Kultur
Hannover stärkt Tanzszene mit neuem Tanzentwicklungsplan
Hannovers Kulturdezernentin Eva Bender stellt Strategie für bessere Förderung, mehr Tanzräume und neue Ausbildungswege vor.
Von der Hannoverschen Tanzszene stimmten Tänzerinnen auf die Präsentation des Tanzentwicklungsplans ein.
Hannover soll sich als bedeutende Tanzstadt weiterentwickeln. Dafür hat Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender am 11. Mai 2026 den ersten Tanzentwicklungsplan für die Landeshauptstadt vorgestellt. Der Plan beschreibt konkrete Ziele und Maßnahmen, mit denen die Stadt die freie Tanzszene, Tanzproduktionen, Ausbildungsangebote und die Zusammenarbeit zwischen Kulturinstitutionen stärken will. Die entsprechende Beschlussdrucksache wird als nächstes den politischen Gremien vorgelegt.
Tanzentwicklungsplan in Beteiligungsprozess entstanden
Entstanden ist der Tanzentwicklungsplan in einem umfangreichen Beteiligungsprozess gemeinsam mit Tänzer*innen, Choreograf*innen, Kulturakteur*innen und -institutionen, Staatsoper und Schauspiel Hannover sowie dem Dachverband Tanz Deutschland. Künftig soll der Plan Politik, Verwaltung und Kulturszene als gemeinsame Grundlage für Entscheidungen dienen.
Beteiligte präsentieren den Tanzentwicklungsplan für Hannover.
Hannover ist Tanzstadt
Hannover ist eine Tanzstadt. Mit dem Tanzentwicklungsplan kommt nun noch mehr Bewegung in den Tanz. Förderstrukturen und Rahmenbedingungen sollen Dynamik, Entwicklung und künstlerisches Wachstum ermöglichen.
„Ein Schwerpunkt des Plans liegt auf der Weiterentwicklung der Förderstrukturen für die freie Tanzszene. Wir wollen die Nachhaltigkeit von Projektförderungen erhöhen, erfolgreiche Formate sichern und langfristige Förderungen weiterführen. Mehrjährige Grundförderungen sollen etablierten Künstler*innen und Ensembles mehr Planungssicherheit geben, nachhaltige künstlerische Arbeit ermöglichen und die lokale Szene strukturell stärken. So können wir die Tanzszene zukunftsfähig aufstellen“, sagt Kulturdezernentin Eva Bender.
Michael Freundt, Geschäftsführer des Dachverbands Tanz Deutschland, bewertet den Prozess positiv: „Aus Perspektive des Dachverbands Tanz Deutschland freuen wir uns über jede Kommune, die sich auf den Weg macht, Tanz mit strategischen Maßnahmen zu stärken. Dafür ist ein guter Prozess wie hier in Hannover, mit so breiter Beteiligung der diversen Tanzszenen, eine wichtige Gelingensbedingung. Der Tanzentwicklungsplan ist ein hervorragendes Werkzeug, um die Qualität und Sichtbarkeit der hiesigen Tanzszene weiter zu heben – insbesondere, wenn Dialogformate weiterentwickelt werden und Verwaltung und Politik eng zusammenwirken.“
Hannover will mehr Räume für Tanz schaffen
Viele Tanzschaffende in Hannover kämpfen mit fehlenden Proben- und Aufführungsorten. Deshalb sieht der Tanzentwicklungsplan vor, bestehende Räume besser zu vernetzen und langfristig zu sichern.
Langfristig verfolgt die Stadt die Idee eines Tanzhauses für Hannover. Der Einstieg soll über ein dezentrales Modell erfolgen, das die vorhandenen Orte miteinander verbindet. Dazu gehören das Tanzhaus Ahrberg, der TanzRaum Faust, die Eisfabrik und das Kulturzentrum Pavillon.
Zusätzlich sollen die Fördermittel aus dem TANZPAKT als Booster die Zusammenarbeit zwischen Hannover und Braunschweig stärken. Geplant sind gemeinsame Netzwerke, neue Nutzungsmöglichkeiten für Räume und ein digitales Tool zur Vergabe von Probenflächen.
Neue Ausbildungsangebote für Tanz in Hannover geplant
Bislang gibt es in Hannover keine eigene Ausbildungsstätte für Tanz. Deshalb plant die Stadt langfristig eine „BOTTOM UP DANCE SCHOOL“. Das neue Angebot soll vor allem nicht-akademische Tanzformen fördern und jungen Tänzer*innen neue Wege in die professionelle Arbeit eröffnen.
Darüber hinaus will die Stadt bestehende Projekte weiterentwickeln. Dazu gehört die Nachwuchsförderung CDC von Mónica García Vicente. Auch die TANZPLATTFORM 2028 – die „Oscars“ des Tanzes – soll genutzt werden, um die bundesweite Tanzszene stärker mit Hannover zu vernetzen.
Weitere Maßnahmen sollen inklusive Kulturangebote stärken und den Dialog zwischen freier Szene, den Staatstheatern und anderen Bühnen stärken, sowie Austausch und Mentoring innerhalb der Tanzszene befördern. Außerdem soll das Vermittlungs- und Beteiligungsformat MOVE YOUR TOWN langfristig erhalten bleiben.
„Was der Tanzentwicklungsplan bringt, könnte ich auch so beschreiben: Wir setzen uns die rosarote Brille einer optimalen Tanzentwicklung für Hannover auf. Dann können wir in jeder Entscheidungssituation überprüfen, welcher Weg besser zu unserer Zielstellung passt. Dabei geht es gar nicht vorrangig darum, ganz viel Neues zu machen. Es geht darum, vieles anders zu machen – bewusster, entschiedener. Es geht nicht nur um neue Ressourcen, sondern vor allem darum, wie wir mit dem Vorhandenen arbeiten“, erklärt Eva Bender.
Tanzentwicklungsplan soll Veränderungen anstoßen
Der Tanzentwicklungsplan soll nicht nur Ziele formulieren, sondern konkrete Veränderungen für die Tanzszene in Hannover anstoßen, manches schon kurzfristig, anderes mittelfristig, einiges wird langfristig angegangen. Die Stadt will damit insgesamt bessere Arbeitsbedingungen schaffen, junge Talente fördern und Hannover als Tanzstandort sichtbarer machen.
„Ich möchte mich ausdrücklich und herzlich bei allen Tänzer*innen, Choreograf*innen und Kulturakteur*innen bedanken, die mit ihrer Zeit und Expertise zur Erstellung des Tanzentwicklungsplans beigetragen haben. Ich feiere sowohl den gehaltvollen Inhalt als auch die künstlerische Gestaltung“, bedankt sich Eva Bender bei allen Beteiligten.
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