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Kostenlose Ausstellung: Verortung — anGEDOKt

Drei neue Künstlerinnen der GEDOK verwandeln den GalerieSalon in Hannover vom 18. Januar bis 22. Februar 2026 in einen Ort künstlerischer „Verortungen“. 

„Ritmo del mar“ von Simone Stenzel 

GEDOK-Ausstellung „Verortung — anGEDOKt“ 

Die Künstlerinnen Inge Krieser-Demuth, Simone Stenzel und Beatrice Nunold setzten sich mit dem von der GEDOK gewählten Jahresthema „Verortungen“ auseinander und präsentieren ihre vielschichtigen, künstlerischen „Verortungen“ nun unter dem Titel „Verortung — anGEDOKt“ im GalerieSalon in Hannover. 

Das Jahresthema 2026: Verorten

Das Jahresthema „Verortungen“ lädt dazu ein, die unterschiedlichen Bedeutungsrichtungen des Verbs „verorten“ künstlerisch zu erkunden. Es versteht sich als Einladung zur Auseinandersetzung mit Orientierung und Desorientierung, mit Verantwortung und Haltung, mit der Frage nach dem eigenen Standpunkt in einer sich wandelnden Welt. 

Die GEDOK Niedersachsen Hannover e. V. eröffnet mit dem Jahresthema „Verortungen“ einen Möglichkeitsraum für künstlerische Reflexionen über das Verorten – und das bewusste Infragestellen von Orten, Zuschreibungen und Gewissheiten.

„Verortung“ – mit Inge Krieser-Demuth 

Inge Krieser-Demuth versteht „Verortung“ als einen Prozess der Transformation – eng verbunden mit Veränderung, Loslassen und Neuorientierung. Ihre Arbeiten beschreiben die inneren und äußeren Dynamiken, die menschliches Leben strukturieren: Momente, in denen Gewissheiten zerbröckeln, vertraute Pfade sich auflösen und Individuen gezwungen sind, sich neu zu definieren und anzupassen. 
 

Motiv „47 Steine“ von Inge Krieser-Demuth

Lose Steinansammlungen wie im Motiv „47 Steine“ auf der Einladungskarte fungieren als symbolische Vermittler solcher Prozesse. Für Inge Krieser-Demuth markieren sie Wege oder versperren diese, verweisen auf Vergangenes und antizipieren Kommendes. Zugleich sind sie selbst dem Verfall ausgesetzt und spiegeln so die Fragilität menschlicher Lebensräume und ihrer Erzählungen.

„Verortung“ – mit Simone Stenzel 

Die Werke von Simone Stenzel sind konkret verortet und kreisen um Fuerteventura als persönlichen Glücksort. Farbe und Struktur der kanarischen Inselwelt beschäftigen und faszinieren sie seit vielen Jahren. Die Weite der Landschaft und das intensive Licht wirken prägend und werden zur zentralen Inspirationsquelle. Fuerteventura ist für sie geografische Bezugsgröße von Licht, Wasser und Gestein der Kanaren.

In abstrakter Bildsprache übersetzt Simone Stenzel diese lichte Welt in ihre Arbeiten und macht den Ort sichtbar und erlebbar. In Experimenten mit unterschiedlichen Materialien entstehen Zufälle und Farbspuren – wie im Ausschnitt eines größeren Ganzen. Ein solcher Bildausschnitt aus „Ritmo del mar“ dient als Motiv der Einladungskarte und verweist auf das Fragmentarische und Zeitliche jeder „Verortung“.

„Verortung“ – mit Beatrice Nunold 

Für Beatrice Nunold ist Kunst Arbeit am Deutungszusammenhang der Welt. Gewohnte Perspektiven verschieben sich und eröffnen neue Sichtweisen. Es entsteht ein Möglichkeitsraum, in dem „Verortungen“ als Koordinaten einer möglichen Welt erscheinen. Sie sind keine festen Bezugspunkte, sondern fragile Setzungen im Fluss des Bedeutens, die zerbrechen und sich neu konfigurieren – zu vorläufigen, sinnhaften Ganzheiten. 
 

Die Kunst von Beatrice Nunold reflektiert die Fragilität und Schönheit der Welt.

„Verortung“ wird so zum Akt des Ordnens, Verknüpfens und Neu-Positionierens – im Bewusstsein der Vorläufigkeit. Wie die kleine Figur auf dem Motiv „Ertanzen eines Ortes“, die in raumgreifenden Bewegungen rhythmisch einen Ort erkundet: auf Zeit, vergänglich. Beatrice Nunold stellt Fragen: Was bleibt von unseren Konstruktionen? Verschwindet nach unserem Raubbau an diesem Planeten und dem ethischen Versagen im Anthropozän jede Erinnerung? Haben wir unsere moralischen Koordinaten längst verloren und uns in einer Weise verortet, die den Bezug zur Erde, zur Natur und zu ihren Wesen preisgegeben hat?
 

Finissage

Die Ausstellung klingt aus mit einem Salongespräch am Sonntag, dem 22. Februar 2026, Beginn um 15 Uhr. Beatrice Nunold ließt aus ihrem Buch: „Unverhofft – Alles, was sich nicht fügt — Lyrik“, Gesang und Gitarre Wolfgang Decker. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird gern genommen, Anmeldung unter 0511/ 131404.

Was ist die GEDOK?

Die GEDOK Niedersachsen Hannover e. V., die Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden, ist eine von 23 Regionalgruppen, die sich auf die Bundesrepublik Deutschland verteilen, mit insgesamt rund 2.800 Mitgliedern. Gemeinsames Ziel ist es, die professionelle künstlerische Arbeit von Frauen zu fördern und in der öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung stärker zu verankern. Seit 1927 ist die GEDOK in Hannover aktiv und bietet ein facettenreiches interdisziplinäres Kunstprogramm an.

Termine

18.01.2026 bis 22.02.2026 ab 15:00 bis 18:00 Uhr
mittwochs

18.01.2026 bis 22.02.2026 ab 14:00 bis 17:00 Uhr
samstags sonntags

Ort

GEDOK GalerieSalon
Lola-Fischel-Straße 20
30173 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

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