Stadtteilzentrum Ricklingen öffnet am 13. April wieder - Hannover.de

Entwarnung

Stadtteilzentrum Ricklingen öffnet am 13. April wieder

Die Landeshauptstadt Hannover hat nach weiteren Schadstoffmessungen aufgrund erhöhter PCB‑Werte den zwischenzeitlich geschlossenen Komplex des Stadtteilzentrums Ricklingen größtenteils wieder freigegeben.

Eingang des Bürgeramtes Ricklingen

Die Untersuchungen zeigen, dass nur wenige Räume eine erhöhte PCB-Belastung (polychlorierte Biphenyle) aufweisen. Die Publikumsbereiche und Säle sind nicht belastet und können ab dem 13. April wieder genutzt werden. Die Gastronomie öffnet am 19. April. Die Stadt bestätigt, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Besucher*innen bestand.

Wie ist die Lage in den Sälen, in der Bibliothek und in der Stadtteilkultur?

In den Sälen und der Bibliothek sind die Messwerte vom 26. März unbedenklich. Die Belastung lag hier bei 50 bis 160 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Luft. Das sind Werte, die deutlich unterhalb des vom Umweltbundesamt empfohlenen Richtwertes von 800 Nanogramm sowie des gesetzlichen Grenzwertes von 3000 Nanogramm liegen.

Das Angebot der Stadtteilkultur kann - mit einigen Einschränkungen - wieder stattfinden.  Die meisten Angebote konnten innerhalb des Hauses verlegt werden, nur vereinzelte Angebote mussten abgesagt werden

Hintergrund der Einschränkungen ist, dass ein Teil der Büros vorübergehend in einen Seminarraum verlegt werden musste. Die Stadtteilbibliothek steht hingegen ohne Einschränkungen zu den üblichen Öffnungszeiten wieder zur Verfügung.

Welchen Service bietet das Bürgeramt?

Geschlossen bleiben im Stadtteilzentrum vorerst drei Räume, die bisher das Bürgeramt genutzt wurden. Bei den ersten Messungen wurde dort PCB-Werte von 760 bis 929 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft festgestellt.

Das Bürgeramt bietet daher ein eingeschränktes Serviceangebot an anderer Stelle innerhalb des Stadtteilzentrums an. Dieses umfasst folgende Dienstleistungen:

  • Meldeangelegenheiten
  • Ausstellung und Beantragung von Ausweisdokumenten. (fertige Dokumente können weiterhin im Bürgeramt Aegi abgeholt werden)
  • Beantragung von Führungszeugnissen und Auszügen aus dem Gewerbezentralregister
  • Ausstellung von Schwerbehindertenparkausweisen 
  • Verkauf von Schwerbehinderten-WC-Schlüsseln

Dieses Angebot richtet sich in erster Linie an Personen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Stadt empfiehlt Bürger*innen ohne solche Einschränkungen, auf die anderen Bürgerämter der Landeshauptstadt Hannover auszuweichen.

Wie sind die Ergebnisse für die Gastronomie ausgefallen?

Die Messungen ind den gastronomisch genutzten Räumen des Stadteilzentrums ergaben nur eine geringfügige Überschreitung des vom Umweltbundesamt empfohlenen Richtwertes. Der Pächter und das Gebäudemanagement der Stadt sind sich einig, dass diese leichte Belastung mit Sofortmaßnahmen deutlich reduziert werden kann. So wird der Pächter die Lüftungsintervalle kurzfristig anpassen – die baulichen Gegebenheiten ermöglichen dies problemlos. Zudem werden die Gastronomieräume künftig intensiver gereinigt als  bisher. Damit steht der geplanten Wiedereröffnung am 19. April nichts im Weg.

Wie geht es weiter ?

Ziel der Landeshauptstadt ist es, die PCB-Belastung im gesamten Stadtteilzentrum dauerhaft auf deutlich unterhalb von 800 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft zu senken. Dies ist zugleich die Voraussetzung dafür, dass das Bürgeramt wieder in seine bisherigen Räume zurückkehren kann. Das städtische Gebäudemanagement und der betriebliche Gesundheitsschutz der Stadt leiten dafür die notwendigen Maßnahmen ein: 

  • Die Lüftung im Bürgeramt soll deutlich verbessert werden. 
  • Zusätzlich sind weitere intensive Reinigungsarbeiten vorgesehen.
  • Im Rahmen der Vorsorgemaßnahmen führt die Stadtverwaltung ein Schadstoff-Monitoring durch bei dem Fachleute regelmäßige Kontrollmessungen im gesamten Komplex vornehmen.

Wann das Bürgeramt seine angestammten Räume wieder nutzen kann, ist derzeit noch nicht absehbar.

Wie ist das Risiko zu bewerten ?

Die Stadt betont, dass Besucher*innen und Mitarbeitende zu keinem Zeitpunkt gesundheitlich gefährdet waren. Hintergrund: Die von der Stadt beauftragten Gutachter haben festgestellt, dass in keinem der PCB-belasteten Räume der vom Land Niedersachsen vorgegebene Interventionswert von 3000 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Raumluft überschritten wurde. Lediglich der deutlich niedrigere Richtwert des Umweltbundesamtes von 800 Nanogramm wurde bei einigen Messungen leicht überschritten.

Nach Einschätzung der Fachleute gilt eine solche Überschreitung nur bei langfristiger, mehrjähriger Belastung als potenziell gesundheitlich bedenklich. Eine kurzzeitige Überschreitung stellt keine Gesundheitsgefahr dar, dient jedoch als Hinweis, vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.

Die festgestellte PCB-Belastung im Stadtteilzentrum Ricklingen geht nach aktueller Bewertung wahrscheinlich von Teilen der Gebäudefassade aus. Nachdem die Gutachter*innen bei ersten routinemäßigen Messungen leicht erhöhte Werte in einigen Räumen festgestellt hatten, ließ die Stadt vorsorglich am 20. März 2026 das gesamte Zentrum schließen, um weitere umfangreich Kontrollen durchzuführen. Die nun vorliegenden Ergebnisse bestätigen das Vorgehen der Stadt: Es bestand keine unmittelbare Gesundheitsgefahr und geben Handlungssicherheit. 

Was sind PCB ?

Bei PCB (polychlorierte Biphenyle) handelt es sich um eine Chemikalie, die über Jahrzehnte als Industriechemikalie verwendet wurde. Auch in Baumaterialen kam sie zum Einsatz. Herstellung und Einsatz sind in Deutschland seit 1989 verboten, da PCB als krebserregend gilt.

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