Elf neue Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungskultur

Elf neue Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus

Im Stadtgebiet Hannover sind am 30. Juni elf neue Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden. Die Messingtafeln erinnern an sieben Standorten an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden.

Die Stolpersteine in der Marktstraße / Senior-Blumenberg-Gang erinnern an die in der NS-Zeit ermordeten Abraham, Ruchla, Chin und Isaak Flieder. 

Mit der Verlegung von elf weiteren Stolpersteinen setzt die Landeshauptstadt Hannover ihre Erinnerungsarbeit fort. Organisiert wurde die Verlegung vom ZeitZentrum Zivilcourage. Anders als bei vielen früheren Terminen wurden die Stolpersteine nicht durch den Künstler Gunter Demnig selbst, sondern im Rahmen einer sogenannten Selbstverlegung von Mitarbeiter*innen des städtischen Fachbereichs Tiefbau eingesetzt. An mehreren Verlegeorten nahmen Angehörige der Opfer teil.

Zur Stolpersteinverlegung für die Familie Flieder hielt der Enkel von Ruchla Flieder, Peter Dehn, eine Ansprache.

Erinnerung an sieben Orten

Die neuen Stolpersteine wurden an sieben Standorten in den Stadtbezirken Mitte, Döhren-Wülfel und Südstadt-Bult verlegt. Sie erinnern an folgende Menschen:

  • Goethestraße 19: Dina und Julius Blumenfeld
  • Marktstraße / Senior-Blumenberg-Gang: Abraham Flieder, Ruchla Flieder, Chin Flieder und Isaak Flieder
  • Waldhausenstraße 5: Hedwig Mahlstedt, geb. Bodenheim
  • Stolzestraße 52: Hendrik Prins
  • Krausenstraße 39: Elfriede Grotefendt, geb. Gutmann
  • Ludwig-Barnay-Straße 11: Julius Gumpel
  • Eichendorffstraße 5: Elisabeth „Lilli“ Rothschild

Alle elf Stolpersteine erinnern an Menschen aus der Verfolgtengruppe der Jüd*innen.

Mitarbeiter der Stadt Hannover setzen die Stolpersteine während eines Gedenktermins ein wie hier in der Marktstraße / Senior-Blumenberg-Gang.

Zeichen gegen das Vergessen

Seit Dezember 2007 werden in Hannover Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig verlegt. Die messingfarbenen Steine werden vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort der Opfer in den Gehweg eingelassen und machen ihre Schicksale im öffentlichen Raum sichtbar.

Mit den jetzt verlegten elf Stolpersteinen gibt es im Stadtgebiet Hannover insgesamt 517 Stolpersteine. Sie erinnern inzwischen an Menschen aus neun verschiedenen Verfolgtengruppen des Nationalsozialismus und laden dazu ein, sich mit den individuellen Lebensgeschichten der Opfer auseinanderzusetzen.

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