Stadt schafft 45 Wohnungen für Obdachlose und Geflüchtete

Nach Sanierung

Stadt schafft 45 Wohnungen für Obdachlose und Geflüchtete

Sanierung abgeschlossen: Die Landeshauptstadt Hannover nimmt 45 Appartements am Wülferoder Weg für Geflüchtete und Obdachlose in Betrieb. 

Die Gebäude der Unterkunft Wülferoder Weg 1 bis 9.

Am Wülferoder Weg 1-9 nimmt die Landeshauptstadt Hannover zum 2. November 2026 eine sanierte Unterkunft für Geflüchtete und Obdachlose wieder in Betrieb. Nach den Vorgaben der neuen Unterbringungsstrategie ist sie mit mehr Plätzen mit Wohncharakter gestaltet. Die 45 Appartements wurden vom hannoverschen Wohnungsbauunternehmen hanova saniert. Die Landeshauptstadt Hannover hat das Gebäude von hanova angemietet.

Wohnraum als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe

„Der Zugang zu Wohnraum ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe. Mit der Modernisierung der Gebäude im Wülferoder Weg schaffen wir zeitgemäßen Wohnraum und verbessern die Wohnqualität deutlich. Die Unterbringung in Wohnungen ermöglicht sowohl geflüchteten als auch wohnungslosen Menschen ein möglichst selbstständiges Leben in einem beständigen Wohnumfeld. Gleichzeitig senken wir die Kosten für die Unterbringung“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay aus diesem Anlass.

„Mit der Modernisierung der Wohngebäude setzen wir auf die nachhaltige Nutzung vorhandener Immobilien und schaffen Wohnraum für Menschen, die vorübergehend auf öffentliche Unterbringung angewiesen sind. Ziel ist es, ihnen Stabilität zu bieten und die Integration in das Wohnumfeld zu unterstützen“, erläuterte Sozialdezernentin Sylvia Bruns die Pläne.

Eckdaten der neu sanierten Unterkunft Wülferoder Weg 1-9

Das Unternehmen hanova erneuerte die Fassaden, Wohnungen, Treppenhäuser und Grundleitungen des Objektes. Darüber hinaus wurden die Außenanlagen neugestaltet und aufgewertet. Die Wohnanlage umfasst zwölf Zwei-Zimmer-Wohnungen im Haus Wülferoder Weg 1, jeweils sechs Drei-Zimmer-Wohnungen in den Häusern 3 und 5, sechs Vier-Zimmer-Wohnungen im Haus 7 sowie 15 Ein-Zimmer-Wohnungen im Haus 9. 

Durch die unterschiedlichen Wohnungsgrößen können sowohl Einzelpersonen als auch Familien angemessen untergebracht werden. Die Landeshauptstadt Hannover hat das Gebäude von hanova gemietet. Der Standort wird von Sozialarbeiter*innen der Stadt sowie dem Roten Kreuz in der Region Hannover betreut, die sich um die Bewohner*innen kümmern.

Infrastrukturelle Anbindung des Standortes

Die Lage des Wohnstandortes bietet gute Voraussetzungen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Bushaltestelle „Wülferoder Platz“ befindet sich in unmittelbarer Nähe, die Stadtbahnhaltestelle „Messe/Ost“ ist gut erreichbar. Darüber hinaus befinden sich Schulen, Kindertagesstätten sowie weitere Einrichtungen des täglichen Bedarfs im Umfeld.

Gestaltung der Unterkünfte nach der Unterbringungsstrategie

Die Landeshauptstadt Hannover hatte 2025 die neue Strategie zur Unterbringung von Geflüchteten und obdachlosen Menschen vorgestellt. Danach werden die Unterbringung für Geflüchtete und Obdachlose gemeinsam geplant, um Kapazitätsengpässe auffangen zu können. 

Der Ansatz des Drei-Säulen-Modells, bestehend aus Wohnungen, Wohnprojekten und Gemeinschaftsunterkünften, bleibe erhalten. Allerdings gibt es eine Verschiebung hin zu einer Unterbringungsart, die eine höhere Eigenständigkeit der Personen ermöglicht und dadurch auch die Kosten senkt. Hinzu kommen Notkapazitäten, um Spitzen abzufangen. Zur Unterbringung von Obdachlosen steht langfristig die Unterbringung in Objekten mit wohnungsähnlichem Charakter im Vordergrund, ergänzt um Notschlafstellen, Tagesaufenthalte und niedrigschwellige Aufenthaltsangebote

Abmietung kostenintensiver Objekte

Die Neuausrichtung war auch deshalb notwendig geworden, weil vorhandene Kapazitäten zunehmend wegfallen. Viele Unterkünfte wurden in Krisensituationen entwickelt und stehen nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung. Außerdem arbeitet die Stadt daran kostenintensive Objekte zeitnah abzumieten. Erst mit dem Ankauf oder der Entwicklung neuer Liegenschaften können schwierige Bestandsobjekte saniert oder abgegeben werden. 

Neue Standorte sollen möglichst innenstadtnah liegen. Durch die Verbesserung der Wohnsituationen senkt die Stadt nicht nur Kosten sondern trägt aktiv dazu bei, Menschen bei der Bewältigung ihrer besonderen Lebenslagen zu unterstützen. Sowohl für die Personen selbst als auch für den städtischen Haushalt ist die Unterbringung in Objekten mit wohnungsähnlichem Charakter die bestmögliche Lösung.

Vorhaltung von Notkapazitäten

In Hannover entfallen in den kommenden Jahren knapp 1.500 Unterbringungsplätze durch Abmietungen kostenintensiver Hotels, die als Notunterkünfte dienen, oder durch die Aufgabe befristet genutzter Standorte. Demgegenüber stehen der Neubau und die Sanierung von Unterkünften. Um in möglichen Akutlagen nicht auf Turnhallen oder Messehallen zurückgreifen zu müssen, plant die Stadt Notkapazitäten für etwa 1.000 Personen.

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