In der Liedstunde mit der jugendlich-dramatischen Sopranistin Magdalena Hinterdobler, dem gefragten Bariton Bernhard Hansky und der renommierten Liedpianistin Klara Hornig erklingen ausgewählte Lieder aus Hugo Wolf's Liederzyklus "Italienisches Liederbuch" HWW 159 basierend auf einer Sammlung volkstümlicher italienischer Liebesgedichte in der Übertragung von Paul Heyse, welche italienische Gefühlswelten von emotional, humorvoll, tiefgründig, bis manchmal sogar freizügig und offenherzig in lebendigen kleinen Monologen gesungen im Wechsel von Frauenstimme und Männerstimme auffächern.
Unter dem Namen "Italienisches Liederbuch" vertonte als eines seiner letzten Werke der österreichische Komponist und von Sarkasmus geprägte Musikkritiker Hugo Wolf (1860-1903), der Johannes Brahms als Rivalen sah, in den Jahren 1890/91 und 1896 seinen zweiteiligen, aus 46 Gedichten bestehenden Liederzyklus beginnend mit "Auch kleine Dinge können uns entzücken". Hugo Wolf, der auch das "Spanische Liederbuch" in Heyses Übertragung vertonte, war ab 1875 Schüler von Robert Fuchs am Konservatorium in Wien zusammen mit dem gleichaltrigen Gustav Mahler.
Im Jahre 1910 wurde der bedeutende Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller, Dichter weltberühmter Novellen und Übersetzer Paul Heyse (1830-1914) als dritter deutscher Autor mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet - auf seinen Italienreisen führte er immer ein Skizzenbuch für Bleistiftzeichnungen von Landschaften. Heyse verwandelte im "Italienischen Liederbuch" die einfachen volkstümlichen toskanischen Liebeslieder zu gehobener Poesie.
Hugo Wolf
"Italienisches Liederbuch" nach Paul Heyse
Magdalena Hinterdobler, Sopran
Bernhard Hansky, Bariton
Klara Hornig, Klavier