Bodenkunstwerk am Raschplatz - Hannover.de

Graffiti-Kunst

Bodenkunstwerk am Raschplatz

Auf dem Raschplatz hinter dem hannoverschen Hauptbahnhof entsteht derzeit auf rund 4.000 Quadratmetern Norddeutschlands größtes Bodenkunstwerk. Teil des Projekts wird auch die „Crash Pipe“ (2026) von Florentina Holzinger sein. Bei einem Vorort-Termin am 17. Juni informierten sich Vertreter*innen der Stadtspitze und der Sparkasse Hannover als Hauptsponsor über den aktuellen Stand der Arbeiten und warfen gemeinsam mit den Künstler*innen einen Blick auf die Fortschritte des außergewöhnlichen Kunstprojekts.

Hier entsteht Großes: Auf dem Raschplatz hinter dem hannoverschen Hauptbahnhof nimmt auf 4.000 qm Fläche Norddeutschlands größtes Bodenkunstwerk Gestalt an. v.l. Stefan Becker, Bereichsleiter Kommunikation und Stiftungen, Sparkasse Hannover, Dr. Ricarda Niedergerke, Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung, Projektkoordinator und Künstler Jascha Müller, Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender, Künstler Boris Tellegen aka Delta, Sozialdezernentin Sylvia Bruns, Oberbürgermeister Belit Onay und Dr. Udo Niedergerke waren beim Vorort-Termin dabei.

Die künstlerische Umsetzung liegt in den Händen mehrerer international renommierter Graffiti- und Street-Art-Künstler*innen: Delta aus den Niederlanden, bekannt für seine geometrische und architektonische Bildsprache, dendyden, gebürtig aus Russland und heute in Berlin lebend, der mit 3D-Illusionen und perspektivischen Effekten arbeitet, sowie Iota aus Belgien, dessen Werke von organischen Formen und dynamischen Linien geprägt sind. Ergänzt wird das Projekt durch Beiträge der lokalen Szene, die über einen Open Call eingebunden wurde. Die künstlerische Gesamtleitung und Kuratierung übernimmt der hannoversche Street-Art-Künstler Jascha Müller.

Eine Besonderheit des Kunstwerks ist die 3D-Illusion von dendyden, die nur aus bestimmten Blickwinkeln sichtbar sein wird. Diese Standorte werden durch Markierungen auf dem Boden gekennzeichnet.

Für die Gestaltung kommen dickflüssige, widerstandsfähige und umweltverträgliche Farben zum Einsatz, die nicht in das Grundwasser eindringen. Um die Qualität des Kunstwerks langfristig zu sichern, ist eine jährliche Auffrischung vorgesehen.

Mit dem Beginn der Bemalung am 15. Juni fiel zugleich der Startschuss für das begleitende Beteiligungsprojekt. Kooperationspartner sind die Straßensozialarbeit Sucht der Landeshauptstadt Hannover (montags und donnerstags), der Konsumraum Stellwerk (dienstags) sowie der Kontaktladen Mecki (mittwochs). An diesen Tagen sind die Einrichtungen jeweils von 11 bis 17 Uhr gemeinsam mit ihren Klient*innen auf dem Raschplatz vertreten. Darüber hinaus können sich Menschen beteiligen, die durch die aktuell auf dem Platz angebrachten Banner auf das Projekt aufmerksam geworden sind.

Die Teilnehmenden werden aktiv in die Grundierung, die Vorbereitungsarbeiten sowie die eigentliche Gestaltung mit Farbe und Farbrollen eingebunden. Freitags und an den Wochenenden arbeiten die Künstler*innen eigenständig an der Umsetzung des Kunstwerks.

Bevor es auf dem Raschplatz bunt wird, startet am Montag, 15. Juni, das Grundieren der Fläche und gleich darauf das Einzeichnen der Motive durch die Künstler*innen. Zudem wird die CRASH PIPE am Dienstag, 16. Juni, angeliefert und bis zum 19. Juni aufgebaut.

Oberbürgermeister Belit Onay betonte beim Ortstermin:

 „Mit dem Projekt vereinen wir Kunst, Bewegung und Teilhabe und gestalten aus einem reinen Durchgangsort einen lebendigen Stadtraum. Hannover gewinnt eine einmalige Attraktion und wertet den öffentlichen Raum hinter dem Hauptbahnhof damit nachhaltig auf. Ich danke allen Beteiligten und den Förderern:  vor allem der Sparkasse Hannover sowie der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung und Merkur Spielbanken für die Förderung der Teilhabe. Wie das Bodenkunstwerk aussehen wird, wenn es fertig wird, sehen wir zur Eröffnung am 26. Juni.“

Kerstin Berghoff-Ising, Vorständin der Sparkasse Hannover, zum Projekt:

„Als Sparkasse Hannover sind wir hier am Raschplatz in gewisser Weise zu Hause. Umso mehr freuen wir uns, dass dieser Ort durch die beiden kreativen Werke – die Crash Pipe von Florentina Holzinger und das Bodenkunstwerk von drei namhaften, internationalen Künstlerinnen und Künstlern – jetzt bald einen ganz neuen Charakter bekommen wird. Farbenfroh, nachhaltig und lebendig. Wir sind sehr gespannt!"

Sylvia Bruns, Dezernentin für Soziales und Integration ergänzte:

 „Ich freue mich, dass wir gemeinsam diesen Platz gestalten; sei es durch eine finanzielle Unterstützung dieses Projektes, durch die tatkräftige Mitarbeit der suchtkranken Menschen, durch die Unterstützung der Straßensozialarbeit oder durch die Künstler*innen, die den Platz zu einem besonderen Hingucker machen. Dies ist zugleich ein starkes Zeichen gegen die Spaltung der Gesellschaft. Alle sind herzlich eingeladen, die Entstehung vor Ort zu verfolgen.“

Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender hob hervor:

 „Wir sind live dabei, wie auf dem Raschplatz vor unseren Augen ein Bodenkunstwerk entsteht in einer sehr besonderen Zusammenarbeit der lokalen Szene mit internationalen Künstler*innen der Street-Art und Graffiti-Kunst. Gemeinsam mit den Teilhabegruppen erschaffen sie ein Werk, was es in dieser Dimension in ganz Norddeutschland nur in Hannover geben wird. Dabei ist der Prozess ein wichtiger Teil des Projektes. Freuen wir uns auf beeindruckende Kunst und – auch in Verbindung mit der Crash Pipe von Florentina Holzinger – auf ein völlig neues Gesicht für diesen Ort.“

Einweihung am 26. Juni 

Das Bodenkunstwerk wird am 26. Juni von 18:30 bis 20:30 Uhr mit einer Performance-Show in einer Kooperation mit Trend ID und Baggi sowie Uban Music und Hip-Hop eröffnet.

Der Entstehungsprozess dauert rund zwei Wochen und ist nicht statisch.

Projektkoordinator Jascha Müller dazu: 

„Dieses Bodenkunstwerk entsteht in Etappen und mit hoher Flexibilität. Wir reagieren auf Wetterverhältnisse und haben drei Zelte im Einsatz, die über die Fläche wandern. Dabei wird um die Crash Pipe herumgemalt. Durch die ständige Anpassung an das Wetter, unterschiedliche Trocknungszeiten und die Dynamik des Prozesses kann es sein, dass zur Eröffnung das Werk noch in der letzten Etappe des Entstehens ist.“

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