Hannover setzt auf Bau-Turbo und schnellere Planungsverfahren
Mehr Tempo für den Wohnungsbau
Hannover setzt auf Bau-Turbo und schnellere Planungsverfahren
Zur Beschleunigung von Wohnungsbauvorhaben zündet die Landeshauptstadt Hannover den Bau-Turbo. Kleinere als auch größere Bauprojekte sollen sich künftig schneller realisieren lassen.
Das größte Neubaugebiet in Niedersachsen entsteht am Kronsberg.
Die Landeshauptstadt Hannover stellt die Weichen für eine deutliche Beschleunigung von Wohnungsbauvorhaben. Mit neuen Leitlinien zur Anwendung des sogenannten „Wohnungsbauturbo“ sowie einer Straffung der Bauleitplanverfahren sollen künftig sowohl kleinere als auch größere Bauprojekte schneller realisiert werden können. Die entsprechenden Beschlussdrucksachen werden derzeit in die politischen Gremien eingebracht.
Neues Gesetz bietet Spielräume
Hintergrund ist das Ende Oktober 2025 in Kraft getretene bundesweite Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung. Es eröffnet den Kommunen neue Möglichkeiten, Bauvorhaben unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne förmliches Bebauungsplanverfahren zu genehmigen. Die Landeshauptstadt Hannover nutzt diese Spielräume nun gezielt, um zügig für konkrete Projekte neue Baurechte zu schaffen und dringend benötigten Wohnraum schneller verfügbar zu machen.
Oberbürgermeister Belit Onay und Stadtbaurat Thomas Vielhaber stellen den Bauturbo für Hannover vor.
Oberbürgermeister Belit Onay sagt: „Die Lage auf dem Wohnungsmarkt erfordert entschlossenes Handeln. Mit dem Bau-Turbo schaffen wir die Voraussetzungen, damit neue Wohnungen schneller gebaut werden können. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass zentrale Anforderungen wie bezahlbarer Wohnraum, soziale Infrastruktur und städtebauliche Qualität weiterhin verbindlich berücksichtigt werden.“
Klare Leitlinien für schnelle und verlässliche Entscheidungen
Um die neuen gesetzlichen Instrumente rechtssicher und einheitlich anwenden zu können, hat die Verwaltung Leitlinien erarbeitet. Diese definieren transparente Kriterien für die gemeindliche Zustimmung zu entsprechenden Bauvorhaben.
Voraussetzung für eine Zustimmung sind unter anderem:
ein stimmiges städtebauliches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept,
die Vereinbarkeit mit bestehenden Ratsbeschlüssen und Planwerken,
eine gesicherte Erschließung sowie
die Berücksichtigung notwendiger sozialer Infrastruktur.
Zudem bleibt ein wesentliches wohnungspolitisches Ziel bestehen: Bei größeren Wohnungsbauvorhaben mit mehr als zehn zusätzlichen Wohneinheiten zum bestehenden Baurecht sollen weiterhin mindestens 30 Prozent der neu ermöglichten Wohnungen im geförderten Segment entstehen.
Straffere Bauleitplanverfahren für komplexe Projekte
Ergänzend zum Bau-Turbo modernisiert die Landeshauptstadt Hannover auch die Abläufe der Bauleitplanung. Ziel ist es, die Dauer von Verfahren zu verkürzen, ohne Beteiligungsrechte oder fachliche Standards einzuschränken.
Künftig sollen insbesondere:
Entscheidungszuständigkeiten klarer gebündelt,
Gremienläufe reduziert und besser strukturiert sowie
Verfahren stärker an ihre tatsächliche Komplexität angepasst werden.
So wird der Rat in der Regel erst bei den abschließenden Beschlüssen eingebunden, während vorbereitende Entscheidungen auf andere Gremien verlagert werden. Auch die Beteiligung von Fachausschüssen wird zielgerichteter organisiert, etwa durch eine stärkere Fokussierung auf Verfahren mit relevanten Umweltauswirkungen.
Schlankere und schnellere Abläufe
Stadtbaurat Thomas Vielhaber erklärt: „Wir reagieren auf deutlich gestiegene Anforderungen in der Bauleitplanung und schaffen gleichzeitig effizientere Abläufe. Unsere Verfahren bleiben rechtssicher, transparent und beteiligungsorientiert, werden aber insgesamt schlanker und schneller. Das ist ein wichtiger Schritt, um Investitionen zu erleichtern und Planungssicherheit zu erhöhen.“
Integrierter Ansatz für mehr Wohnraum
Mit der Kombination aus Bau-Turbo und beschleunigten Bauleitplanverfahren verfolgt die Landeshauptstadt Hannover einen zweigleisigen Ansatz, indem sie die neuen bundesrechtlichen Möglichkeiten offensiv aufgreift und gleichzeitig Abläufe in Verwaltung und Politik verbessert.
Die Verwaltung empfiehlt den politischen Gremien, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu beschließen.
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