgangs. Der Kurs fand wöchentlich statt und war in drei Phasen strukturiert: Im ersten Halbjahr erhielten die Captains eine Ausbildung in den Medienbereichen, im zweiten entwickelten sie ein eigenes Praxisprojekt, und im dritten Halbjahr betreuten sie als Mentor*innen die jüngeren „Matros*innen“ aus dem 5. und 6. Jahrgang.
Das Projekt setzt auf einen kreativen Einsatz des iPads in der Bildung und orientierte sich an einem „Buddykonzept“, in dem ältere Schüler*innen (Captains) jüngeren (Matros*innen) mediale Inhalte nahebringen. Neben künstlerisch-praktischen Fertigkeiten sollen die Schüler*innen auch Methodenkompetenzen erwerben und so das iPad für Fotografie, Film, Musik und interaktive Anwendungen (zum Beispiel Actionbound) nutzen.
Das zentrale JugendKulturMentoring (JKM) wurde 2025 als Qualifizierungsformat entwickelt, das Jugendliche gezielt auf eine aktive Rolle in der Stadtteilkultur und der kulturellen Bildungsarbeit vorbereitet. Im Unterschied zur offenen Jugendarbeit richtet sich das JKM an Jugendliche, die Interesse an künstlerischer Praxis, Verantwortung und Mitgestaltung zeigen, und vermittelt Einblicke in institutionelle Strukturen der Stadtteilkultur.
Zum JKM gehören der Aufbau eines interdisziplinären Künstler*innen-Teams, die gemeinsame Entwicklung eines tragfähigen Qualifizierungsprogramms sowie die Ansprache, Bindung und kontinuierliche Begleitung der Jugendlichen. Im Format wurde eng mit Stadtteilkultureinrichtungen kooperiert, die nicht nur als Orte, sondern als aktive Partner*innen im Qualifizierungsprozess eingebunden waren. 2025 war das Stadtteilzentrum Ricklingen Kooperationspartner und Projektstandort.
Das JKM ist als mehrmonatige, modulare Ausbildung angelegt und verbindet Qualifizierung, Praxiserfahrung und Reflexion. Die Ausbildung erstreckte sich von März bis Dezember 2025 mit einem zeitlichen Umfang von circa 120 Ausbildungsstunden pro Teilnehmer*in. Zentraler Lernort war die Stadtteilkultureinrichtung und das Community-Projekt ZuKunst, die als Praxis- und Erfahrungsräume dienten.
Der Kompetenznachweis.Kultur wurde 2004 von der Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. über mehrere Jahre entwickelt, in der Praxis erprobt, evaluiert, neu aufgelegt und ist seit mehr als 20 Jahren ein etabliertes Instrument für Fachkräfte und in Einrichtungen kultureller Kinder- und Jugendbildung. Der Kompetenznachweis.Kultur wird an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 27 Jahren vergeben, die aktiv an künstlerischen und kulturpädagogischen Angeboten teilnehmen.
Die Jugendlichen lernen im Kulturmentoring der Stadt Hannover ihre eigenen Stärken und Schwächen besser kennen. Sie werden selbstbewusster, entwickeln ein realistischeres Selbstbild und stärken ihre Fähigkeit zur Reflexion.