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Farzane Vaziritabar: Colorful Threads

„Colorful Threads“ ist ein mehrmonatiges Kunstprojekt von Farzane Vaziritabar, das Hannover mit 36 Kunstaktionen neu erfahrbar macht.

Performance von Farzane Vaziritabar

Colorful Threads – Eine kunstvolle Einladung, Hannover neu zu betrachten

Das mehrmonatige Kunstprojekt von Farzane macht den Stadtraum von Hannover mit über 36 Kunstaktionen neu erfahrbar. Ausstellungen, Performances, Interventionen und partizipative Formate verbinden Recherche, künstlerische Übersetzung und öffentliche Beteiligung. Fotografien, Videos, Klangräume, Skulpturen und interaktive Elemente eröffnen alternative Perspektiven auf die Stadt, Erinnerung und Sichtbarkeit. 

Das Projekt versteht sich als gesellschaftspolitisch informierte Intervention, die urbane Umgebungen, Ortsnamen und historische Markierungen neu lesbar macht. Ausgangspunkt ist die rote Leitlinie Hannovers, der bekannte Rote Faden, der traditionell Besucher*innen durch die Stadt führt. Die Künstlerin Farzane Vaziritabar greift diese Leitlinie auf und macht aus ihr ein Instrument der Neuorientierung: nicht als touristische Route, sondern als Einladung, bekannte und verborgene Orte Hannovers mit neuen Augen und einer veränderten Wahrnehmung zu betrachten.

Entlang dieser Logik entwickelt das Projekt 36 Kunstorte – eine bewusste Referenz an die Anzahl der Stationen der roten Leitlinie. Jeder dieser Orte fungiert als Knotenpunkt zwischen Imagination und realem Stadtraum. Sie sind markiert durch eigene Farbgebungen und Beschreibungen, die weniger Orientierung bieten als vielmehr Verschiebung erzeugen. Wie Haltestellen eines erweiterten Stadtnetzes laden sie dazu ein, bekannte Räume anders zu lesen und neue Bedeutungen zu erproben.
 

Colorful Threads

Termine der Kunstaktionen in Hannover

 

Bis 27. September | Ausstellung zum Kunstpreis Hannes Malte Mahler

Ort: Sprengel Museum 

Bis zum 27. September präsentiert die Ausstellung zum „Kunstpreis Hannes Malte Mahler – it is art®“ im Sprengel Museum Werke der Preisträgerin Farzane Vaziritabar, die den „Roten Faden“ Hannovers neu interpretiert und Installationen, Performances und Interventionen sowohl im Museum als auch im Stadtraum realisiert.

Bis 27. September | BUSCH MEETS Farzane Vaziritabar

Ort: Museum Wilhelm Busch

Die Ausstellung „BUSCH MEETS Farzane Vaziritabar“ im Wilhelm Busch Museum zeigt bis zum 27. September die Arbeiten der Preisträgerin des Hannes Malte Mahler-Preises 2026 in Verbindung mit den Werken von Wilhelm Busch. Zwischen ihren eigenen Arbeiten und den Zeichnungen von Busch entdeckte sie überraschende Parallelen: Beziehungen erscheinen hier nicht als etwas Festes, sondern als etwas in ständiger Bewegung. Hervorgebracht durch die Art und Weise, wie Menschen sich verhalten und miteinander in Kontakt treten. Diese Sicht ist auch die Grundlage für ihre eigene Arbeit.

Bis 3. Juli | „Chehelom: The 40th Silence“ im Nds. Landtag

Ort: Nds. Landtag [Portikushalle, Leineschloss] 

Im Niedersächsischen Landtag präsentiert die Künstlerin ihre Installation „Chehelom“. Der Begriff bezeichnet in persischer und schiitischer Tradition den Übergang aus der privaten in die kollektive Trauer am 40. Tag nach einem Todesfall. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt Farzane Vaziritabar sich mit dieser Ausweitung von persönlich empfundenem Abschiedsschmerz auf die Gemeinschaft auseinander.

Bis 4. Oktober | „Nano Dialog“ im Kiosk

Ort: Kiosk; Karmarschstraße 40 in 30159 Hannover

Nano Dialog ist eine Cartoon-Serie, die prägende Persönlichkeiten der Stadt Hannover – historische, kürzlich verstorbene und gegenwärtige – miteinander in Beziehung setzt. Im Zentrum stehen imaginäre Dialoge zwischen diesen Figuren und Kindern. Wie lassen sich komplexe historische und gesellschaftlich relevante Figuren in eine Erzählform übersetzen, die eine unmittelbare, persönliche Annäherung ermöglicht? Durch die Augen von Kindern wird Geschichte auf eine unverfälschte, direkte und zugleich vielschichtige Weise erfahrbar. Die digitale Umsetzung erfolgte teilweise in Zusammenarbeit mit der iranischen Cartoonistin Mahnaz Yazdani.

24. Juni 2026, 17–19 Uhr | Performance „Verspielen wir unsere Menschenrechte“

Ort: Platz der Menschenrechte (gegenüber vom Neuen Rathaus)

Die interaktive Arbeit thematisiert den bewussten und oft unbewussten Umgang mit universellen Menschenrechten. Im öffentlichen Raum eingesetzte Frisbee-Scheiben, auf denen inhaltliche Bezüge zu Menschenrechten aufgedruckt sind, fungieren als spielerische Intervention. Sie eröffnen einen erfahrungsbasierten Zugang zu Fragen von Verantwortung, Freiheit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Die Arbeit lädt Passant*innen dazu ein, den Alltag kurz zu unterbrechen, sich an der Intervention zu beteiligen und über die Fragilität und Bedeutung gemeinsamer Rechte im gesellschaftlichen Miteinander nachzudenken.

27. Juni 2026, 10–14 Uhr | Performance „Kostbare Erde“, „Grund und Boden“

Ort: Am Hohen Ufer (Altstadtflohmarkt)

Die beiden Performances beschäftigen sich mit Erde als materiellem und symbolischem Träger gesellschaftlicher Bedeutungen.

„Kostbare Erde“ findet auf Wochenmärkten statt. Dort wird Erde als symbolische Repräsentation von Bodenfruchtbarkeit verteilt und zum Ausgangspunkt für Gespräche über Stadt, Ökologie und Lebensgrundlagen. Im Austausch mit den Teilnehmenden entstehen dialogische Situationen über Natur, Versorgung und urbane Lebensräume. Die für die Arbeit verwendete Erde wird zuvor an verschiedenen Orten gesammelt, darunter die Herrenhäuser Gärten, die Eilenriede und der Maschsee in Hannover.

„Grund und Boden“ arbeitet ebenfalls im Kontext von Wochenmärkten und verwendet Erde als symbolisches Material im Spannungsfeld von Eigentum, Bodenwert und städtischer Zugehörigkeit. Durch die performative Verteilung entstehen Gespräche über Stadt, Besitz, soziale Zugehörigkeit und die politische Dimension von Boden. Auch hier stammt das Material aus unterschiedlichen urbanen Orten, darunter das Rathaus, die Agentur für Arbeit und der Maschpark in Hannover.

29. Juni 2026 | „Schule aus Schülersicht“ IGS Stöcken

Ort: IGS Stöcken, Eichsfelder Straße 38 in 30419 Hannover

Der Workshop lädt Schüler*innen dazu ein, ihre Schule aus eigener Perspektive neu zu erzählen und zu gestalten. Durch Comics und Zines werden persönliche Erfahrungen sichtbar gemacht und alternative Bilder von Schule entwickelt. So entsteht ein Raum, in dem individuelle Wahrnehmungen, Kritik und Vorstellungen von Schule künstlerisch zum Ausdruck kommt.

14. Juli 2026, 17–19 Uhr | Performance „Wofür stehen wir?“

Ort: kunstverein, Sophienstraße 2, 30159 Hannover

In der partizipativen Performance Wofür stehen wir? wird die Treppe vor dem Künstlerhaus Hannover zum Ort kollektiver Einschreibung. An der Schwelle zwischen öffentlichem Stadtraum und Institution positioniert sich Farzane Vaziri selbst als temporäres, lebendiges Monument.

Am oberen Ende der Treppe stehend, trägt die Künstlerin eine weiße Schürze, die sich als schmaler Streifen über die Stufen ausbreitet und als Schreibfläche dient. Während die steinernen Löwen am Eingang für Dauer, Macht und institutionelle Sprache stehen, setzt Vaziri dem einen verletzlichen, gegenwärtigen Körper entgegen.

Auf der Oberfläche formuliert die Künstlerin ein eigenes Statement, das in die offene Frage „Und du?“ übergeht. Besucher:innen sind eingeladen, mit Markern ihre Antworten direkt auf die Fläche zu schreiben. Im Verlauf der Performance entsteht so ein wachsendes Gefüge aus Handschriften – ein vielstimmiges Feld von Positionen im öffentlichen Raum.

Mit dem Ende der Performance verschwindet der Körper aus der Situation. Zurück bleibt die beschriebene Oberfläche als Spur kollektiver Präsenz.

Dauer: ca. 45–60 Minuten, abhängig von der Beteiligung

 

Termine

23.06.2026 bis 04.10.2026 ab 10:00 Uhr

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

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