Städtische Hochbaugesellschaft nimmt Formen an - Hannover.de

Hochbaugesellschaft

Neues hanova-Unternehmen soll städtische Hochbauprojekte übernehmen

Die Landeshauptstadt Hannover plant die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft für zusätzliche Hochbauprojekte: Mit der hanova KOMMUNAL GmbH sollen künftig vor allem große Schulsanierungen sowie Bau- und Sanierungsmaßnahmen für Unterkünfte von obdachlosen Menschen und Geflüchteten umgesetzt werden. Ihre Pläne hat die Stadt am 19. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz im Neuen Rathaus vorgestellt. 

Das größte Neubaugebiet in Niedersachsen entsteht am Kronsberg.

Die Gründung einer Tochtergesellschaft zur Realisierung zusätzlicher Hochbauprojekte der Landeshauptstadt Hannover (LHH) nimmt konkrete Formen an. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die hanova KOMMUNAL GmbH als neues Unternehmen des hanova-Konzerns zu gründen. Dieses soll künftig ergänzend zu den laufenden Projekten des Fachbereichs Gebäudemanagement weitere städtische Hochbauprojekte übernehmen.

Der entsprechende Vorschlag wurde jetzt in die zuständigen Ratsgremien eingebracht. Ein Beschluss des Rates wird in den kommenden Monaten erwartet, sodass das Unternehmen voraussichtlich im Sommer 2026 gegründet werden könnte.

Schwerpunkt auf Schulen sowie Unterkünften

Die hanova KOMMUNAL GmbH soll schwerpunktmäßig große und komplexe Schulsanierungen sowie alle Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Unterbringung von obdachlosen Menschen und Geflüchteten umsetzen. Zusätzlich soll das Unternehmen die laufende Bauunterhaltung städtischer Unterkünfte übernehmen.

Als erste Projekte sind auf Vorschlag der Verwaltung vorgesehen:

  • die Komplettsanierung der IGS Roderbruch,
  • die Komplettsanierung der IGS Vahrenheide,
  • die Neustrukturierung und Sanierung der Gebäude des Gymnasiums Käthe-Kollwitz-Schule sowie
  • der Realschule Gerhart-Hauptmann-Schule.

Während bei Unterkünften auch die Bauunterhaltung in den Aufgabenbereich der neuen Gesellschaft fallen soll, bleiben bei anderen großen Bauprojekten – etwa Schulen – die Zuständigkeiten für Betrieb und Instandhaltung weiterhin bei der Kernverwaltung der LHH.

Unterstützung für eine wachsende Aufgabe

„Die Aufgabendichte und –fülle im Bereich der Gebäudeinfrastruktur in unserer Stadt hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Wir müssen uns für die Zukunft gut aufstellen, das heißt: einen Großteil der Gebäude modernisieren, sanieren oder erneuern. Um diese Herausforderungen besser bewältigen zu können, sehen wir in einem ausgegliederten Unternehmen einen sehr zielführenden Weg der Unterstützung“, erläutert Oberbürgermeister Belit Onay, der unterstreicht: „In der Vergangenheit haben die städtischen Personalvertretungen die Ausgliederung von Aufgaben nachvollziehbar kritisch gesehen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in intensiven Gesprächen mit den Personalräten eine gemeinsame Linie gefunden haben.“

Investitionen in Milliardenhöhe

Die Finanzierung der geplanten Maßnahmen soll aus mehreren Quellen erfolgen: aus dem Sondervermögen, das von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurde, sowie aus erwarteten Investitionszuschüssen des Landes Niedersachsen. Darüber hinaus plant die Landeshauptstadt Hannover ein umfangreiches Investitionspaket für die Gebäudeinfrastruktur in den kommenden Jahren.

Der konkret hinterlegte Bedarf für Gebäudeprojekte in den nächsten zehn Jahren beläuft sich auf mindestens 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro.

„Wir stehen derzeit vor einer gewaltigen Modernisierungsaufgabe, die wir mit den Instrumenten von heute nicht stemmen könnten“, sagt Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Kämmerer der Landeshauptstadt Hannover. „Mit der neuen Hochbaugesellschaft schaffen wir einen starken Partner neben dem städtischen Gebäudemanagement, mit dem wir den Output der Landeshauptstadt deutlich erhöhen werden.“

Entlastung für das Gebäudemanagement

Auch Stadtbaurat Thomas Vielhaber sieht in der neuen Gesellschaft eine wichtige Unterstützung: „Der Aufgabenbereich und der Arbeitsoutput für die Mitarbeitenden des Gebäudemanagements ist in den vergangenen Jahren enorm angewachsen. Das Aufgabenspektrum umfasst aktuell rund 1.000 Gebäude, die bewirtschaftet, unterhalten, saniert, angemietet oder vermietet werden und bei Bedarf auch durch Neubauten ersetzt werden müssen. Die hanova KOMMUNAL GmbH wird daher eine sinnvolle Unterstützung vor allem auch beim Abbau von Auftragsspitzen sein.“

Organisation und Struktur der neuen Gesellschaft

Die hanova KOMMUNAL GmbH soll als Gesellschaft mit beschränkter Haftung und als 100-prozentige Tochter der Landeshauptstadt Hannover gegründet werden. Organe der Gesellschaft sind eine Geschäftsführung, ein sechsköpfiger Aufsichtsrat sowie die Gesellschafterversammlung. Das Stammkapital soll 25.000 Euro betragen. Zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit plant die LHH, der Gesellschaft zur Liquiditätssicherung 5 Millionen Euro aus der Kapitalrücklage zuzuführen.

Redaktioneller Hinweis

Die Beschlussvorlage für den Rat ist im Sitzungsmanagement der Stadt zu finden. 

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