In den vergangenen Tagen sind im Internet Visualisierungen und Konzeptbilder veröffentlicht worden, die eine weitreichende Umgestaltung des Raschplatzes hinter dem Hauptbahnhof zeigen. Die Landeshauptstadt Hannover bestätigt am 1. April, dass die gezeigten Entwürfe authentisch sind und auf einer konkreten planerischen Grundlage basieren.
Die Verwaltung hatte vorgesehen, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer abgestimmten Kommunikation öffentlich vorzustellen. Aufgrund der vorzeitigen Verbreitung der Bilder hat sich die Landeshauptstadt jedoch entschieden, die wesentlichen Inhalte bereits jetzt transparent darzulegen.
Im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Multisport-Events „Die Finals 2026“ soll der Raschplatz umfassend umgestaltet werden. Vorgesehen ist, das tieferliegende Platzniveau baulich zu ertüchtigen, technisch abzudichten und mit einem Wasserkörper von rund 29 Millionen Litern zu versehen.
Auf diese Weise soll ein innerstädtisches Wettkampfbecken entstehen, das den Anforderungen einer hochklassigen Sportveranstaltung entspricht und gleichzeitig neue städtebauliche Perspektiven für den Ort eröffnet.
Nach derzeitigem Planungsstand ist vorgesehen, das sogenannte „Raschplatz-Becken“ als zentrale Austragungsstätte für folgende Disziplinen zu nutzen:
- Freiwasserschwimmen (5 km Freistil)
- Wasserball
Insbesondere das eigens entwickelte Rundkurs-System für das Freiwasserschwimmen würde eine sportliche Nutzung mitten im urbanen Raum ermöglichen.
Die baulichen, statischen und logistischen Voraussetzungen für die Umsetzung wurden in den vergangenen Monaten eingehend untersucht. Dabei standen insbesondere die Lage des Raschplatzes oberhalb der Stadtbahnanlagen sowie die Anforderungen an Tragfähigkeit, Abdichtung und Infrastruktur im Fokus.
Zum Schutz der darunterliegenden Tunnel- und Verkehrsanlagen ist eine mehrlagige Spezialabdichtung vorgesehen, wie sie auch im industriellen Wasserbau zum Einsatz kommt. Die Wasserver- und -entsorgung soll über vorhandene technische Netze im Umfeld des Standorts sichergestellt werden.
Die Planungen sehen ausdrücklich keine rein temporäre Veranstaltungsarchitektur vor. Vielmehr ist vorgesehen, die Anlage nach Abschluss der Wettbewerbe dauerhaft zu erhalten und in eine öffentliche Nutzung zu überführen.
Der Raschplatz soll damit langfristig zu einem innerstädtischen Freibadstandort weiterentwickelt werden. Ziel ist es, auf den steigenden Bedarf an Aufenthalts- und Abkühlungsflächen im verdichteten Stadtraum zu reagieren und gleichzeitig einen Ort neu zu definieren, der seit Jahren Gegenstand städtebaulicher Diskussionen ist.
Mit dem Projekt würde ein bisher überwiegend versiegelter Transitraum in einen multifunktionalen Aufenthaltsort mit sportlicher, klimatischer und sozialer Qualität überführt.
Detaillierte Informationen zum geplanten Bauablauf, zu verkehrlichen Auswirkungen, zur Erreichbarkeit des Areals während der Umbauphase sowie zur Nutzung im Rahmen von „Die Finals 2026“ werden in den kommenden Wochen über die offiziellen Kanäle der Landeshauptstadt Hannover veröffentlicht.