Kino-Events

Open-Air-Kino im Annabad

Mit unter recht tierisch wird es vom 14. bis 21. August, wenn der Bürgerverein Kleefeld e.V. seine mobile Leinwand und sein 7.1 Surround-Lautsprechersystem im Kleefelder Bad aufbaut, das auch Annabad genannt wird.

Denn auf dem Programm stehen auch die „Lebensansichten eines Huhns“ und „Der weiße Hai“ ... 

14. August: Die progressiven Nostalgiker

Ein Familien-Idyll im Frankreich der 1950er Jahre: Michel (Didier Bourdon), mittelmäßig, ist Bankangestellter und Ernährer, seine bessere Hälfte Hélène (Elsa Zylberstein), mit Dauerwelle, aber aufsässig, kümmert sich um Haushalt und Kinder. Das patriarchale Paradies scheint perfekt, bis ein Kurzschluss der gerade eingezogenen Waschmaschine die beiden ins Jahr 2025 katapultiert. Plötzlich sind die Rollen neu verteilt. Während sich Hélène aller Ahnungslosigkeit zum Trotz erstaunlich gut als karriere-intensive Powerfrau schlägt, muss sich Michel als Hausmann im Smart-Home abmühen. Statt Unterwerfungsrhetorik braucht Michel nun Empowerment, Hélène genießt die Freiheit der Emanzipation. Doch die schöne neue Welt hat so ihre Tücken: der virtuelle Sprachassistent ist ein sturer Bock, die Möbel muss man sich selbst zusammenschrauben, der Hundekot wird vom Boden aufgehoben und die eigene Tochter möchte ihre Freundin heiraten. Jetzt reicht es dem entmachteten Familienoberhaupt. Es geht zurück in die gute alte Zeit und zwar sofort! Wenn er nur wüsste, wie man die smarte Waschmaschine auf Zeitrückreise programmiert.

In „Die progressiven Nostalgiker“ ist die Freiheit immer nur einen Flügelschlag von der guten alten Zeit entfernt. Regisseurin Vinciane Millereau beweist ein großartiges Gespür für die Absurditäten unserer Zeit. Mit rotzfrechem Humor, präzisem Sarkasmus und herrlicher Situationskomik nimmt „Die progressiven Nostalgiker die Heilsversprechen unserer Gegenwart aufs Korn und erzählt von der wunderbaren Relativität der Geschichte.

Einlass ist um 20 Uhr, der Film startet um 20:45 Uhr.

15. August: Das perfekte Geschenk

Es gibt nichts Schöneres als ein Geschenk, das von Herzen kommt – oder nichts Schrecklicheres? Das findet zumindest Charlotte, deren Liebsten keine Gelegenheit auslassen, sie mit peinlichen Präsenten an ihr frustrierendes Liebesleben zu erinnern. Von immer gleicher Bettwäsche über Dildos in jeder erdenklichen Form bis hin zum zugegebenermaßen ziemlich gut aussehenden Stripper. Letzterer wird nach einer gemeinsamen Nacht kurzerhand zur nächsten Familienfeier mitgeschleppt, um das Image des ewigen Singles ein für alle Mal zu beenden. Dumm nur, dass Charlottes Geschwister ihre eigenen Überraschungen im Gepäck haben. Schwester Julie steht kurz vor der Trennung von ihrem Ehemann – Der Grund: ein missverstandenes Mitbringsel. Bruder Jérôme hingegen hofft mit seiner neuen Flamme, dem naiven Popsternchen Océane, Eindruck zu schinden. Die beweist zwar überraschenderweise magischen Geschenke-Instinkt, stolpert dafür aber zielgerichtet von einem Fettnäpfchen ins nächste. Der Gabentisch ist also gedeckt für eine Bescherung der Extraklasse in einer absolut chaotischen und gerade deshalb wundervollen Komödie um das perfekte Geschenk.

Ein Film wie ein Fest: „Das perfekte Geschenk“ ist ideal für alle Geschenkneurotiker, Last-Minute-Shopper, Ewig-Enttäuschten und Verpackungskünstler, die Überraschungen lieben, hassen, danach streben oder sich komplett verweigern. Herzerwärmend, schwarzhumorig und in Sachen Unterhaltsamkeit: extrem großzügig.

Einlass ist um 20 Uhr, der Film startet um 20:45 Uhr.

16. August: Lebensansichten eines Huhns

Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.

Von Hühnern und Menschen: „Lebensansichten eines Huhns“ ist ein humorvoller, berührender und sehr genau beobachteter Film über das Tier im Menschen und den Menschen im Tier. Von ihrer manchmal komplizierten Koexistenz erzählt der preisgekrönte Regisseur György Pálfi eindringlich und mit einem genialen Kunstgriff: „Lebensansichten eines Huhns“ ist sowohl die emanzipierte Autobiographie einer Körnerpickerin als auch eine sehr originelle Geschichte über das Abenteuer des Erzählens.

Einlass ist um 20 Uhr, der Film startet um 20:45 Uhr.

21. August: Der weiße Hai (frei ab 16 Jahren)

Amity ist ein friedlicher Badeort. Seit 25 Jahren gab es auf der Ferieninsel keinen Mord. Aber dann wird der jüngst aus New York hierher gezogene Polizeichef Brody mit einer umso bedrohlicheren Erscheinung konfrontiert: Ein Hai tötet eine Schwimmerin und wenig später einen Jungen. Eine von den Hinterbliebenen ausgelobte Fangprämie löst eine Hetzjagd auf Haie aus. Doch unter den erlegten Tieren befindet sich nach Meinung des Meeresforschers Hooper nicht das gesuchte. Auf Drängen der Geschäftswelt verzichtet Brody auf eine Sperrung der Strände. Als der Hai einen weiteren Badegast tötet, soll der kriegserfahrene Hochseefischer Quint ihn erlegen. Brody und Hooper begleiten ihn hinaus aufs Meer … 

In bester Hitchcock-Manier bleibt der Auslöser aller Schrecken lange unsichtbar, heraufbeschworen allein durch die Streicher-Stakkatos des Komponisten John Williams. Damit erwies sich „Der weiße Hai“ als perfekte Projektionsfläche für Heimsuchungen, die Amerika zuletzt befallen hatten. Unterlegt mit ökologischen wie kommerzkritischen Überlegungen, geriet Spielbergs Thriller zu einem der ersten Blockbuster, mit denen sich ein Generationswechsel innerhalb der Hollywood-Studios ankündigte.

Einlass ist um 20 Uhr, der Film startet um 20:45 Uhr.

Termine

14.08.2026 bis 16.08.2026 ab 20:00 Uhr

21.08.2026 ab 20:00 Uhr

Ort

Kleefelder Bad (Annabad)
Haubergstraße 17
30625 Hannover

Regulär

7 €

Ermäßigt

6 €

Kein Picknick: Für das leibliche Wohl sorgen Olli und das Team vom Annabad-Kiosk.
Bequemere Sitzgelegenheiten können mitgebracht werden.
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