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Timo Hinkelmann: Made in ...

In der Werkreihe „Made in …“ setz sich der Künstler vom 19. Juni bis zum 12. Juli im Kunstraum j3fm mit Fragen von Identität, Herkunft und gesellschaftlicher Zugehörigkeit auseinander. 

Timo Hinkelmann, Made in …

Bürokratie und Kunst

Ausgangspunkt der Arbeiten sind reale Personalausweise von Menschen mit Migrationserfahrung – Dokumente, die normalerweise als offizieller Nachweis von Existenz, Herkunft und persönlicher Identität fungieren. Die Ausweisfragmente werden collageartig in großformatige Leinwände eingearbeitet und mit Spachtelmasse, Farbschichten und monochromen weißen Überlagerungen verbunden. Dadurch entstehen reliefartige Oberflächen, in denen Sichtbarkeit und Verdeckung permanent miteinander konkurrieren. Einzelne Details – Fotografien, Nummern, Namen oder Strukturen – treten hervor und verschwinden zugleich wieder im Material.

Malerei, Objekt und Spurenträger

Die Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Objekt und Spurenträger. Der Personalausweis erscheint dabei nicht nur als bürokratisches Dokument, sondern als Symbol für Anerkennung, Kontrolle, Erinnerung und Zugehörigkeit. Durch die teilweise Überdeckung verlieren die Dokumente ihre ursprüngliche Funktion der eindeutigen Identifikation und verwandeln sich in fragile Fragmente persönlicher Geschichte.

Das Weiß der Arbeiten kann dabei unterschiedliche Zustände markieren: Schutzraum und Leerstelle, Auslöschung und Neubeginn, Unsichtbarkeit und Projektion. Die materiellen Schichtungen verweisen auf Prozesse des Ankommens, der Anpassung und der permanenten Aushandlung von Identität innerhalb gesellschaftlicher Räume.

Die Ausstellung hinterfragt Herkunft nicht als feste Zuschreibung, sondern als komplexen, oft widersprüchlichen Zustand zwischen Erinnerung, Bewegung und Neubestimmung. Die Werke thematisieren die Spannung zwischen individueller Erfahrung und institutioneller Erfassung – zwischen dem Menschen und seinem dokumentierten Abbild.

Durch die Verwendung realer Dokumente entsteht eine unmittelbare Nähe zu den dargestellten Biografien, ohne diese vollständig preiszugeben. Die Personen bleiben präsent, aber fragmentiert – sichtbar und zugleich entzogen. Gerade in dieser Ambivalenz entfaltet die Arbeit ihre zentrale Aussage über Identität im Kontext von Migration und Zugehörigkeit.

Termine

19.06.2026 bis 12.07.2026 ab 18:00 bis 19:30 Uhr
freitags

19.06.2026 bis 12.07.2026 ab 14:00 bis 16:00 Uhr
sonntags

Ort

kunstraum j3fm
Kollenrodtstraße 58
30163 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

Ausstellungseröffnung am 19. Juni um 19 Uhr.
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