Bühnen

Die Wut, die bleibt

Wegen der großen Nachfrage ist Jorinde Dröses Stück nach dem Roman von Mareike Fallwickl im Schauspielhaus zu sehen.

Szene aus „Die Wut, die bleibt“

Helene tut das Unfassbare: Wortlos steht sie vom Abendessen auf und stürzt sich vom Balkon. Ihre Familie steht unter Schock. Sarah, Helenes beste Freundin, möchte helfen und wird zur Stütze für den völlig überforderten Vater Johannes – nur, bis alle wieder festen Boden unter den Füßen haben. Denkt sie. Doch die Monate verstreichen. Sarahs eigenes Leben gerät wie selbstverständlich in den Hintergrund, und das brodelnde Gefühl der Wut bahnt sich den Weg an die Oberfläche. Lola, Helenes Tochter, fühlt diese Wut noch stärker, ihre Anklage richtet sich gegen das Patriarchat an sich. Sie macht das System für den Tod ihrer Mutter verantwortlich und beschließt, dem übermächtigen Gegner den Kampf anzusagen.

Was bedeutet Frausein heute?

Es ist nicht das eine große und erschütternde Ereignis, das Mareike Fallwickls Protagonistin in „Die Wut, die bleibt“ zu ihrer fast unglaublichen Tat treibt, sondern das ganz Alltägliche. Die Summe aus Überforderung, Einsamkeit, gesellschaftlicher Anforderung und Konditionierung, das fortwährende Überschreiten der eigenen Belastungsgrenze, das wohl viele Mütter gut nachvollziehen können. Radikal und erschütternd spannt Autorin Mareike Fallwickl einen großen Bogen über das moderne Frausein: von Mutterschaft zur Frage nach Kinderwunsch über den Gender-Care-Gap und den zerstörerischen Anspruch, allen Rollenmustern und Erwartungen gerecht werden zu müssen, hin zu einer jungen Generation, die bereit ist, all diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten über Bord zu werfen und zu befragen, was es heißt, heute eine Frau zu sein, und wie es gelingen könnte, mit althergebrachten Mustern zu brechen.

Die Regisseurin

Jorinde Dröse arbeitete von 2002 bis 2016 als Regisseurin an verschiedenen deutschsprachigen Theatern, u.a. dem Schauspiel Frankfurt, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Bochum, dem Thalia Theater Hamburg und dem Maxim Gorki Theater, wo sie von 2010 bis 2013 Hausregisseurin war. Seit 2009 arbeitet sie als Mutter und war von 2017 und 2021 als Waldpädagogin und Homeschooling-Teacher tätig. Im Jahr 2022 nahm sie ihre Arbeit als Regisseurin wieder auf und inszeniert nun erstmals am Schauspiel Hannover.

Termine

28.02.2024 ab 19:30 bis 21:30 Uhr

05.03.2024 ab 19:30 bis 21:30 Uhr

27.03.2024 ab 19:30 bis 21:30 Uhr

02.04.2024 ab 19:30 bis 21:30 Uhr

27.04.2024 ab 19:30 bis 21:30 Uhr

Ort

Schauspielhaus
Prinzenstraße 9
30159 Hannover

Regulär

23-39,50 €

Ermäßigt

ab 6 €

Preise ggf. zzgl. Gebühren
Für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren