Meisterwerke fallen nicht vom Himmel, sie sind das Ergebnis jahrelanger Erfahrung. Aber wenn sie dann gelingen, haben sie Bestand und klingen auch Generationen später noch taufrisch. Für die Konzerte am 23. und 24. April hat der spanische Dirigent Pablo González gleich drei unvergängliche Werke ausgewählt: von Pärt, Bartók und Brahms. Den Solopart übernimmt ein Landsmann von González, der junge Geiger Javier Comesaña.
Zu Hannover hat Javier Comesaña eine besonders enge Beziehung: 2021 stand er im Finale des Joseph Joachim Violinwettbewerbs, wo er zusammen mit der NDR Radiophilharmonie das Schumann-Konzert spielte. Zuletzt führte ihn sein Studium zu Antje Weithaas, der ersten Preisträgerin dieses Wettbewerbs überhaupt. Pablo González dagegen steht erstmals am Pult der NDR Radiophilharmonie.
Wie man das Kunstvolle mit dem Einfachen verbindet, das zeigen die beiden Werke im ersten Teil des Konzerts. Arvo Pärts "Fratres" ist eine Art Meditation über ein schlichtes Ausgangsthema, quasi eine Übung in Stille.
Im Violinkonzert Nr. 2 von Béla Bartók wird die klassische Dreisatzfolge von der Idee des Variierens überformt. Hier besteht nicht nur der Mittelsatz aus Variationen, der dritte Satz ist ebenso eine Variante des ersten.
So wie Bartók im Violinkonzert eine Summe seines Schaffens zog, konnte auch Brahms auf viel Erfahrung zurückblicken, als er mit 43 Jahren - endlich! - seine Erste Sinfonie vorlegte. Ein Schmerzenskind, an dem er jahrelang feilte. Aber was für ein Meisterwerk ist ihm da gelungen bis hin zum finalen Durchbruch von Moll nach Dur, vom sprichwörtlichen Dunkel ins Licht, wie man ihn seit Beethoven nicht mehr gehört hatte.
Programm
Arvo Pärt
Fratres (Fassung für Kammerorchester und Schlagzeug)
Béla Bartók
Violinkonzert Nr. 2 Sz 112
Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68
Javier Comesaña, Violine
Pablo González, Dirigent
NDR Radiophilharmonie