Winternothilfe mit erstmals Straßensozialarbeit in den Stadtteilen

Beginn der kalten Jahreszeit

Winternothilfe mit erstmals Straßensozialarbeit in den Stadtteilen

In der Winternothilfe starten ab 1. November 2026 Angebote für wohnungslose Menschen, erstmals weitet die Straßensozialarbeit dabei ihre Arbeit auch neben der Innenstadt auf weitere Stadtteile aus. Die Winternothilfe ist ein von der Landeshauptstadt Hannover koordinierten Angeboten unterschiedlicher Kooperationspartner*innen.

In Nacht-Cafés können sich obdachlose Menschen aufwärmen. Das Frauen-Nachtcafé Luna bot im Winter 2025/26 erstmals einen geschützten Raum für Frauen.

Der Winter kommt und bringt gerade für wohnungslose Menschen viele Herausforderungen mit sich. Neben vielen bewährten Maßnahmen zu Beginn des Winters ist die städtische Straßensozialarbeit erstmals auch in den Stadtbezirken Nord, Linden-Limmer, Südstadt-Bult und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt unterwegs — vernetzt mit bestehenden sozialen Systemen wie beispielsweise sozialen Trägern, Stadtteilzentren und auch Kirchen.

Hilfe im gesamten Stadtgebiet nötig

„Die Menschen brauchen unsere Hilfe nicht nur in der Innenstadt, sondern im gesamten Stadtgebiet. Die Ausweitung der Straßensozialarbeit in die Stadtteile, mit dem Ziel perspektivisch für jeden der 13 Stadtbezirke eine feste Ansprechperson zu haben ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe für alle. Es ist sehr wichtig, dass wir unmittelbar - jetzt zu Beginn des Winters dieses Angebot schon in einigen Stadtteilen umsetzen können“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay.

„Obdachlosigkeit zu vermeiden und die Rahmbedingungen für die Menschen in Not in Hannover zu verbessern, ist eines der vorrangigen Ziele des Sozialdezernats der Landeshauptstadt Hannover. Über die vergangenen Jahre haben wir gemeinsam ein starkes Netzwerk an Hilfsmaßnahmen aufgebaut, dazu gehört auch die Winternothilfe. Viel haben wir schon geschafft, aber der Weg geht weiter. Mein herzlicher Dank an das Team in der Verwaltung, die vielen Träger*innen und Institutionen in Hannover und die vielen Ehrenamtlichen, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.

Verstetigung der bewährten „Nacht-Cafés"

Aufgrund guter Erfahrungen in den vergangnen Wintern sind die bewährten „Nachtcafés“ auch in diesem Winter wieder geöffnet.

  • Das Diakonische Werk Hannover gGmbH bietet das „Café Nachtlicht" in den Räumen des Kontaktladen Mecki an der Lister Meile an, das obdachlosen Menschen ab dem 1. November in der Zeit von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr als Schutz- und Ruheraum zur Verfügung steht. Das Café Nachtlicht nutzten im letzten Winter im Schnitt 117 Besucher*innen täglich, in der Spitze wurden bis zu 156 Personen in der Einrichtung empfangen.
  • Die Obdachlosenhilfe Hannover e.V. öffnet das „Café Mensch“ in der Podbielskistraße 102 ebenfalls zum 1. November täglich von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr - montags, mittwochs und freitags zudem bereits ab 17.00 Uhr im Rahmen einer Lebensmittelausgabe. Das Café Mensch wurde in der vergangenen Saison durchschnittlich von 101 Hilfsbedürftigen über mehrere Stunden genutzt, in der Hochphase kamen bis zu 116 Personen nächtlich.

Beide Angebote laufen bis zum 31. März 2026.

Frauen-Nachtcafé Luna

Im Jahr 2025 ist erstmals in einem Kooperationsprojekt von Dezember 2025 bis Anfang Februar 2026 das Frauen-Nachtcafé Luna umgesetzt worden.

Das Diakonische Werk Hannover gGmbH stellte die Räumlichkeiten in der Berliner Allee zur Verfügung, die tagsüber für das Angebot „DüK“ genutzt werden. Das Angebot „Café Luna“ war täglich — sieben Tage die Woche — auch an allen Feiertagen, von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr geöffnet. Im Nachtcafé Luna konnten insgesamt 492 Kontakte, durchschnittlich acht pro Tag, erfasst werden. Aktuell arbeitet die Stadt noch daran, dieses Angebot auch für die Wintersaison 2026/2027 wieder anzubieten und die Finanzierung dafür sicher zu stellen.

Weitere Winternothilfemaßnahmen für Obdachlose in Hannover

Kälteöffnungsangebot von Marktkirche und Üstra

Ein wichtiger Bestandteil der Winterhilfe war bereits in den vergangenen Jahren die Vereinbarung mit der Marktkirche, bei extremen Wetterlagen zusätzlich geschützte Aufenthaltsmöglichkeiten für obdachlose Menschen bereitzustellen.

Das Angebot wird auch in diesem Jahr vorgehalten und dann aktiviert, wenn aufgrund außergewöhnlicher Wetterereignisse, wie einer geschlossenen Schneedecke, Temperaturen von minus fünf Grad Celsius sowie einem gleichzeitigen Ausfall des öffentlichen Personennahverkehrs, die Erreichbarkeit der Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe, der Notschlafstellen und anderer Unterkünfte erheblich erschwert ist.

Die Üstra wird in diesem Jahr wieder die Übernachtung in der Station Kröpcke ab einer Außentemperatur unter drei Grad Celsius möglich machen. Je nach Bedarfslage werden weitere Angebote bei Extremwetterlagen abgestimmt.

Kältebusse

Auch im Winter 2026/2027 kooperieren die Kältebusse der Caritas, der Johanniter Unfallhilfe und der Malteser und fahren im Wechsel zu den Betroffenen an festgelegte Standorte. Es gibt eine warme Mahlzeit und medizinische Basisversorgung. Die Sozialarbeiter*innen und Ehrenamtlichen stehen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung, leisten Beziehungsarbeit und vermitteln in das weiterführende Hilfesystem.

Versorgung mit Fahrkarten, warmer Kleidung und Schlafsäcken

Die Stadt unterstützt betroffene Menschen mit der Ausgabe von Fahrkarten, warmer Kleidungsstücke oder Schlafsäcken. Dieses geschieht ergänzend zu Angeboten der Kooperationspartner*innen.

In Extremwetterlagen Wochenendeinsatz der Straßensozialarbeit

Bei Extremwetterlagen wird die städtische Straßensozialarbeit aus den Bereichen Wohnungs- und Suchthilfe am Wochenende tätig. In diesem Bereitschaftsdienst gehen die Straßensozialarbeiter*innen auf die Menschen zu, die sich dann noch im Freien aufhalten, um sie zur Wahrnehmung der Tages- und Übernachtungsangebote zu motivieren.

Neu in diesem Jahr ist die Ausweitung der Straßensozialarbeit in die Bezirke. Vier neue Mitarbeitende sind erstmals in diesem Winter in den Stadtbezirken Nord; Linden-Limmer, Südstadt-Bult und Ahlem-Badenstedt–Davenstedt aktiv. Sie arbeiten vernetzt mit bestehenden sozialen Systemen wie beispielsweise sozialen Trägern, Stadtteilzentren und auch den Kirchen zusammen.

Öffnungszeiten Unterkünfte bei Extremwetter

Sollte es witterungsbedingt oder aus anderen Gründen zu einem Ausfall des ÖPNV Verkehrs kommen, unter anderem Stadtbahnausfall und so die Erreichbarkeit der Notschlafstellen nicht gewährleistet sein, wird die Stadt Hannover die städtischen Notunterbringungen für die Zeit des Ausfalls durchgehend öffnen. Bei dauerhaften Minusgraden sind diese Notschlafstellen durchgehend geöffnet: 

  • Wörthstraße 10
  • Langensalzastraße 17
  • Podbielskistraße 117
  • Vinnhorster Weg 73A
  • Alter Flughafen 12 in Kombination mit dem Tagesaufenthalt Dornierstraße und die Feuerwehrstraße 1 

Aktuelle Infos ab Anfang November

Alle Hilfsangebote für betroffene Menschen werden ab Anfang November 2026 fortlaufend mit detaillierten Informationen zu Öffnungszeiten und Anlaufstellen auf der unten verlinkten Seite bekannt gemacht, in den unterschiedlichen Beratungsstellen ausgehängt und durch die Straßensozialarbeit der Stadt Hannover im direkten Kontakt beworben.

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