Nach dem Tod seiner Frau Marie lebt Paul zurückgezogen und isoliert in seiner Wohnung. Doch als er auf der Straße die Tänzerin Marietta kennenlernt, die Marie verblüffend ähnlich sieht, nimmt sein von Trauer geprägtes Leben eine Wendung: Während Paul versucht, Marietta mehr und mehr an seine verstorbene Frau anzugleichen, wird der innere Konflikt zwischen Realität und Wunschbild immer dominanter.
Mit „Die tote Stadt“ schuf Erich Wolfgang Korngold mit gerade einmal 23 Jahren ein kluges Spiel der Trauerbewältigung aus Traum und Wirklichkeit. Die Regisseurin Ilaria Lanzino richtet in ihrer Inszenierung den Blick auf die verstorbene Marie: Wer war die Frau an Pauls Seite – und was blieb ihm zu Lebzeiten an ihr verborgen? Zwischen Erinnerung und Halluzination, Sehnsucht und Trugbild entfaltet sich ein vielschichtiges Kammerspiel über Verlust, rätselhafte Nähe und die Unmöglichkeit, den anderen je vollständig zu kennen.