In Aristophanes Griechenland herrscht Krieg und das seit Jahren. Die Kriegsparteien sind festgefahren in ihren gegenseitigen Ansprüchen und Vorwürfen. Sie sind erschöpft, das öffentliche und private Leben ist ausgeblutet durch die Kriegswirtschaft. Die Felder sind verwüstet oder können nicht mehr bestellt werden. Die Kriegsparteien verhandeln, drohen, greifen wieder an, verhandeln erneut. Doch sie können sich nicht auf Friedensbedingungen einigen. Da schickt der antike Dichter seinen Helden, einen verzweifelten Bauern, mit einer Frage zu den Göttern hinauf: „Warum laßt ihr zu, das die Erde von andauerndem Krieg verwüstet und unfruchtbar wird?“
Auf einem Mistkäfer reitend (bessere Transportmittel gibt es gerade nicht mehr und es ist schließlich eine Komödie) erreicht er angstvoll und stinkend die Götterresidenz und erfährt, dass die verantwortlichen Gottheiten vor dem Lärm der Schlachten fliehend, sich in ruhigere Sphären abgesetzt haben. Und: Eirene, die Friedensgöttin, sei eingesperrt unter dem Schutt auf der Erde. Sie zu befreien, müsse der Bauer auf die Erde zurück und dort selbst anpacken! Als er begreift, wie verrückt seine Hoffnung ist, sich auf eine höhere Instanz zu verlassen, kommt er auf seinen Hof zurück und ins Handeln.
Als junger Unternehmer hatte der hannoversche Holzfabrikant Hermann Rexhausen sich in den Nullerjahren des letzte Jahrhunderts beim Innenausbau großer städtischer Gebäude – etwa des Neuen Rathauses oder des Hauptbahnhofes – einen Namen gemacht und einigen Wohlstand erwirtschaftet. Nach Beginn des ersten Weltkrieges verdient er sein Geld dann vorallem durch Aufträge des Deutschen Heeres. Der Krieg zieht sich, das öffentliche Leben in Hannover wird immer rauer. Im Februar 1916 gibt es einen ersten Brotaufstand der hungernden Bevölkerung. Seine früheren Arbeitskräfte sind inzwischen an der Front und durch Kriegsgefangene ersetzt. Je länger der Krieg dauert, desto stärker wird der Wunsch, der ihn mit uns und Aristophanes Helden verbindet: Endlich FRIEDEN! Aber im Gegensatz zu Aristophanes verzweifeltem Bauern, ist Rexhausen eben auch ein wohlhabender Kriegsprofiteur: So erwirbt er ein ödes Steinbruchgelände in Völksen und erbaut darauf sein privates Friedens-Refugium. Den Hermannshof!
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